Adebars Frühstück oder warum Feuchtwiesen wichtig sind

Auf meinem Morgenspaziergang konnte ich zusammen mit meiner Tochter einen Storch beim Frühstück beobachten. Kennt ihr das Kinderlied „Auf unsrer Wiese gehet was, wartet durch die Sümpfe…“ Ja, genau deswegen haben wir das Glück, solche Begegnungen bei uns in der Umgebung erleben zu dürfen. 


Die Wiese auf der Adebar da unterwegs ist, liegt direkt hinter dem Dorf. Sie ist umgeben von Gräben und es gibt immer mal wieder Überflutungen, wie ihr sie auf dem Bild sehen könnt. Und genau auf solchen Wiesen findet der Weißstorch die Nahrung, die er mag. Frösche, kleine Reptilien, Mäuse, Insekten…

Durch die Trockenlegeung der Landschaft, ist das Buffet mancherorts für ihn nicht mehr sehr reichhaltig gedeckt. Kein Wunder also, dass er heutzutage weitaus seltener zu sehen ist, als es vor einigen Jahrzehnten noch der Fall war.

Feuchtwiesen, was ist das?

Das sind Wiesen, die durch Grundwasser oder zeitweise Überschwemmungen beeinflusst werden. Sie sind gehölzfrei und gelten als halbnatürliche Biotope. Halbnatürlich deshalb, weil erst die Mahd oder Beweidung sie zu dem macht, was sie ist. Und dennoch zählen genau diese Wiesen in Mitteleuropa zu den artenreichsten Biotopen.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts werden solche Landschaftsjuwele jedoch zunehmend entwässert und durch jede Menge Dünger in Fettwiesen umgewandelt. Auf Fettwiesen kommen nur sehr wenige Arten vor. Öologisch ist der Wert von Fettwiesen deutlich geringer als der von Feuchtwiesen.


Hier bei uns in der Elbtalaue gibt es ungefähr 500 Brutpaare, die ab Ende März aus dem Süden zurück kommen. Das ist der Landschaftsstruktur geschuldet. Durch das Naturschutz-Großprojekt „Deichrückverlegung“ sind weitere Feuchtwiesen und Auenlandschaft entstanden. Das gefällt natürlich auch dem Adebar.

 

EDIT: Für alle die das Kinderlied nicht kennen, hier ist:

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5 Kommentare für “Adebars Frühstück oder warum Feuchtwiesen wichtig sind

  1. 8. April 2018 at 18:12

    Liebe Annika,

    toll, wie Du den Storch bei seinem Frühstück festgehalten. Da schaue ich etwas neidvoll. So etwas habe ich leider hier nicht in meiner Nähe und da ich kein Auto habe, ist es eben auch nicht so einfach, mal irgendwohin zu fahren.

    Vielen Dank für Dein Lob und Dein Weiterempfehlen. Wobei ich natürlich auch nicht immer 100%ig sicher bin, ob ich mit meiner Bestimmung richtig liege. Gerade bei dieser Tramete habe ich lange gebraucht. Es gibt da ja einige Baumpilze und die sehen sich alle so ähnlich. Also wenn ich mal falsch liege, immer melden. Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
    Manchmal stelle ich auch Bilder ins Naturforum und hole mir dort Rat, wenn ich über meine Bücher oder Internet nicht fündig werde.
    Diese Sache hat sich so im Laufe der Zeit entwickelt. Meinen alten Blog habe ich ja aufgegeben, weil mich das mit den ganzen Projekten einfach nicht mehr befriedigt hat. Ich wollte einfach noch einmal etwas anders machen, vorallem dann, wenn ich Lust habe und nicht, wenn irgendein Termin ansteht. Jetzt macht mir das Fotografieren, aber auch das Bloggen wieder Spaß.
    Im vergangenen Jahr habe ich mich natürlich viel auf der IGA herumgetrieben, dann über den Winter eine Pause eingelegt. Mit den fehlenden Motiven hat auch die Lust gefehlt. Jetzt geht es wieder los und es macht wirklich Spaß, sich intensiver mit all den Sachen zu beschäftigen, die die Natur so zu bieten hat. Dabei sollen natürlich auch immer schöne Fotos entstehen.

    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche.

    Liebe Grüße
    Jutta

  2. 9. April 2018 at 05:18

    Ne, das Lied kenne ich nicht und gehe gleich mal gucken, aber ich kann mir gut vorstellen wie schön es ist wenn man solche Beobachtungen machen kann. Echt klasse!!!

    Dir einen schönen Wochenstart und viele Grüsse

    N☼va

  3. 9. April 2018 at 10:20

    Hallo Annika,
    schön, das es bei Euch noch Feuchtwiesen gibt. Hier gibt es nur noch einige wenige davon in einem Schutzgebiet. Wenn ich morgens mit dem Rad durch die Wiesen fahren, sehe ich Herrn Adebar oft durch das Grün staksen auf der Suche nach Nahrung. Frau Adebar wärmt derweil auf dem Horst die Eier 🙂
    Liebe Grüße
    Karen

  4. 9. April 2018 at 20:19

    …schön, wenn man sie so nah beobachten kann, liebe Annika,
    wir müssen dafür immer ein Stück bis in die Rheinauen fahren…natürlich kenne ich das Lied,

    liebe Grüße Birgitt

  5. 12. April 2018 at 17:27

    Liebe Annika,
    beim Anblick deiner Fotos kommen Kindheitserinnerungen auf. Ich habe in Norddeutschland gewohnt und uns gegenüber auf dem Dach wohnte ein Storchenpaar, o was haben wir uns gefreut wenn der Storch im Frühjahr wieder im Lande war. Oftmals haben wir bange gefragt, ob ers wohl geschafft hat diese lange Tour bis in den Süden. Das Kinderlied wurde natürlich sofort angestimmt, du merkst, ich komme ins Schwärmen. Bei uns im Dorf gibt es auch ein Storchennest, die Kirche hat sich das Storchenpaar ausgesucht, da können es auch alle gleich sehen und natürlich auch hören.
    Lieber Gruß
    von Edith

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