Wie der Garten ohne Plan ein Paradies werden kann
Seit Jahren findet am Ende des Sommers ein Treffen von Gärtnern und Gärtnerinnen statt, die nach dem 3-Zonen-Prinzip von Markus Gastl ihre Gärten für sich UND die Natur gestalten.
Es gibt einige große und kleine Regelmäßigkeiten bei diesem Treffen. Eine ist die gemeinsame Arbeit an einem Gartenprojekt.
In diesem Jahr hatten wir dafür eine Fläche auf einem Privat-Grundstück zur Verfügung und konnten dort all unsere Kreativität zusammenwerfen. Denn es gab kaum Vorgaben, außer dass es hinterher schöner sein soll als vorher und der Apfelbaum bleibt. Es war super, wie jeder, der wollte, seine Ideen und sein Wissen einbringen konnte. Man half und lernte bei der Arbeit voneinander.
Dieser Blogartikel zeigt euch mit Hilfe einiger Collagen mal den kreativen Werdegang dieser bis dahin unschönen Gartenecke.
Die Ausgangslage
In dieser Gartenecke stand auch mal ein kleines Gartenhaus, welches dem Apfelbaum ziemlich viel Raum nahm und er sich regelrecht mit den eckigen Hauskanten arrangieren musste.
Im vergangenen Jahr fiel bei der Umgestaltung einer anderen Fläche viel Erdaushub an. Damit haben wir versucht den sehr unebenen Boden in der Ecke auszugleichen. Sehr viel mehr geschah im ersten Jahr dort nicht. Die Pflanzen, die aufliefen, waren recht unspektakulär (das habe ich auch schon ganz anders erlebt!). Das Schönste waren die Massen an rotem Klatschmohn.

Der Startschuss
Der Start verzögerte sich aufgrund der Wetterlage. Aber irgendwann ging es dann doch los. Die Fläche wurde einmal gründlich vom unerwünschten Bewuchs befreit. Während einige den Boden bearbeiteten, waren die anderen schon am überlegen, was man wie machen könnte. Was steht überhaupt zur Verfügung?
Außer das ich im Vorfeld kurz geguckt habe, was wir wo an nützlichem Material finden könnten, hatte ich für diese Ecke nichts vorbereitet. Da wir uns jetzt schon seit 8 Jahren treffen, war ich mir sicher, dass etwas Gutes dabei herauskommt.
Es wurden verschiedene Ideen und Möglichkeiten für die Ecke besprochen. Dann wurde von einer Gruppe Material herangekarrt und eine andere Gruppe begann damit, dieses gleich zu verbauen. Es war ein munteres Treiben. Bis hierhin gab es im Grunde immer noch kein abgeschlossenes Konzept für diesen Bereich. Nur wo die vordere Kante entlang lief, war klar und dort wurden auch die ersten Steine gesetzt.
Planlos geht der Plan los

Der Start verzögerte sich aufgrund der Wetterlage. Aber irgendwann ging es dann doch los. Die Fläche wurde einmal gründlich vom unerwünschten Bewuchs befreit. Während einige den Boden bearbeiteten, waren die anderen schon am überlegen, was man wie machen könnte. Was steht überhaupt zur Verfügung?
Außer das ich im Vorfeld kurz geguckt habe, was wir wo an nützlichem Material finden könnten, hatte ich für diese Ecke nichts vorbereitet. Da wir uns jetzt schon seit 8 Jahren treffen, war ich mir sicher, dass etwas Gutes dabei herauskommt.
Es wurden verschiedene Ideen und Möglichkeiten für die Ecke besprochen. Dann wurde von einer Gruppe Material herangekarrt und eine andere Gruppe begann damit, dieses gleich zu verbauen. Es war ein munteres Treiben. Bis hierhin gab es im Grunde immer noch kein abgeschlossenes Konzept für diesen Bereich. Nur wo die vordere Kante entlang lief, war klar und dort wurden auch die ersten Steine gesetzt.
Jetzt geht es richtig los
Jetzt nahm die Gestaltung ihren Lauf und das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen. Es war ein toller gemeinsamer Prozess, der dort stattfinden konnte.

Als erstes wurden die Steine an der vorderen Beetkante gesetzt.
Dabei wurden der Untergrund und teilweise die Lücken mit Lehm gefüllt.
Eine zweite Linie aus Steinen wurde mitten im Beet gesetzt, was die Fläche sehr interessant auf geteilt hat.
Die Kanten geben Struktur ohne zu streng zu wirken. Sie geben die erste Ordnung des neu gestalteten Raumes preis.
Auf dem Grundstück, wo wir dieses Beet anlegten, gibt es bereits einige Beetflächen, die allesamt durch Steinstrukturen auffallen.
Deshalb sollte hier unbedingt etwas mit Deshalb sollte hier unbedingt etwas mit Totholz erschaffen werden. Auch hier gab es einige Ideen, wie das umzusetzen sein könnte.
Entschieden wurde sich für den Bau eines „Stumpery“. Eine dekorative Anordnung von Stämmen, Ästen oder Wurzeln.
Sehr spannend war für mich der Handbagger. Nie vorher gehört. Aber ein ziemlich cooles Werkzeug für den Garten.

Damit wurden Löcher ausgehoben, in die Stämme in verschiedenen Längen und Dicken hineingestellt wurden. Das Totholzmodul nahm Gestalt an und noch nicht ganz fertig, setzten sich gleich die ersten Besucher darauf.
Die vier-stämmige Esche im Hintergrund wird ebenfalls ein stehendes Totholzmodul. Sie soll nicht gefällt, sondern geringelt werden, um so nochmal einen Lebensraum zu erschaffen.
Ein Beet ohne Pflanzen ist kein Beet. Von daher wurde sich auch um die erste Bepflanzung gemeinsam gekümmert.
Es gab ein paar Pflanzen auf der Fläche, die beim Jäten verschont blieben. Außerdem eine interessante Mischung aus den Überbleibseln der Pflanzenbörse, die wir beim Treffen jedes Jahr machen. Einige Ableger wurden in der näheren Umgebung (andere Grundstücke) ausgebuddelt und in das Gemeinschaftsprojekt umgepflanzt.
Und weil solche schönen Beete es wert sind, dass ganze Jahr betrachtet zu werden, zog auch gleich noch eine Bank unterhalb des Apfelbaums ein.

Was hat das Projekt bis hierhin gezeitgt?
Na, auf alle Fälle schon mal, dass so ein Haufen aus Hortusianern und Hortussis einfach nur fetzt. Immer. Bei jedem Projekt.
Dieses gemeinsame Werk zeigt eine ganze Menge:
- Auf kleinem Raum wurde etwas richtig Tolles umgesetzt. Ein Beweis, dass man auch aus kleinen Flächen / Gärten echt was rausholen kann.
- Ein Garten kann ansprechend gestaltet sein und gleichzeitig Lebensräume bieten.
- Es macht wirklich Spaß, gemeinsam etwas zu schaffen und zusammen richtig stolz drauf zu sein.
- Du brauchst nicht DEN perfekten Plan, um in deinem Garten deinen grünen Himmel zu erschaffen.
- Du musst nicht gegen den eigenen Garten arbeiten. Beobachtung kann Möglichkeiten sichtbar machen, die man bei einem starren Plan vielleicht übersehen hätte.
- In diesem Prozess ist wirklich alles durch Synergien, die Integration der Gegebenheiten und das Handeln im Moment entstanden.
- Was bereits da ist, kann zum Ausgangspunkt für etwas Neues werden. Das schont Ressourcen und den Geldbeutel
- Der Prozess hat sowohl dem Garten als auch der Natur, der Gruppe und dem einzelnen Menschen richtig gutgetan.
Der Prozess geht weiter
Ich weiß nicht, wie du deine Gartenprojekte umsetzt. Aber ich wünsche mir für dich, dass du ein bisschen Gelassenheit aus diesem Projekt mitnehmen kannst. Trau dir zu, manches einfach geschehen zu lassen, und nimm die Gegebenheiten deines Gartens wahr. Da ist so viel Zauber im Verborgenen.
Wenn du selbst schon genauso an Projekte herangehst, freue ich mich für dich. Ich denke, du wirst bestätigen können, dass es verdammt viel zu entdecken gibt und vieles einfacher wird, wenn man anfängt, durch Beobachtung Entwicklungen und Zusammenhänge zu verstehen und zu integrieren.

Du musst dafür nicht erst eine Gruppe von Gartenbegeisterten um dich versammeln. Das Schöne ist, dass man diese Herangehensweise sowohl allein, als auch in einer Gruppe umsetzen kann. Bei diesem Projekt gab es für die Gruppenphase eine zeitliche Begrenzung (das Netzwerktreffen).
Danach habe ich die Arbeit am Beet fortgeführt und mit den Gegebenheiten vor Ort weiterentwickelt. Nicht alles muss sofort fertig sein. Ein Garten darf sich entwickeln, und manches zeigt sich erst mit der Zeit. Ein Garten kann alles haben. Nur kein Ende.
Dieses Beet werde ich hier im grünen Himmel weiter dokumentieren und zeigen wie es sich entwickelt.
Falls du in diesem Artikel konkrete Beschreibungen der Module oder Pflanzvorschläge erwartet hättest, möchte ich dir die ergänzenden Artikel zu diesem Beet ans Herz legen.
