alle Beiträge mit Schlagwort \" Unkraut \" anzeigen

Giersch (Aegopodium podagraria) – ein Teufelszeug?

Wer unfreiwillig Giersch im Garten hat, wird die Erfahrung gemacht haben, dass es unheimlich schwierig ist, das Zeug wieder los zu werden.
Aber was alles im Giersch drin steckt, dass wissen die wenigsten.

Giersch gehört zu der Familie der Doldenblütler. Die Pflanze ist unheimlich ausdauernd und kann 30-100cm hoch werden. Ein anderer Name für Giersch ist „Dreiblatt“, was auf die Anordnung der Blätter zurückzuführen ist. Da die Anordnung an einen Ziegenfuß erinnert, gibt es auch den Namen „Geißfuß“ für das Kraut.
Von Juni bis August blüht der Giersch mit 15-25strahligen, weißen Doldenblüten. Der Stängel sieht im Querschnitt dreieckig aus.

Probiers mal mit Gemütlichkeit…

Salat und Ringelblumen auf dem Fukuoka-Feld

In diesem Jahr läuft bei uns im Garten schon vieles strukturierter ab und wir genießen da Wissen und die Erfahrungen der letzten zwei super intensiven Gartenjahre.
Wir haben zwar noch lange nicht ausgelernt, aber das hat man im Garten wohl nie.

Eine besonders wichtige Erkenntnis für uns ist es, dass wir vieles einfach geschehen lassen. Im Winter habe ich noch einen konkreten Plan geschrieben, was ich in diesem Jahr wie und wo anbauen und aussäen möchte.

Doch vieles kam dann anders als gedacht….


Da waren z.B. die vielen Sorten aus dem Tauschpaket, die ich im Winter gar nicht in den Plan einbezogen habe, weil ich sie bis dahin gar nicht auf dem Schirm hatte. Von einigen Sorten aus dem Plan haben wir wiederrum gar kein Saatgut gehabt. Also wurden schonmal ein Teil des Winterplanes verworfen. Allerdings im positivem Sinne. Es ist ja nicht so, dass wir nun weniger Auswahl hätten. Es ist nur eine andere.

Und dann war da noch der Garten selbst, der auf sein Mitbestimmungsrecht pochte und wir haben beschlossen ihn gewähren zu lassen. 😉

Da ich ja vieles im Garten bis zur Samenbildung stehen lasse, hat sich nämlich eine ganze Menge selbst ausgesät und ist nun ohne unser Zutun da und teilweise sogar schon erntereif.
Vom Neuseeländer Spinat hab ich das gesammelte Saatgut z.B.falsch gelagert. Es ist mir verschimmelt. „So ein Mist!“ dachte ich noch, der hat uns so gut geschmeckt und war so pflegeleicht. Und nun?
Tja er hat sich 100fach selbst ausgesät im Garten und ich habe schon einige Pflanzen an die Nachbarn verschenkt.
Der Schneckenschreck „Jungfer im Grünen“ hat sich ebenfalls massenhaft selbst ausgesät. Wunderbar, brauch ich mich auch nicht weiter drum kümmern.

Besonders interessant wurde es rund um unseren Kompost und auf dem großen Beet zwischen den Pflaumenbäumen. Hier haben sich neben Ringel- und Sonnenblumen fünf verschiedene Salatsorten selbst angesiedelt. Ebenso ein paar Tomatenpflanzen.

Salat, vom Kompost verpflanzt + selbst Aufgelaufenes

Was um den Kompost gewachsen ist, habe ich teilweise verpflanzt, da wir es sonst sicherlich irgendwann plattgetreten hätten. Schließlich muss ich öfters mal an den Kompost ran…
Das Beet hab ich so gelassen, wie es war. Eigentlich lag hier zwar auch ein konkreter Plan vor, aber den hab ich nun komplett verworfen.
Im Tauschpaket war nämlich noch eine sogenannte „Fukuoka-Mischung“, von der ich mir einen Teil genommen habe.
Da musste ich auch erstmal im www nachschauen, was das überhaupt ist. Dieser interessante Link hat mich aber aufgeklärt. Da auf dem Beet ja sowieso eine wilde eigene Mischung einfach so vor sich hinwächst, habe ich das Fukuoka-Saatgut einfach dazwischen geschmissen.
Außerdem haben wir eine Mulchschicht aus wurzel- und samenfreien „Un“kraut aufgebracht und überlassen es nun tatsächlich sich selbst. Naja, bewässern müssen wir bei dem trockenem Wetter schon noch. Doch es tut sich bereits was. Bin gespannt, wie sich dieses Gartenstück entwickeln wird.

wilde Malve

Dann gab es da noch die Pflanzen im Garten, die ich im letzten Jahr ausgesät hatte, aber wo wir im Grunde Null komma Null Ernte hatten. Die „grüne Melde“ entpuppte sich als „wilde Malve“ und ist in diesem Jahr richtig groß und üppig geworden. Sie blüht fleißig und liefert uns die Grundlage für einen schönen Malvenblütentee. Die Weinraute wurde im letzten Jahr nur wenige Zentimeter groß, aber sie hat tatsächlich den Winter überlebt und ist nun richtig buschig gewachsen. Ebenso der Anis-Ysop.
Der Knolauch, der sich im letzten Jahr irgendwie selbst angesiedelt hatte, hat sich ebenfalls prächtig etwickelt und wir haben auch hier ohne unser Zutun eine erstaunliche Menge im Garten.

Ja und zu guter Letzt sind da noch die vielen Wildpflanzen, die einige gerne auch als UNkräuter bezeichnen.
Es gibt da zwei, drei Sorten, die entferne ich auch konsequent. Da sie sich tatsächlich um die Kulturpflanzen schlingen und sie rücksichtslos verdrängen oder sich unkontrolliert ausbreiten und ohne Einschreiten auch den Garten für sich allein beanspruchen würden.
Das meiste an „Un“kräutern bleibt aber stehen. Es blüht meistenteils recht hübsch und lässt sich, wenn es notwendig wird, sehr einfach entfernen und dann gleich wieder als Mulchmaterial verwenden.
Bei den Nachtkerzen hab ich nachgeholfen, davon hab ich letztes Jahr einfach die Samen an verschiedene Stellen im Garten geworfen. Aber z.B. Herr Gundermann kam von ganz alleine. Total hübsch hat er im April geblüht. Hab erst überlegt, ob es eine Art Taubnessel ist, aber die Blüten waren halt mehr blau als violett und die Blätterwaren auch anders.
Tja und was soll ich sagen: Das Kraut ist lecker und vor allem hat es mir bei meiner Kieferentzündung richtig weitergeholfen. Im Internet hab ich gelesen, dass Gundermann gegen Eiter helfen soll. Hmmm… Okay, da die apothekenpfichtgen Chemiekeulen nur bedingt geholfen haben, wollte ich zumindest mal ausprobieren ob es funktioniert. 2-3 mal am tag hab ich ein paar Blätter etwas durchgekaut und in die betroffene Wange gestopft. Jeweils für ca.eine halbe Stunde…. Und das hat bei mir wirklich funktioniert. Deshalb werde ich dem Herrn Gundermann auch ganz gewiss noch einen eigenen Beitrag widmen.

Wie ihr in dem Bericht lesen könnt, kommt man mit Gelassenheit doch ganz gut zurecht im Garten. Ein bisschen „laissez faire“ und viele Dinge regeln und unterstützen sich selbst. Das gilt nicht nur, aber meiner Meinung nach vor allem in der Natur.
Ich finde das toll!

(Teil 4) natürliche Mittel statt Chemie: Pflanzenschutz vom Wegesrand

Selbst gemachte Pflanzenschutzmittel aus der Natur möchte ich euch in diesem Teil der kleinen Serie vorstellen.Es gibt viele Kräuter in der Natur, aus der sich hervorragende Pflanzenschutzmittel herstellen lassen. Am bekanntesten ist wohl die Brennnessel-Jauche.Aber es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten, seine Pflanzen im Garten zu stärken und vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen.Zunächst aber möchte ich die 4 Grundarten zur Herstellung solcher Mittel vorstellen:AuszügeBei Auszügen werden die gesammelten Pflanzenteile mit Regenwasser oder abgestandenem Wasser übergossen und für 1-2 Tage stehen gelassen. Danach durch ein Sieb gießen und schon ist der Auszug gebrauchsfertig. Wichtig bei Auszügen ist, dass die Gärung der Pflanzen noch nichteingesetzt hat.TeesFür Tee werden die frischen oder getrockneten Pflanzenteile mit kochendem Wasser übergossen. Dann abgekühlt durchsieben und nutzen.BrühenEine Brühe wird in mehreren Arbeitsschritten hergestellt. Zunächst werden die Pflanzenteile in Wasser 24 Stunden eingeweicht. Anschließend wird dieser Auszug 20 Minuten im geschlossenen Topf gekocht. Zum Schluss im geschlossenem Topf abkühlen lassen und absieben.JauchenFür das Ansetzen von Jauchen braucht man am meisten Geduld. Das Grundrezept ist 1kg frische oder 100-150g getrocknete Pflanzenteile mit 10 l Regenwasser übergießen. Wichtig ist, dass man ein Holz- oder Kunststofffass benutzt, keinesfalls eins aus Metall. Die Pflanzen müssen vom Wasser bedeckt sein. Das Fass an einem sonnigem Ort aufstellen und mit einem durchlöchertem Deckel oder Sie von oben abdecken.Nun heißt es warten: Nach 2-3Wochen ist die gewünschte Gärung abgeschlossen und die Jauche kann durchgesiebt und verdünnt verwendet werden. Das Mischverhältnis zwischen Jauche und Wasser sollte ca. 1 zu 10 sein.Nun ein paar Pflanzen aus denen sich Pflanzenschutzmittel für den Garten herstellen lassen:BrennnesselEine Jauche aus dieser Pflanze (Verdünnung 1:20) kann dem Gießwasser zugefügt werden und regt das Wachstumund die Bildung von Chlorophyll an. Sie sollte nicht bei Hülsenfrüchten und Zwiebelpflanzen angewendet werden.Ein Auszug aus Brennnesseln kann dagegen unverdünnt auf von Blattläusen befallene Pflanzen gesprüht werden. Hierzu einen Auszug aus 1 kg und 5 l Wasser ansetzen.BeinwellEin Beinwell-Tee kann zur Verbesserung von Kompost verwendet werden.Eine Jauche hingegen wird dem Gießwasser zugefügt und stärkt die Pflanzen und verbessert den Boden. Es handelt sich hierbei um einen natürlichen Kalium-Dünger.Farnkraut (Adlerfarn, Wurmfarn)Eine verdünnte Jauche ergibt einen Kaliumdünger, unverdünnt kann man Pflanzen, die von Blatt-, Blut- und/oder Schildläusen befallen sind, einsprühen.Aber auch eine unverdünnte Brühe kann gegen die Läusegespritzt werden.Knoblauch & ZwiebelnEine Jauche, die zu gleichen Teilen aus Knoblauch und Zwiebeln (Schalen und Blätter) angesetzt wurde, kann man verdünnt auf Böden in Gemüsebeeten und um Obstbäume gießen. Dort hilft sie bei der Bekämpfung von Milben und Pilzkrankheiten.Ein Auszug aus 75g gehacktem Knoblauch und 10l Wasser kann zum direkten Besprühen betroffener Pflanzen bei Pilzkrankheiten, Blattläusen und Milben eingesetzt werden.Zinnkraut / AckerschachtelhalmEine Brühe aus 1kg Kraut und 10l Wasser ansetzen. 1:5 verdünnt bei sonnigem Wetter vormittags gegen Pilzkrankheiten auf betroffenen Pflanzen spritzen.Bei Tomaten wirkt es sehr gut vorbeugend gegen die gefürchtete Kraut- und Braunfäule.HolunderEinen Auszug aus 1kg Blüten und Blätter und 10l Wasser herstellen. Anschließend 1:5 verdünnt benutzen um Erdraupen und Kohlweißlingsraupen im Schach zu halten.TomatenWer Tomaten anbaut geizt i.d.R. sowie immer mal wieder die Pflanzen aus. Aus diesen Blättern lässt sich ein Auszug herstellen, der unverdünnt auf Kohlpflanzen gegossen werden kann. Er hilft wunderbar gegen Kohlweißlinge.Der Auszug ist schnell gebrauchsfertig: 200g Pflanzen mit 5l Wasser übergießen und nur 2-3 Stunden ziehen lassen.KamilleKamillentee tut nicht nur uns selbst gut. Ein Tee aus 10l Wasser und 50g Blüten trägt zur Kräftigung der Pflanzen und zur Verbesserung von Kompost bei.Aus dem getrocknetem Kraut lässt sich auch eine Brühe mit dem gleichen Effekten ansetzen. Dazu ca. 50g Kraut mit 10 l Wasser verarbeiten.