Kartoffeln – Solanum tuberosum

Ein wichtiger Bestandteil eines Selbstversorgergartes ist für mich die Kartoffel. Deshalb bekommt die tolle Knolle nun  endlich ihren eigenen Beitrag im grünen Himmel.Pflanzenportrait:Wie und wann die Kartoffel nach Europa kam, kannst du unten in den Videos sehen. Die Kartoffel ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt. Sie ist ein Nachtschattengewächs und geerntet werden die unterirdisch wachsenden Knollen. Über der Erde zeigt sich die Kartoffel als krautige Pflanze mit durchaus attraktiven Blüten.Aus diesen Blüten können sich auch kleine grüne Kapseln mit Samen bilden, aus denen man Kartoffeln ziehen kann..Weltweit gibt es um die 5000 Kartoffelsorten. Je nach Sorte beträgt die Vegetationszeit zwischen 90 und 160 Tagen.Anbau: In der Regel verwendet man vorgetriebene Kartoffeln und steckt diese etwa 5cm tief in den Boden. Bester Zeitpunkt ist der April.Um die Kartoffeln vorzutreiben, legt man sie dicht an dicht in eine lufitge Kiste und stellt sie am besten in einen hellen Keller. Durch die Dichte werden die Triebe kleiner, aber kräftiger.Der Abstand sollte zwischen den einzelnen Kartoffeln 35cm betragen. Im März gesetzte Kartoffeln können etwas dichter beieinander stehen.Die Kartoffeln sollten etwa 10cm unter die Erde gesetzt werden mit den Trieben nach oben.Alle zwei Wochen sollten die Kartoffeln bis zur Blüte angehäufelt werden, bis der Hügel etwa 30cm hoch ist.Sollte es im Mitte / Ende Mai sehr trocken sein, sollten die Kartoffeln auch mit gegossen werden.bevorzugter Standort: Kartoffeln eignen sich sehr gut als erste Kultur auf einem neu angelegtem Beet.Sie bevorzugen nährstoffreichen, sandigen Boden. Zum Vorbeugen von Krankheiten, sollten sie nur alle 3 Jahre am gleichen Standort angebaut werden.In diesem Jahr haben wir Kartoffeln in zwei Varianten angebaut. Einmal ganz „normal“ als Reihe und einmal in einer mitwachsenden Kartoffelkiste.Das Ergebnis wird in einem späteren Beitrag erläutert.Die Kartoffelkiste ermöglicht den Anbau von Kartoffeln auch in betonierten Innenhöfen oder auf dem Balkon, was ich auch ganz interessant fand.Übrigens: Zu früh verteilter Kompost, in dem Kartoffelschalen noch nicht verrottet sind, führt zu Kartoffelpflänzchen im ganzen Garten. Da habe ich wirklich nicht schlecht gestaunt. Kartoffeln sollten nicht in zu kalkhaltigem Boden angebaut werden, dadurch wird die Entstehung von Kartoffelschorf (Pilzkrankheit) begünstigt. Kartoffelschorf zeigt sich durch schorfige, dunkle Stellen auf den Kartoffeln, die die Lagerfähigkeit beeinträchtigen.gute Nachbarn: Kohl, Spinat, Mais, Tagetes, Buschbohnen, Kapuzinerkresse, Minze, Knoblauch schlechte Nachbarn: Zucchini, Kürbis, Sonnenblumen, Tomaten, Sellerie, Erbsen, Gurken, rote BeeteErntezeit: Wenn das Kraut der Kartoffel überirdisch abstirbt, können die Kartffeln geerntet werden. Frühkartoffeln sind nicht so lange lagerfähig, deshalb sollte man hier möglichst immer nur die Menge ausgraben, die man verwerten möchte.Je länger die Kartoffel unter der Erde verbracht hat, desto dicker ist die Kartffelschale und ums lagerfähiger werden die Kartoffeln.Kartoffeln sollten stets dunkel gelagert werden um ein unerwünschtes Vortreiben der Knollen zu verhindern.Nach dem Ausgrabn sollten die Knollen einige Stunden in der Sonne liegen und ein wenig abtrocknen, bevor si eingelagert werden.Kartoffeln sollten unbedingt vor dem ersten Frost geerntet werden, da sich ihr Stärkegehalt sonst in Zucker umwandelt und die Kartoffel merkwürdig süß schmeckt.Verwendung der Pflanze: Kartoffeln sind in der Küche sehr vielseitig verwendbar. Oft werden sie als sogenannte Sättigungsbeilage gereicht. Kartoffeln müssen immer gekocht werden, Grüne (unreife) Stellen sollten großzügig abgeschnitten werden, da sie Solanin enthalten.Besonders lecker finde ich Folienkartoffeln vom Grill, die mit Kräuterquark gereicht werden. Aber auch als Salat oder Suppe mag ich sie gerne.Die Zubereitungsmöglichkeiten sind mindestens so vielfältig, wie die Sorten der Kartoffeln.Bei der Zubereitung sollte man darauf achten, ob die verwendete Sorte mehlig-, fest, oder vorwiegend fest kochend ist. So eignen sich z.B. die mehlig kochenden Sorten besser für Kartoffelpürree als Festkochende. Die Festkochenden hingegen, sind am besten für einen Kartoffelsalat geeignet.Tipps: Frische Kartoffeln zu frischem Spargel – das klingt doch verlockend. Dazu kann man im März einige Kartoffeln setzen und diese vor Frost schützen, in dem man eine Mulchschicht aus Gelbsenf oder Beinwell aufbringt. Treibt das Kraut der Kartoffeln aus, muss man dieses an besonders kalten Tagen mit einem übergestülpten Eimer schützen.Es sollten nicht zuviele Kartoffeln gesetz werden, es besteht schon noch die Gefahr, dass sie nichts werden…Späte Kartoffelsorten sind anfälliger für Krautfäule als frühe Sorten. Wer auf chemische Keulen verzichten möchte, sollte frühe bis mittelfrühe Sorten bevorzugen.______________________________________________________________Einige tolle Videos über die Kartoffel sind bei youtube.de zu entdecken. Hier ein recht kurzes Video mit den wichtigsten Infos zur Geschichte der Knolle:Wer ein bisschen mehr Zeit hat, kann sich diesen interessanten Dreiteiler anschauen:

ausgeglichenes Geben und Nehmen

Nicht nur – aber gerade für – Selbstversorger sind Tauschgeschäfte eine sinnvolle Methode mit wenig(er) Geld auszukommen.
Das häufigste Tauschgeschäft das im täglichen Leben stattfindet, ist zwar der Tausch von Waren und Leistungen gegen Geld. Es ist aber auch möglich, gegen eigene Waren und Leistungen zu tauschen.

Ein sehr interessantes Buch zum Thema ist „Das Sterntalerexperiment“ von Heidemarie Schwermer.Sie entschied sich 1996 für ein Leben ohne Geld. Wie sie es umsetzt und auslebt, hat sie in ihrem Buch anschaulich beschrieben. Sie stellt die Wertvorstellungen unserer Zeit in Frage und geht ihren eigenen Weg.

Sie gründete auch einen Tauschring – die Gib-und-Nimm-Zentrale in Dortmund.

(Teil1) natürliche Mittel, statt Chemie: gegen Schnecken

Sicherlich gibt es für beinahe jedes Problem im Garten eine chemische Lösung. Ein bisschen Herbizid hier, ein bisschen Fungizid da. Und schon läufts im Garten.

Oder eben auch nicht. Wozu lege ich mir denn einen eigenen Gemüsegarten an, wenn ich anschließend den gleichen Mist wie viele industrielle Großbetriebe über meine Nahrung sprühe?
Auch im Ziergarten gibt es für mich keinen Sinn, zur Chemiekeule zu greifen. Auch wenn ich die Blumen nicht unbedingt essen werde…. Ich unterstelle einfach mal: Die meisten Gartenbesitzer, haben diesen, weil sie einen gewissen Bezug zur Natur haben.

Und deshalb möchte ich mit diesem Beitrag beginnen natürliche Mittel vorzustellen. Teil 1 befasst sich mit Möglichkeiten auf biologische Art gegen Schnecken vorzugehen.

Schnecken

Schneckenkorn muss nicht sein. Ich habe kein großartiges Schneckenproblem in diesem Jahr in meinem Garten. Die Kombination einiger folgender Maßnahmen hat wunderbar funktioniert:

Schnecken mögen einige Pflanzen gar nicht und bleiben ihnen fern, dazu zählt unter anderem „Jungfer im Grünen“ die ich dieses Jahr überall zwischen schneckenempfindliches Gemüse gepflanzt habe. Es wirkt und sieht obendrein noch ziemlich hübsch aus.Weitere Pflanzen, die Schnecken fernhalten: Senf, Salbei, Thymian, Lavendel, Fetthenne, Frauenmantel…… u.v.m.

Frischer Blätter sind gar nicht die Lieblingsspeise von Schnecken. Gerade die Gehäuseschnecken fressen viel lieber welke Blätter. Von daher einfach einige alte Blätter als Alternative anbieten.
Den Boden um die Pflanzen sollte man regelmäßig an der Oberfläche aufharken. Den Schnecken fällt es schwerer über den unebenen Boden zu kriechen. Immerhin kann so eine Nacktschnecke bis zu neun Meter in einer Nacht zurück legen. Den Boden für Schnecken schlechter passierar zu machen, funktioniert auch, wenn z.B. Holzasche, Stroh oder unerkleinerte Brennessellstängel auf den Beeten verteilt wird.
Diese Maßnahmen müssen allerdings nach Regengüssen regelmäßig wiederholt werden.
Wenn doch mal Schnecken im Salat sitzen: Unbedingt absammeln. Nicht das sie ausgerechnet noch im Gemüsebeet ihre Eier ablegen. Da die Tiere nachtaktiv sind und sie sich tagsüber in dunklen Ecken verstecken, kann man ein Brett oder ähnliches auf den Boden legen. Darunter kann man dann am Tage Schnecken absammeln.
Aus altem Kaffesatz einen neuen Aufguss machen und damit den Boden besprühen, soll auch helfen. Da es um das enthaltene Koffein geht, sollte natürlich kein koffeinfreier Kaffee verwendet werden.
Es gibt auch verschiedene Jauchen und Brühen, die man selbst ansetzen kann.Die genaue Herstellung wird demnächst in einem weiteren Beitrag erklärt.
Wer den Platz und die Möglichkeit hat, könnte sich auch ein paar Laufenten zulegen. Sie vertilgen die Schneckn mit großem Appetit.

Im nächsten Jahr werde ich verstärkt auf eine vernünftige Mischkultur achten. Statt Schädlingen ganze Plantagen nach ihren Wünschen zu gestalten, werden Sorten die sie mögen und die sie nicht mögen gemischt. Plus Pflanzen die unter Punkt 1 genannt wurden.

ÜBRIGENS: Die Gehäuseschnecken gehören nicht zum gärtnerischem Feindbild! Sie fressen die Eier der Nacktschnecken und ansonsten in aller Regel nur welkes Grünzeug!

 

An dieser Stelle sei auch nochmal das Buch „Nutzgärten prachtvoll gestalten“ erwähnt. Hier findest du interessante und vor allem ansehnliche Vorschläge wie Nutz- und Zierpflanzen kombiniert werden können.

Eins noch: Finger weg von Bierfallen! Sie ziehen die Schnecken magisch an und manch eine wäre wohl ohne das verlockende Bier gar nicht erst in den Garten gekommen.Außerdem ertrinken auch viele Nützlinge in diesen Fallen.

Wer weitere Tipps gegen Schnecken hat, darf sie gerne als Kommentar hinterlassen!

Echtes Seifenkraut – Saponaria officinalis

Seifenkraut – Blüten

Das echte Seifenkraut gehört zur Gattung der Seifenkräuter, von denen es um die 30 Arten gibt. Es gehört zur Familie der Nelkengewächse.
Eine andere Bezeichnung für echtes Seifenkraut ist gemeines oder auch gewöhnliches Seifenkraut, sowie Seifenwurz oder Wachwurz.

Seifenkraut ist mehrjährig und wird bis zu 80cm hoch. Die Stengel sind behaart, fühlen sich aber weich an. Die Blätter des Seifenkrauts sind länglich und stehen lanzettenartig vom Stengel ab.
Die Blütezeit liegt zwischen Juni und August.
Vermehren kann diese Pflanze sich auf unterschiedliche Art und Weise. Zum einen bildet sie Samenkapseln, wenn sie verblüht ist, zum anderen bildet sie lange unterirdische Rhizome.

Das Seifenkraut findet sich in Höhen bis zu max. 1000m (i.d.R.bis 700m) in ganz Europa. Nach Amerika wurde es erst im 19. Jahrhundert eingeführt. Es bevorzugt als Standort Ödland, Wegränder, Schuttplätze und sandige Flussufer.
Seifenkraut gilt als Pionierpflanze.
Die Art ist nicht besonders häufig, gilt aber auch nicht als gefährdet.

Die Verwendung der Pflanze verrät der Name: Es ist ein natürliches Waschmittel, da in den Wurzeln sehr viele natürliche Saponoide enthalten sind.
Im Herbst die Wurzeln ausgegraben. Von ihnen entfernt man die Seitentriebe, sowie den Dreck. Die Hauptwurzel ist ähnlich einer Rübe stark verdickt.
Anschließend schneidet man die Wurzel in Stücke und trocknet diese in der Sonne oder auch bei niedriger Temperatur im Backofen.

Seifenkraut – Blätter

Die Wurzeln können wie Waschnüsse verwendet werden. Sie reingen nicht so megagründlich wie heutige chemische Waschmittel. Dafür ist es ein biologisches Waschmittel, dass den Stoff schont. Deshalb ist es auch gerade für Seide und Wolle geeignet.
Durch das Nachspülen mit Essig kann auch auf Weichspüler verzichtet werden.

Seltener werden getrocknete Blätter für Tee verwendet. In zu großen Mengen kann das Seifenkraut zu Erbrechen führen (so ist das halt, wenn man Seife ißt 😉 ). Der Tee gilt als harn- und schweißtreibend, sowie auswurffördernd.
Der Sammelzeitpunkt für Blätter ist im Sommer.


WILDER GARTEN
Seifenkraut eignet sich auch für den Anbau in Gärten, in denen Wildpflanzen kultivert werden. Es hat mit seinen hübschen Blüten einen hohen Zierwert. Die Pflanze kann auch als Schnittblume genutzt werden.
Kleiner Nachtrag: Hier noch ein interessanter Link zu den Wascheigenschaften des Seifenkrautes.

Ein zauberhafter Sommer

Mensch was haben wir für ein Glück gehabt! Gestern war das lang geplante Sommerfest bei uns in den Gärten. Am Freitag schüttete es wie aus Eimern. Wir konnten nichtmal das Festzelt aufbauen.
Für Samstag sollte es laut Wetterbericht im Internet vormittags bewölkt, aber wenigstens trocen sein. Am Nachmittag hatten wir 80% Regenwahrscheinlichkeit

Letztendlich konnten wir bei Sonnenschein aufbauen und feiern. Kein Tropfen fiel vom Himmel. Einfach herrlich!
Danke Petrus! 😉

Wegen dem Sommerfest habe ich das fnnf-Video noch nicht fertig. Trotzdem gibt es heute ein Video von mir.

Letztes Jahr habe ich mit einem guten Freund und Nachbarn an einem Videowettbewerb teilgenommen. Thema war „Sommer“, das Ganze durfte maximal 90 Sekunden lang sein.
Wir haben überlegt und kamen schnell zum Entschluss die Faszination der Natur im Sommer darzustellen. Ein bisschen Poesie, ein bisschen Spaß… und heraus kam das:

http://www.youtube.com/watch?v=lLS5jTEDHiU

Ich hoffe es hat euch gefallen.

Liebe Sonntags-Grüße,

Annika
EDIT:  „der mann im video sieht aus, als wäre er wirklich schauspieler oder würde in der werbung arbeiten.“  – Gut erkannt. 😉 Mehr von ihm: motricks.de . Einfach mal anschauen.

Der Rittersporn blüht blau im Korn

Neulich habe ich durch Zufall ein Kinderbuch in die Hände bekommen. Es hat mir richtig gut gefallen und deshalb möchte ich es euch hier als Buchtipp vorstellen.

Es ist schon alt, aber an Pflanzenmerkmalen ändert sich ja nichts. Ich denke es ist gerade für Kinder geeignet, die naturnah aufwachsen und erstes Interesse an Pflanzenarten haben:
Der Rittersporn blüht blau im Korn
von Heinz Kahlau, erschienen 1972, ISBN: 978-3-358-03077-6

In diesem Buch werden Pflanzenmerkmale anhand von kleinen Versen und Gedichten beschrieben. Die dazugehörigen Zeichnungen sind auch sehr schön gemacht. Einzigster Wermutstropfen ist, dass es „nur“ 40 Seiten sind. Dabei gibt es ja soooo viel mehr Pflanzen zu entdecken.

Also, ich finde das Buch klasse!

Hier kann man es sich ganz gut anschauen: KLICK