Das große Biogarten-Buch

Nachdem ich ja meistens Bücher vorstelle, die schon sehr alt sind und über Flohmärkte und ähnliches bei mir landen, möchte ich euch heute mal ein ziemlich neues Buch vorstellen. Es ist noch keine zwei Monate auf dem Markt.
Der Buchverlag stellte mir ein Exemplar für eine Rezession zur Verfügung. Nachdem ich es nun schon einige Zeit „in Gebrauch“ habe, heute mal mein Fazit zu diesem Buch:

Das große Biogarten-Buch

Das Buch ist sehr umfangreich und bietet Wissen zu so ziemlich allen Themen, die den Nutzgarten betreffen.
Wer „nur“ einen Ziergarten anlegen möchte, hat von dem Buch weniger etwas, der Bereich um die blühenden Schönheiten im Garten ist sehr knapp gehalten.

Wer jedoch einen Nutzgarten anlegt und in Richtung Selbstversorgung gehen möchte, findet hier ein sehr hilfreiches Nachschlagewerk.Zum Inhalt

Es gibt Themen, die sich in fast jedem Gartenbuch finden lassen, aber eben auch Themen die sonst seltener Erwähnung finden. So gibt es zum Beispiel Kapitel über Samengärtnerei, Getreideanbau, Gründüngung und Pilzzucht.
Die  ersten 16 Seiten des Buches beschäftigen sich rein mit dem Thema „Selbstversorgung“. Ich fand das besonders spannend zu lesen, da dieses Schlagwort zwar mittlerweile in jedem Buch über Gemüsepflanzen eingetreut wird, aber selten eine nähere Definition erfährt. Aspekte, historische Beispiele und Anfängerfehler in der Selbstversorgung werden angesprochen. Wie groß muss ein Selbstversorgergarten sein und wieviel Zeit kostet er?

Bei den vielen Pflanzenportraits ist mir vor allem aufgefallen, dass hier auch Arten beschrieben werden, die entweder in letzter Zeit selten in Gartenbüchern erwähnt worden, weil man sie lange Zeit fast gar nicht mehr angebaut hat oder eben auch interessante neue Sorten. Als Beispiele seien hier einfach mal der Neuseeländer Spinat, Asia-Salat oder auch Komatsuna erwähnt.
Trotz das sehr viele Pflanzen ihren Platz in diesem Buch gefunden haben, sind die einzelnen Portraits recht ausführlich. Die Beschreibungen sortenreicher Arten sind besonders lang und informativ gehalten.
Interessant finde ich auch, dass die Haltbarkeit des jeweiligen Saatgutes erwähnt wird, dass ist bei manchen Arten nämlich erstaunlich lange.

Besonders aufgefallen sind mir die eingearbeiten Erfahrungsberichte vieler verschiedener Menschen und nicht nur der Autorin selbst. Ähnlich wie Leserbriefe findet man so immer noch weitere Tipps oder auch Rezepte zu den vielen verschiedenen Themen.

Übersichtlichkeit und Buchaufbau

Die Orientierung innerhalb des Buches wird erleichtert, indem es in den Texten farbig markierte Schlagwörter gibt, zu denen auch weiterführende Seitenzahlen mit abgedruckt sind.

Das Buch ist reich bebildert, vor allem mit Farbfotografien, aber auch Zeichnungen. Was mir im Gemüseteil gefallen hat, waren die Fototafeln mit verschiedenen Sorten einer Gemüsegruppe /-art.

Da es ein Buch aus Österreich ist, werden oft die österreichischen Namen der verschiedenen Gemüse genutzt. Zum Beispiel Erdäpfel oder Paradeiser => Kartoffeln und Tomaten.
Doch im Register findet man beide Begriffe. Beim deutschen Begriff findet man dann jeweils einen Verweis zum Österreichischem.
Insgesamt stört die „Zweisprachigkeit“ nicht. Anfangs ist es vielleicht etwas ungewonht, da es aber auch nicht sooooo viele Wörter betrifft, kommt man ganz gut zurecht damit.

Infos zur Autorin und zum Buch

Andrea Heistinger, Agrarwissenschafterin, Gärtnerin und Autorin, veröffentlichte u.a. die Bestseller „Handbuch Samengärtnerei“ (2004), „Handbuch Bio-Gemüse“ (2010) und „Handbuch Bio-Balkongarten“ (2012). www.kulturpflanzenkonzepte.at
Arche Noah setzt sich seit über 20 Jahren für den Erhalt alter Kulturpflanzen und ihre Weiterentwicklung ein. Der Schaugarten in Schiltern bei Langenlois zeigt jährlich hunderte Sortenraritäten. www.arche-noah.at
Andrea Heistinger, Arche Noah
Das große Biogarten-Buch
624 Seiten, gebunden, mit über 1000 Abbildungen
EUR 39,90

Mein  Fazit

Dieses Buch wird mit Sicherheit eines derjenigen sein, die ich immer wieder zur Hand nehme. Inhaltlich bekomme ich dort genau das Praxis-Wissen vermittelt, was mir hilft meine persönlichen, theoretischen Vorstellungen vom natürlichem Gärtnern in die Tat umzusetzen.

Gerade für Nutzgartenneulinge hält dieses Buch unheimlich viele umsetzbare Beschreibungen bereit, aber auch Fortgeschrittene Gärtner werden hier sicherlich tiefergehende Tipps finden.

Ich hab mir jedenfalls schon eine Menge herrausgeschrieben und werde davon so viel wie möglich umsetzen. Wir gießen zum Beispiel anders, die Tomaten auf der Veranda werde ich mit Schnüren, statt Stangen befestigen und leiten…

Mir gefällt es und ich würde es auf jeden Fall weiter empfehlen.

5 comments for “Das große Biogarten-Buch

  1. 3. Juni 2013 at 12:31

    Es tut mir sehr leid das ich keinen eigenen Garten mehr habe… der Buchtipp ist toll!

    LG, Michaela

  2. 3. Juni 2013 at 12:53

    Ich hab schon zwei andere Arche Noah Bücher und bin von ihnen sehr begeistert.
    Vermutlich wiederholen sich die Inhalte aber irgenwann …

  3. 3. Juni 2013 at 23:19

    Arche Noah Bücher habe ich mir schon welche angeschaut. Sind wirklich interessant aufgebaut. So wie du dieses beschreibst, ist es tatsächlich empfehlenswert.
    LG Calendula

  4. 4. Juni 2013 at 10:50

    Herzlichen Dank für die ausführliche, liebevolle Vorstellung des Buches. In Deutschland ist es beim Ulmer Verlag erschienen.

  5. 12. Juni 2013 at 11:41

    Ich habe mir das Buch gleich mal bestellt. Bei dem guten Wetter im Moment kann man ja mal wieder im Garten aktiv sein. Slebst angebautes schmeckt sowieso immer gleich doppelt so gut!

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