Giersch (Aegopodium podagraria) – ein Teufelszeug?

Wer unfreiwillig Giersch im Garten hat, wird die Erfahrung gemacht haben, dass es unheimlich schwierig ist, das Zeug wieder los zu werden.
Aber was alles im Giersch drin steckt, dass wissen die wenigsten.

Giersch gehört zu der Familie der Doldenblütler. Die Pflanze ist unheimlich ausdauernd und kann 30-100cm hoch werden. Ein anderer Name für Giersch ist „Dreiblatt“, was auf die Anordnung der Blätter zurückzuführen ist. Da die Anordnung an einen Ziegenfuß erinnert, gibt es auch den Namen „Geißfuß“ für das Kraut.
Von Juni bis August blüht der Giersch mit 15-25strahligen, weißen Doldenblüten. Der Stängel sieht im Querschnitt dreieckig aus.

Blütendolde

Er bildet unterirdische Wurzelausläufer und wenn er blüht auch entsprechende Samen, um sich zu vermehren. Verbleibt nur ein kleines Wurzelstück im Boden, treibt der Giersch neu aus. Und genau hier liegt die Differenz zwischen Gärtner und Pflanze.

Giersch wieder los werden:

Strahlen der Blütendolde

Um der Gierschpopulation im Garten wieder Herr zu werden, sollte man einige Dinge beachten.

Man kann das Kraut samt Wurzln versuchen auszugraben und dadurch zu entfernen. Bei der Neuanlage von Beeten, ist das sicher auch sinnvoll. Jedoch muss beachtet werden, dass Giersch bis zu einem halben Meter tief wurzeln kann. Das heißt man müsste den Boden entsprechend tief gründlich von Gierschwurzeln säubern.

Gierschblatt => 3 x 3 Blätter, gezackter Rand

Diese Methode ist recht mühsam und es gibt keine 100%ige Erfolgsquote.
Unterstützend können Kartoffeln als Erstkultur angebaut werden. Die tiefwurzelnden Kartoffeln verdrängen den rest an Gierschwurzelrückständen.

Ist ein Beet bereits angelegt, fällt die Methode im Grunde weg. Wer gräbt schon ein angelegtes Beet einen halben Meter tief um?

Möchte man nun das Beet zurückerobern, mache ich das mit folgenden zwei Methoden:

1. Konsequent alle Blüten abreißen, damit sich das Kraut nicht auch noch aussamt und der Giersch wild im Garten verteilt wird.

2. Die Gierschblätter schneide ich oberirdisch ab. Die Wurzeln bleiben unberührt. Jedes Mal, wenn nämlich eine Wurzel vom Giersch maltretiert wird, reagiert dieser damit, viele neue Triebe zu produzieren. Bleiben die Wurzeln unberührt, git es maßgeblich weniger neue Triebe.
Wenn man das konsequent durchzieht, ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass der Giersch tatsächlich irgendwann mal aufgibt.
Positver Nebeneffekt der Methode: Da die Blätter wurzelfrei entfernt wurden, kann man diese bedenkenlos als Mulchmaterial auf die Beete aufbringen.

Nahaufnahme Stängel

Nun gut, es gibt auch eine dritte Methode: Freunde dich mit dem Giersch an und verwende ihn!

Der russische Ernährungswissenschaftler Koschtschejew bezeichnet den Giersch als eine der nützlichsten Speisepflanzen.

Zitat von heilendepflanzen.de

Giersch hat viele Inhaltsstoffe, wie z.B. Vitamin C, Kalium, ätherische Öle.
Er soll folgende Heilwirkungen haben:
beruhigend, harntreibend, harnsäurelösend, entwässernd, entzündungshemmend, blutreinigend, verdauungsanregeng und antirheumatisch

Durch die Inhaltsstoffe ist der Giersch ein wunderbares Wildgemüse. Probier z.B. mal die Wildkräuter-Rolle. Ältere Blätter eigenen sich geschmacklich als Petersilienersatz.
Junge Blätter sind roh hervorragend für Salate geeignet. Man kan sie aber auch wie Spinat zubereiten.

Die Blätter können von April bis Juli geerntet werden. Die Stiele nicht unbedingt mitverarbeiten. Je älter die Pflanze, desto bitterer die Stiele.

WICHTIG:
Giersch kann mit anderen Doldenblütlern verwechselt werden. Zum Beispiel mit dem geflecktem Schierling. Beim Sammeln also unbedingt auf alle relavanten Merkmale achten!

Zum Abschluss ein wirklich sehr lesenswerter Link: www.heilendepflanzen.de

3 Kommentare für “Giersch (Aegopodium podagraria) – ein Teufelszeug?

  1. 7. Juni 2012 at 12:58

    Hi,
    ich habe ihn nicht im Garten, das ist okay für mich 😉 Aber ich habe gehört dass man ihn auch mit Hilfe von Hühnern sehr gut in Schach halten kann, weil die, wenn längere Zeit auf der Fläche gelassen, so gründlich alles wegfuttern, dass er kaum eine Überlebenschance hat.
    Ansonsten – selbst essen ist schon ein guter Tipp…

    Grüße

  2. 7. Juni 2012 at 13:17

    Giersch-Samen(Früchte) kann man trocknen und als Gewürz nutzen. Blüten als Deko im Tortenguss oder Streublumen über dem Salat. Ausgerupften Giersch verjauchen als Dünger.
    Giersch ist mein Freund ;).
    Bin eh zu faul ihn auszurotten

  3. 7. Juni 2012 at 21:52

    Genau Teufelszeug liebe Annika, wir werden es nie los, aber wie du schreibst, soll man nicht an die Wurzeln, das werde ich ab jetzt machen, ich habe es ausgegraben, doch ich werde es nicht los, also werde ich es nur noch abschneiden und gut!
    Liebe Grüße Olivia

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