Wer sich aus dem eigenen Garten selbst versorgen möchte, steht zum einen vor der Frage Welche Sorten von Obst und Gemüse angebaut werden sollen.

Nun, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr verschieden.

Die Frage nach dem „Wie viel?“ ist aber mindestens genauso wichtig. Wir haben ja – wie schon an anderer Stelle im Blog beschrieben – im letzten Jahr definitiv zu viele Zucchinipflanzen im Garten gehabt.
Anbaumengen sollten also geplant werden.

Um den Garten sinnvoll zu nutzen, sollte man sich der Reihe nach die folgenden Fragen beantworten:

1.) Welche Obst-, Gemüse- und Kräutersorten verwende wir in der eigenen Küche?

2.) Welche dieser Sorten sind zum Anbau in der heimischen Region geeignet?

3.) Wie viel verbraucht der eigene Haushalt von den Sorten aus Frage 2 ?

4.) Welchen Ertrag bringen die Sorten aus Frage 2 ungefähr im Anbau?

5.) Welche Anbaufläche steht zur Verfügung?

Frage 5 kann letztendlich 2 Ergebnisse mit sich bringen:

a)      Es ist so viel Fläche vorhanden, dass problemlos jede Sorte in entsprechendem Umfang angebaut werden könnte. Herzlichen Glückwunsch! In diesem Fall muss nur noch der zur Verfügung stehende Zeitfaktor abgeklopft werden.

b)      Die Fläche ist begrenzt. Schade. Aber auch nicht schlimm. Jetzt sollte abgewogen werden, was sich im Anbau lohnt.

Entscheidende Faktoren an dieser Stelle sind:

Karotten zum Beispiel ergeben ungefähr eine Menge von 4kg aus einer 3m langen Reihe. Wir verbrauchen im Monat ca. 2-3 kg und das das ganze Jahr über. =>

2,5kg x 12 Monate = 30kg    

durchschnittlicher Verbrauch pro Monat x Monate = Jahresbedarf

30kg : 4kg = 7,5

Jahresbedarf : bekannten Ertragsfaktor = persönlicher Ertragsfaktor

7,5 x 3m = 22,5m

persönlicher Ertragsfaktor x Flächenfaktor* = gesamter Platzbedarf

Das heißt ich brauche also locker 22,5m um meinen benötigten Ertrag an Karotten selbst anzubauen. Bleibt zu bedenken, dass es durch äußere Umstände zu geringeren Erträgen kommen kann.
Deshalb runde ich das ganze einmal großzügig auf 30m auf. Bestenfalls kann ich ja einen Überschuss verschenken oder als Vorrat einwecken.

Da Bio-Karotten aber zwischen 0,80€ und 1,50€ kg (je nach Saison) zu haben sind und zwischen Aussaat und Ernte 3-4Monat vergehen, haben wir für uns entschieden, uns mit Karotten nicht selbst zu versorgen. (Nur ein winziges Versuchsfeld im Hochbeet).

Anderes Beispiel: Zucchinis können bis zu 20 Früchte pro Pflanze bringen, eine Pflanze benötigt etwa 1m2.

Mit 40 Zucchinis wären wir zwei mehr als gut versorgt. Macht also 2 Pflanzen und 2m2 Platzbedarf. Gebongt. Zucchinis werden nicht mehr dazu gekauft.

Nach diesem Schema gehen wir unsere Wünsche nach Obst, Gemüse und Kräutern durch und entscheiden was und wie viel wir anbauen.

Das klingt vielleicht kompliziert. Ist es aber meiner Meinung nach nicht wirklich. Zu diesen Überlegungen addieren sich ja die Erfahrungen jeder einzelnen Gartensaison. Auf kurz oder lang kommt man so zu einem ausgewogenen Anbauverhältnis im Garten.

Selbstversorgung ist nichts, was man von heute auf morgen zu 100% umsetzt. Es ist aber ein lohnenswerter Weg, den es zu gehen lohnt. Außerdem bringt auch eine Teilselbstversorgung  ihren Nutzen.

Qualität und Frische liegen in deiner Hand, ebenso der Einsatz oder besser der Verzicht von Pestiziden. Langfristig ist damit Geld zu sparen. Der Umwelt tut es gut, da die Transportwege wegfallen und in privaten Gärten mehr Mischkultur herrscht, als in Betrieben die auf Masse produzieren.

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