Frischer als vom Bäcker

… geht es nur, wenn du dein Brot selbst backst. Wir sind jetzt seit einiger Zeit darauf umgestiegen unser Brot selbst herzustellen. Dabei haben wir festgestellt, dass es gar nicht so schwer ist und auch wenig Zeit in Anspruch nimmt.
Das Herstellen eines Brotteiges nimmt ungefähr 10 Minuten in Anspruch, danach musst du erstmal ein paar Stunden nichts tun. Und alle weiteren Arbeitsschritte kann man nahezu zwischendurch erledigen.
Ein guter Freund von mir ist gelernter Bäcker und hat mir ein paar Tipps gegeben. Zum Beispiel, dass Brot zunächst 10-15 Minuten bei sehr hoher Temperatur backen, danach die Temperatur für die restliche Backzeit runter regulieren.
Je nachdem wie knusprig das Brot von außen werden soll, ein- oder mehrmals  einen kleinen Schluck Wasser in den Heißen Backofen kippen.
Bis jetzt haben wir die Brote alle aus Hefeteig gebacken, aber auch ein Sauerteig ist bereits angesetzt. Der Sauerteig ist an sich auch eine stressfreie Sache für zwischendurch.
Für Sauerteig brauchst du: ein großes, sauberes Gurkenglas, ein Stück Stoff zum Abdecken des Glases, ein Gummiband, 2 Esslöffel Mehl und 2-3 Esslöffel Wasser.
Wasser und Mehl im Glas verrühren. Stoffstück über das Glas legen und mit dem Gummiband fixieren. Einmal am Tag umrühren und gegebenenfalls den Sauerteig mit weiterem Mehl füttern.
Laut Omas altem Kochbuch dauert es jetzt 8-10Tage bis der Sauerteig fertig ist. Solang alles wie Sekt riecht ist es so wie es sein muss, wenn es anfängt zu stinken ist was schief gelaufen.
Mehr kann ich jetzt zum Experiment Sauerteig auch noch nicht sagen. Bin am Ball.
Hebe dir immer was vom Sauerteig auf und gebe frisches Wasser und Mehl hinzu, so hast du dauerhaft Sauerteig verfügbar.

Übrigens: Das Glas nicht zu voll werden lassen! Die Masse beginnt zu quellen und Bläschen zu bilden. Übergequollener Sauerteig ist eine ganz schön pampelige Angelegenheit! Maximal halb voll werden lassen.

Hier mal unser Standardrezept mit Hefe, nach dem wir momentan unser Brot herstellen:
Zutaten:
350ml lauwarmes Wasser
1 Teelöffel Zucker
1 Teelöffel Salz
20g Hefe
25g Butter
220g Weizenmehl (Typ 405)
320g Roggenmehl (Typ 1150)
Als erstes Wasser, Zucker, Salz und Hefe verrühren. Dann Butter und Mehl abwiegen und in eine große Schüssel füllen. Du solltest in der Schüssel gut mit beiden Händen den Teig bearbeiten können.
Eine Kuhle in das Mehl drücken und dort das Hefewasser reinschütten. Jetzt das ganze zu einem glatten Teig verarbeiten und ordentlich durchkneten.
Wir backen die Brote in einer normalen Kuchenkastenform. Ist der Teig gut verarbeitet, den Klumpen grob in die Form legen und zum Gehen mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken. Nun das Ganze für mehrere Stunden an einen warmen Ort stellen.
Wenn der Teig gegangen ist, musst du den Ofen gut vorheizen. Unser Ofen geht nur bis 280°C. Die nutzen wir aber auch voll aus.
Das Brot in den vorgeheizten Backofen stellen und auf hoher Temperatur 10 Minuten backen. Wenn dein Ofen nicht ganz so hoch zu temperieren ist, dann verlängere die erste Backphase um ein paar Minuten.
Glaub mir, ein paar Mal Brot gebacken und du findest den Dreh schon raus. Bisher ist bei uns noch kein Brot ungenießbar aus dem Ofen gekommen. Mal zu hell, mal etwas zu dunkel, aber immer lecker. Also
Zurück zum Brot im Ofen, nach 10 Minuten regulierst du die Temperatur auf ungefähr 200°C runter. Während du das machst, kannst du schon mal den ersten Schluck Wasser in den Ofen kippen.
Ab jetzt das Brot ca. 40 Minuten backen. Das musst du mal mit deinem Backofen im Detail ausknobeln. 😉 Wenn das Brot besonders knusprig werden will, einfach noch mal einen Schluck Wasser in den Ofen kippen.
Tja, das war es schon für’s Erste in punkto Brot. Jetzt heißt es nur noch: Guten Appetit!
Wir kommen mit einem Brot zwei bis drei Tage hin und solange ist es auch imemr noch frisch. Ob es an sich länger haltbar ist? Ich glaube schon.
Weitere Rezepte werden mit der Zeit folgen.
Eins muss ich aber noch um Thema Backautomat loswerden: Ich habe ja auch so ein Gerät. Aber mich haben an den Automatenbroten immer die Löcher gestört. Insgesamt war mir die Form auch zu blöd. Und letztendlich nimmt der Automat mir auch nicht viel mehr als das Kneten ab und das macht ja irgendwie doch Spaß. Naja, kurz und bündig: Automatenbacken ist langweilig, die Brote haben eine blöde Form und Löcher und: Selbst backen ist nur halb so kompliziert wie man meistens annimmt.

3 comments for “Frischer als vom Bäcker

  1. 7. November 2010 at 17:35

    Ui, daß ist mal wirklich ein einfaches Sauerteigrezept. Muß ich auch ausprobieren, aber wann muß ich den Teig füttern?? Und wieviel nehme ich für mein nächstes Brot davon ab?
    lg Annett

  2. 7. November 2010 at 17:51

    Mehl ungefähr alle 2-3 Tage einen Teelöffel. So mach ich es jedenfalls gerade und bis jetzt läuft alles prima. Mein „Bäcker“ hat mir erklärt, dass ich beim Sauerteig auf die Konsistenz achten soll. Wenn das ganze ein zäher Brei ist, dann ist es okay. Sollte es mal dicker werden, etwas Wasser hinzu.
    Für die Rezepte, die ich bis jetzt so mit Sauerteig gefunden habe, brauche ich jedes Mal 2-3 Esslöffel, der Rest bleibt dann über für’s nächste Brot.
    PS: Hab den Beitrag gerade editiert und noch einen Hinweis zum Sauerteig hinzugefügt… 😉
    LG

  3. 7. November 2010 at 18:11

    Danke Annika, hab grad vom Keller ein Gurkenglas geholt (es lebe die Sammlerin 😉 ) und werde morgen nun auch meinen ersten Sauerteigversuch starten. Ergebenisse auf meinem Blog – natürlich mit Verlinkung zu Dir ! lg Annett

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