von ersten Fortschritten und selbst gemachten Beeteinfassungen

Es geht voran mit unserem neuen Garten, bzw. Beet. Hier ein paar neue Eindrücke:

Der Gemüsegarten ist nicht ganz zur Hälfte fertig. Auf den vorderen beiden Beeten sind erste Aussaaten getätigt. Die hinteren beiden müssen noch bearbeitet werden.

Auf einem Teil möchte ich in diesem Jahr definitiv Kartoffeln anbauen, da sie den Boden gut für die kommende Saison vorbereiten. Eigentlich wäre das nicht verkehrt das auf allen vier Teilen zu machen. Aber mich juckt es so in den Fingern, Salat, Bohnen, Radieschen und Co endlich wieder frisch ernten und essen zu können, dass ich es einfach versuche, direkt auf dem frisch angelegtem Beet anzubauen.

Neben zahlreichen Regenwürmern waren diese zwei unsere ersten tierischen Besucher im neuen Garten. Das Rotkehlchen flog von einem Aussichtspunkt zum Nächsten und schien uns wirklich interessiert bei der Arbeit zu beobachten.
Und warum habe ich mich über die erste Nacktschnecke des Jahrs so gefreut? Ganz einfach, weil es sich da um einen jungen Tigerschnegel handelt. Diese Nacktschnecken ernähren sich eher selten von frischem Grün, sondern sind auf räuberischer Jagd. Sie erbeuten und fressen nämlich genau die anderen Nacktschnecken, die des Nachts einen halben Garten verspeisen. Also: Sei herzlich Willkommen kleiner Tigerschnegel!

 

Auf meinem Blumenbeet tut sich so langsam was. Neben den blühend gepflanzten Blumen, zeigt sich so langsam, was bisher eher unter der Erde verborgen war. Stauden und Zwiebelblüher erkämpfen sich den Weg ans Licht:

 

Flechtzäune und andere natürliche Beeteinfassungen

Heute will ich nochmal näher auf meine Beeteinfassungen eingehen, zum einen weil ich da erste Fortschritte habe und zweitens ein paar Fragen zum ersten Teil „einen Garten anlegen“ gestellt wurden.

sehr simpel: Äste und Stämme als Abgrenzung

Die Beeteinfassungen vom Blumen- und vom Kräuterbeet habe ich ja mit dicken Ästen und Stämmen gemacht, die beim Schnitt der Obstbäume angefallen sind. Da hatte sich einiges angesammtelt und so hatte ich genügend Auswahl, die passenden Stücke zu finden, ohne großartig Sägen oder Schneiden zu müssen.

Wenn du so eine Beeteinfassung auch gerne machen möchtest, aber nicht genügend Material hast: Frag deine Gartennachbarn oder mach einen entsprechenden Aushang im Supermarkt oder einer Kleingartenanlage. Viele freuen sich, wenn sie das Schnittgut los werden.

Bei der Auswahl der Äste habe ich im wesentlichen auf diese simplen Merkmale geachtet:

  • Wie hoch soll die Beeteinfassung sein? Je höher, desto dicker muss der Ast / Stamm sein.
  • Wie lang sind die Seiten der Beete? Wie viele Meter Beeteinfassung werden in welchen Teilstücken gebraucht?
  • Die ausgewählten Äste sollten annähernd gleich dick sein, wegen der Ecken und Übergänge zueinander.
  • Hübsch soll es sein! Und schön ist, was gefällt. Ich fand die Äste mit den Flechten besonders schön, weil sie gleich etwas Farbe mitgebracht haben.

Das war schon fast der schwierigste Teil der ganzen Aufgabe. Gut, jetzt müssen die ausgewählten Stämme zum Beet geschleppt werden. Körperlich ist wohl eher das der schwierigste Teil… 😉

Für die Äste habe ich jeweils am Beetrand eine Furche ausgebuddelt, die so breit war, dass die Äste gerade darin liegen konnten und so ihren Halt fanden. Da Stämme und Äste in den seltensten Fällen schnurgerade und exakt gleich dick an allen Stellen sind, ergeben sich beim Auslegen Hohlräume zwischen Holz und Boden.
Diese hab ich mit Graswurzeln und Erde ausgestopft, die beim Anlegen des neuen Beetes angefallen sind.
Vorne zum Ende des Hangs, habe ich mit einigen Steinen einen Übergang von zwei Ästen kaschiert und gleichzeitig etwas mehr Halt geschaffen. Indem ich einen größeren Hohlraum durch eine stärkere Krümmung des Astes mit Steinen und Erde unterfüttert habe.

So kann man eben auch kreativ mit eventuellen Krümmungen arbeiten, statt sich zu ärgern, dass der Ast nicht gerade ist.

Die vordere Kante der Beeteinfassung haben wir Moos abgedeckt und dekoriert. Sah gleich ganz anders aus. Richtig eingewachsen und irgendwie „schon immer da“. Leider kratzt der Nachbarkater das Moos immer wieder gerne da weg.

Ja, mehr ist es eigentlich nicht gewesen. Einfach nur Äste ums Beet gelegt. Mir gefällt’s:

Flechtzäune als Beeteinfassung

Material ist wieder Holz, aber die Ansprüche sind dieses Mal ganz anders, als bei der Beeteinfassung oben. Dieses Mal brauchen wir stabile Pfosten und biegsame Zweige, die sich eben auch einflechten lassen.

Dafür eignen sich vor allem Weiden, aber z.B. auch Flieder, Haselnuss oder Hartriegel. Ich hatte das Glück und durfte auf einem Grundstück meines Vermieters Weiden schneiden. Ansonsten einfach mal die Augen nach Kopfweiden offen halten und versuchen herrauszufinden, wem sie gehören, z.B. als Straßenbäume der Gemeinde oder am Feldrand einem Bauern? Beim Schnitt der Kopfweiden fällt massig ideales Flechtmaterial an.

Die Pfosten habe ich nicht aus Weiden sondern aus Kirschästen gemacht, da ich nicht wollte, dass der Zaun anwächst. Das ist mir schonmal passiert. Geht bei Weiden super schnell, wenn sie frisch geschnitten sind. Das kann ja auch gewollt sein: Lebende Weidenzäune finde ich auch wirklich reizvoll, aber das ist ein anderes Thema.
Zurück zur Beeteinfassung:

Die Pfosten aus ca. 3-5cm dicken Kirschästen habe ich mir auf ca. 50-60cm Länge zurecht geschnitten und etwa zu ein Drittel im Boden versenkt. Die Erde um die Pfosten herrum gut einschlämmen und festtreten.
Entlang der Beetkannte habe ich ca. alle 30cm einen Pfosten so gesteckt und anschließend die Weidenzweige eingeflochten. Immer vor einem Pfosten anfangen, beim nächsten dahinter lang, dann wieder davor usw. Den nächsten Zweig dann entgegengesetzt einflechten, so dass „davor“ & „dahinter“ dieses mal vertauscht sind. Je mehr Weidenzweige eingeflochten werden umso mehr Stabilität entsteht.

Ich dachte am Anfang, „Himmel, das hält ja gar nicht….“ War in sich irgendwie wackelig. Aber nach der dritten, vierten Bahn eingeflochtener Weide, entsteht soviel Spannung, dass der Zaun ordentlich fest steht.

Zum Schluss habe ich noch die Weiden an den Zaunenden eingekürzt. Und die Zweige nochmal ein bisschen ausgerichtet. Das war es schon.

Hier findest du alle Beiträge über das Anlegen dieses Gartens:

Teil 1 – von Vorlieben und Vorbereitungen für den (neuen) Garten

Teil 2 – auf dieser Seite bis du gerade ! 🙂

…. mehr folgt demnächst!

3 Kommentare für “von ersten Fortschritten und selbst gemachten Beeteinfassungen

  1. 30. März 2017 at 08:34

    Na, da bin ich mal gespannt wie es dann aussieht wenn dein Gemüse „durchschaut“ und du letztendlich ernten kannst. Frischer geht es ja wirklich nicht als aus dem eigenen Garten. Mit so Ästen und Stämmen habe ich unten auch schon mal gemacht, aber es ist mir dann zu schnell reingewachsen bzw. war beim Rasen mähen immer zuviel Arbeit. Somit sind sie nach und nach wieder zu Brennholz verarbeitet worden 😉 Schön sieht es dennoch aus und besonders klasse finde ich den Flechtzaun. Will ich auch mal ausprobieren. Mal sehen was ich dann hier dafür nehme.

    Weiterhin viel Freude mit dem Garten und ganz liebe Grüsse

    N☼va

  2. 3. April 2017 at 20:25

    Wow, das sieht toll aus. Richtig urig.
    Dem einen oder anderen Tigerschnegel bin ich dieses Jahr auch schon begegnet und gleich ein paar Rindenstücke verteilt, unter denen die sich gerne verstecken. 🙂

  3. 6. April 2017 at 02:22

    Liebe Annika,
    das sieht aber schon mächtig gut bei Dir aus!!! Tolle Fortschritte habt Ihr gemacht. Jetzt bin ich gespannt auf das Auflaufen der Saat und die weitere Entwicklung in Deinem Nutzgarten. Es macht soooo viel Freude mal eben kurz nach draußen in den Garten zu gehen um Gemüse, Salat, Radieschen und ähnliches ganz frisch zu ernten…Ich wünsche Dir recht viel Erfolg dabei!
    Alles Liebe
    Heidi

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