Sommersneige – ein Gedicht von Georg Trakl

Der grüne Sommer ist so leise
Geworden, dein kristallenes Antlitz.
Am Abendweiher starben die Blumen,
Ein erschrockener Amselruf.

Vergebliche Hoffnung des Lebens. Schon rüstet
Zur Reise sich die Schwalbe im Haus
Und die Sonne versinkt am Hügel;
Schon winkt zur Sternenreise die Nacht.

Stille der Dörfer; es tönen rings
Die verlassenen Wälder. Herz,
Neige dich nun liebender
Über die ruhige Schläferin.

Der grüne Sommer ist so leise
Geworden und es läutet der Schritt
Des Fremdlings durch die silberne Nacht.
Gedächte ein blaues Wild seines Pfads,

Des Wohllauts seiner geistlichen Jahre!

Georg Trakl wurde 1887 in Salzburg geboren und verstarb im 3. November 1914 in Krakau.
Irgendwie passt das Gedicht heute zum Tag, auch wenn es etwas melancholisch ist. Aber das der Sommer zu Neige geht, war bei der heutigen Gartenarbeit nicht zu leugnen.

Geschützt: Fotos

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