Viele die von Selbstversorgung träumen, wünschen sich für ihre Zukunft einen eigenen Hof mit großem Grundstück. Das wünsch ich mir ja eigentlich auch.
Nur ist die Selbstversorgung ja auch ein Schritt, um sich von Geld- und Wirtschaftskreisläufen unabhängig(er) zu machen. Um einen eigenen Hof zu bekommen, ist es aber in der Regel notwendig eine größere Summe Geld in die Hand zu nehmen. Haus & Hof wollen erworben werden und natürlich sollte auch notwendige Instandhaltung nicht vergessen werden.
Wer über die notwendigen finanziellen Mittel nicht verfügt, müsste sich um einen Kredit kümmern. Dieser bewirkt aber das Gegenteil dessen, was viele mit Selbstversorgung anstreben.
Ist die Idee von Selbstversorgung deshalb ein utopischer Traum?
Sicherlich nicht!
Auch in kleinen Schritten kann das Ziel erreicht werden. Wir haben uns mitten in der Stadt einen Kleingarten zugelegt. Dieser hat 340m2. Für einen Kleingarten sehr groß, für eine vollkommene Selbstversorgung recht klein.
Hier mal eine Liste mit einigen Beispielen, welche Aspekte wir nutzen, um einen möglichst hohen Ertrag aus unseren Möglichkeiten zu schöpfen:
ertragreiche Sorten auswählen => In diesem Jahr haben wir z.B. Busch- und Stangenbohnen im Garten gehabt. Die Buschbohnen blühten nach der Ernte ein zweites Mal und wir konnten von den Pflanzen nochmals ernten. Die Stangenbohnen aber wachsen permanent nach. Seit Ende Juni ernten wir ohne Unterlass von den Stangenbohnen, da sie fortlaufend neue Früchte bilden. Also werden wir im kommenden Jahr die Buschbohnen weglassen und ausschließlich Stangenbohnen anbauen.
Nachbarschaftshilfe => Haben die Nachbarn andere Obst- und Gemüsesorten im Garten, bietet es sich an untereinander zu tauschen. So haben wir im Frühjahr Kirschen von den Nachbarn bekommen und revanchieren uns jetzt mit Pflaumen.
Obstbäume => ausgewachsene Obstbäume bieten in der Regel einen Ernteerfolg, der für einen Haushalt mehr als ausreichend ist. Wir haben Äpfel- und Pflaumenbäume auf unserem Grundstück und was soll ich sagen… Äpfel und Pflaumen haben wir definitiv im Überfluss. Da sich beide Obstsorten gut als Vorrat anlegen lassen, kann auch für ein ernteschwächeres Jahr vorgesorgt werden.
platzsparende Möglichkeitennutzen => Eine Kräuterspirale benötigt verhältnismäßig wenig Platz und bietet anschließend die unterschiedlichsten Standortbedingungen für diverse Kräuter.
Mit einem Hügelbeet lässt sich, durch die entstehende Wölbung, die Anbaufläche vergrößern.
Zusatzangebote der Naturnutzen => Wer sich mit Wildkräutern, -früchten und Pilzen auskennt, kann seinen Selbstversorgerspeisezettel um einiges erweitern. An Pilze trau ich mich noch nicht selbst heran, da werde ich erst einen Kurs mit professioneller Anleitung nutzen. Aber Wildkräuter haben wir schon einige kennen und nutzen gelernt. Ganz zu schweigen von Holunder-, Walnuss- , Obstbäumen und Beerensträuchern, die relativ häufig auch in der Natur anzutreffen sind.
vielfältige Verarbeitungsmöglichkeiten => Je mehr Verarbeitungsmöglichkeiten man kennt, umso mehr kann man mit dem Geernteten anfangen, ohne das es langweilig wird. Äpfel lassen sich, so wie sie vom Baum kommen einlagern, können aber auch zu süßem Apfelgelee oder würzigem Chutney verarbeitet werden.
Nutz- und Zierwerte kombinieren => Ein Garten sollte nicht nur auf den reinen Nutzen ausgerichtet sein. Jedem fleißigem Gärtner sei auch mal eine Erholungspause in seiner kleinen Oase gegönnt. Doch kann man bei der Auswahl von blühenden Pflanzen darauf achten, dass sie neben ihrem Zierwert zusätzlich auch einen Nutzwert bieten.
Das waren so die wichtigsten Eckpunkte, die nach unseren eigenen Erfahrungen, den größten Nutzen bringen und dennoch relativ simpel in der Umsetzung sind.
Das wichtigste ist auf jeden Fall Austausch mit anderen und stetiges lernen und wachsen, an dem was man tut. Dann kommt man seinem Selbstversorgerziel Stück für Stück näher.