gewöhnliche Vogelmiere – Stellaria media

Die Vogelmiere ist auf der einen Seite eine recht unscheinbare Pflanze. Sie ist weder hoch, noch hat sie besonders große Blüten. Auf der anderen Seite ist es für mich eine der faszinierendsten Wildpflanzen überhaupt.Warum das so ist, erfahrt in diesem Pflanzenportrait.

Viele werden die Vogelmiere wohl zumindest  vom Sehen her kennen. In Gärten wird sie meist als lästiges Unkraut verkannt.

Allgemein

Die Vogelmiere ist auch als Vogel-Sternmiere, Hühner- , Gänse- oder Vogelkraut bekannt. Auch hinter der Bezeichnung „Hühnerdarm“ versteckt sich diese Wildpflanze. Die Namen zeigen schon mal eine Verwendung auf. Nämlich im Bereich von Geflügel / Vögeln. Dazu später mehr.

Vogelmiere kommt im gemäßigten Klima auf der ganzen Welt vor. Sie ist äußerst anpassungsfähig.

Merkmale

Die Pflanze besitzt eine lange Pfahlwurzel. Die Blätter kommen rosettenförmig aus der Erde und sind länglich und gezähnt.Die Blütenstiele wachsen aus den Blattachseln empor. Sie sind hohl und haben wie alle Pflanzenteile einen weißen Milchsaft in sich. Dieser kann bei empfindelichen Personen Hautreizungen verursachen.

Auf dem Stengel trohnt eine einzige Knospe, die leuchtend gelb und strahlenförmig mit 20 – 150 Zungenblüten (Blüttenblättern) erblüht.

Löwenzahn vermehrt sich über seine Wurzeln, aber vor allem über seine besonders flugbegabten Samenstände, die wir als Pusteblume bezeichnen und nicht nur als Kind gerne durch die Luft tanzen lassen.

Löwenzahn ist in der Regel 30-40cm hoch. Wobei sich der Löwenzahn nicht unbedingt an Regeln hält.
Sicher ist euch auch schon aufgefallen, verschiedene Löwenzahnpflanzen unterschiedlich stark gezackte Blätter haben können. Bei genauerem Hinsehen kann man das sogar an einer einizelnen Pflanze sehen. Das liegt u.a. an der Niederschlagsmenge und dem Standort der Pflanze.

Standort

Der Löwenzahn ist recht anspruchslos und findet eigentlich überall eine Lücke in der er wächst.Ob sonnig oder halbschattig. Auf Wiesen, an Wegrändern oder in kleinsten Mauerritzen. Nur zu feucht mag er es nicht.

Kennt ihr den Vorspann der Kinderserie “Löwenzahn”? Das und ein anderes Video findet ihr am Beitragsende.

Löwenzahn als Heilpflanze

Zu den wichtigen Inhaltsstoffen zählen Bitterstoffe, Cholin, Kalium und Inulin. Außerdem enthält er verschiendene Vitamine und Mineralstoffe.

Die Bitterstoffe regen die Gallensaftproduktion an. Der Löwenzahn findet durchaus medizinische Anwendung bei Gallenerkrankungen.Doch bei Gallensteinen oder einem Gallenverschluss sollte man Löwenzahn auf keinen Fall  verwenden!

Das enthaltene Cholin unterstützt unsere Leber bei der Entgiftung. Außerdem regt es die Darmbewegung an, was für eine gesunde Verdauung sorgt.

Der hohe Kaliumgehaltsteigert die Harnausscheidung. In Frankreich nennt man die Pflanze Pissenlit, was übersetzt “Piss-ins-Bett” heißt und seine harntreibende Wirkung doch recht deutlich macht.;-)

Inulin pflegt und nährt die Darmflora. Es sitzt vor allem in der langen Pfahlwurzel.

Die Heilkraft von Löwenzahn wird sowohl in der Schul- und Volks- und chinesischen Medizin, sowie in der Phytotherapie und Homöopathie genutzt.

Den Löwenzahn bzw. seine Blüten und Blätter kann man für eine entschlackende Frühjahrskur nutzen. Am einfachsten indem man die frisch geernteten Pflanzenteile leckeren Smoothies oder Salaten beimischt.
Da der Löwenzahn eine sehr hohe Wirkung hat, sollten unerfahrende Menschen nur einige Blätter oder Blüten auf einmal verwenden und keine eigenen Experimente durchführen.

Löwenzahn in der Küche

Auch in der Küche sollte man den Löwenzahn nicht in übertriebenen Mengen einsetzen!

Der Geschmack von Löwenzahn ist leicht bis stark bitter. Wie bitter hängt von der Größe der Pflanze ab. Je kleiner und jünger, desto milder. Man kann die Blätter einer Löwenzahnrosette zum Bleichen ähnlich wie Endivien zusammenbinden, dann sollen sie besonders mild schmecken.

Die jungen Blätter und Blüten kann man unzerkleinert als Rohkost essen und sie z.B. Salaten beimengen.
Aus den ungeöffneten Knospen lässt sich ein Kapernersatz herstellen oder man dünstet sie ähnlich wie Pilze und erhält ein leckeres Gemüse.
Aus den frisch geöffneten Blüten lässt sich ein toller – sogar veganer – Honigersatz herstellen. (Beschreibung folgt)

Früher wurde in Notzeiten aus den getrockenten Wurzeln des Löwenzahns ein Kaffeeersatz hergestellt.

Wann wird was geerntet?

Blätter sollte man sammeln, bevor die Pflanze Blüten und Knospen gebildet hat. In milden Wintern stehen einem die Blätter sehr früh zur Verfügung.

Die Hauptblütezeit ist beim Löwenzahn von April bis Juni. Auch wenn man ihn je nach Witterung immer irgendwo erblicken kann, solang nur kein Frost herrscht. In dieser Zeit sollte man nur die Knospen und Blüten verwenden. Die Blätter sind nun zu bitter.

Im Herbst kann man die Wurzeln ausgraben und für Kaffeeersatz trocknen.

Zum Schluss

Da er wirklich sehr häufig vorkommt, muss man ihn heute nicht gezielt im Garten anbauen, um in den Genuss seiner Vorzüge zu kommen. Bei all den Nutzungsmöglichkeiten die sich bieten, sollte man ihn andersrum auch nicht wie einen Feind bekämpfen, wenn er sich im Garten ansiedelt.

Ein alter Brauchtum sagt, dass wer alle Samen der Pusteblume auf einmal fortbläst, ist ein Glückskind oder ein Engel.
Auch die Färbung des danach blanken Fruchtbodens wurde früher interpretiert: Weiß deutete auf den Himmel, schwarz auf die Hölle und ein gefleckter Boden auf das Fegefeuer.

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