Wildpflanzen

Fotoportrait: Beifuß

Beifuß, kennt jeder als Kraut zur besseren Verdauung von Gänsebraten. Oder?
In den Supermärkten wird er in kleinen Bündeln teuer gekauft, dabei wächst er recht häufig und fast überall…

In unserem Garten hat er sich auch von selbst angesiedelt und siehe da: Ein gut 1,50m hoher Busch ist draus geworden. Damit sind die nächsten 50 Jahre Beifuss-Bedarf gesichert! 😉

Hier mal einige Fotos ein und der selben Pflanze in verschiedenen Monaten:

Juli

Oktober

Blattunterseite & Knospen / Juli

Mai

Nahaufnahme / Mai

Die Pflanze hat bestimmt jeder schonmal irgendwo gesehen und wahrscheinlich als Unkraut abgestempelt.
Ihr charakteristisches Aroma entwickelt die Pflanze erst nach dem Trocknen, also wundert euch nicht, wenn ihr eine Geruchsprobe zur Bestimmung anstrebt.
Zu erkennen ist der Beifuss an der grauen Unterseite der gefiederten Blätter.

Ein getrockneter Strauß von diesem Kraut soll übrigens Mücken aus dem Schlafzimmer fernhalten. Als wir es letztes Jahr im Gartenhaus ausprobiert haben, wurden wie auf alle Fälle verschont von juckenden Mückenstichen.

Pflanzenportrait: Winterlinge

Eine der ersten Pflanzen, die uns im Jahresverlauf mit ihren wunderschönen, gelben Blüten auf den Frühling einstimmt. Schon ab Ende Februar kann man mit der Blütenpracht dieses Hahnenfuß-Gewächses rechnen.

Winterlinge wachsen auf humusreichen Böden unter Bäumen und Sträuchern und so findet man sie oft als verwilderte Blütenteppiche in Laubwäldern. Im 16. Jahrhundert wurde begonnen, die ursprünglich aus Frankreich stammende Pflanze, in Gärten zu kultivieren.

Winterlinge haben unterirdisch Knollen bzw. Rizome als Speicherorgan und vermehren sich in der Regel selbst. Anders wie Tulpen, Schneeglöckchen und Co steckt man die Knollen nicht im Herbst, sondern sollte sie direkt nach dem Kauf einpflanzen. Denn ihre Knollen können außerhalb der Erde schnell vertrocknen und damit eingehen.


Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung ist im Frühjahr nach der Blüte. Am einfachsten kommt man zu Winterlingen im eigenen Garten, indem man sie an ihrem alten Standort wie Stauden teilt und dann gleich am gewünschten neuen Ort etwa 5cm tief in die Erde einbringt.

Bereits im nächsten WInter haben sich die Winterlinge in der Regel über ihre Rizome begonnen auszubreiten. Auf sehr humusreichen Böden vermehren sie sich zum Teil auch durch Aussaat.

Zu beachten: Winterlinge sind stark giftig, vor allem ihre Knollen!

Winterlinge treten meist als regelrechter Blütenteppich auf

Hier erblickt ein Winterling das Licht der Welt.

Das strahlende Gelb der Blüten tut der Seele nach
einem langen Winter richtig gut!



Eine Schmetterlingswiese in der Stadt


Heute möchte ich euch mal ein kleines, aber feines Projekt aus Berlin / Treptow vorstellen. An der Lohmühlenbrücke ist in diesem Jahr durch das Engagement von Bürgern aus einer steril gepflegten Rasenfläche eine Blumenwiese entstanden:



Jeden Samstag treffen sich engagierte Anwohner und Mitstreiter und sammeln Müll und Hundekot rund um und von der Wiese ein.
Wobei sich gezeigt hat, dass die Wildwiese durchaus Respekt erfährt und sie nicht übermäßig vermüllt wird.

Übrigens:
Interessietre können sich unter natur(at)kungerkiez.de melden oder einfach samstags um 12.00 am Lohmühlenplatz vorbeischauen. Mitstreiter_innen sind herzlich willkommen! Andrea
Mit Schildern und einlaminierten Fotos wird über den Sinn und Zweck der Wiese aufgeklärt (siehe letztes Foto).

Am vergangenem Samstag wurde zu einem Aktiontag aufgerufen.An diesem Tag wurde die Wiese wieder gereinigt, es wurden neue Wildpflanzen ausgesät und aus alten Käse-Holzschachteln und Latten wurden Infokästen gebaut.
In diesen werden die bisher mit Kabelbindern befestigten Infotafeln neu platziert.

Ich bin sehr gespannt wie sich die Wiese im Laufe der Jahre entwickeln wird. Es tut dem Auge wirklich gut, dieses kleine Stück „wilde“ Natur, mitten in der Stadt.

Ein Ruhepol und Treffpunkt zugleich, entspanntes Träumen oder gespanntes Beobachten.

Daumen hoch für das Projekt und großen Dank an alle die sich dafür engagieren! Respekt!


Giersch (Aegopodium podagraria) – ein Teufelszeug?

Wer unfreiwillig Giersch im Garten hat, wird die Erfahrung gemacht haben, dass es unheimlich schwierig ist, das Zeug wieder los zu werden.
Aber was alles im Giersch drin steckt, dass wissen die wenigsten.

Giersch gehört zu der Familie der Doldenblütler. Die Pflanze ist unheimlich ausdauernd und kann 30-100cm hoch werden. Ein anderer Name für Giersch ist „Dreiblatt“, was auf die Anordnung der Blätter zurückzuführen ist. Da die Anordnung an einen Ziegenfuß erinnert, gibt es auch den Namen „Geißfuß“ für das Kraut.
Von Juni bis August blüht der Giersch mit 15-25strahligen, weißen Doldenblüten. Der Stängel sieht im Querschnitt dreieckig aus.

Echtes Seifenkraut – Saponaria officinalis

Seifenkraut – Blüten

Das echte Seifenkraut gehört zur Gattung der Seifenkräuter, von denen es um die 30 Arten gibt. Es gehört zur Familie der Nelkengewächse.
Eine andere Bezeichnung für echtes Seifenkraut ist gemeines oder auch gewöhnliches Seifenkraut, sowie Seifenwurz oder Wachwurz.

Seifenkraut ist mehrjährig und wird bis zu 80cm hoch. Die Stengel sind behaart, fühlen sich aber weich an. Die Blätter des Seifenkrauts sind länglich und stehen lanzettenartig vom Stengel ab.
Die Blütezeit liegt zwischen Juni und August.
Vermehren kann diese Pflanze sich auf unterschiedliche Art und Weise. Zum einen bildet sie Samenkapseln, wenn sie verblüht ist, zum anderen bildet sie lange unterirdische Rhizome.

Das Seifenkraut findet sich in Höhen bis zu max. 1000m (i.d.R.bis 700m) in ganz Europa. Nach Amerika wurde es erst im 19. Jahrhundert eingeführt. Es bevorzugt als Standort Ödland, Wegränder, Schuttplätze und sandige Flussufer.
Seifenkraut gilt als Pionierpflanze.
Die Art ist nicht besonders häufig, gilt aber auch nicht als gefährdet.

Die Verwendung der Pflanze verrät der Name: Es ist ein natürliches Waschmittel, da in den Wurzeln sehr viele natürliche Saponoide enthalten sind.
Im Herbst die Wurzeln ausgegraben. Von ihnen entfernt man die Seitentriebe, sowie den Dreck. Die Hauptwurzel ist ähnlich einer Rübe stark verdickt.
Anschließend schneidet man die Wurzel in Stücke und trocknet diese in der Sonne oder auch bei niedriger Temperatur im Backofen.

Seifenkraut – Blätter

Die Wurzeln können wie Waschnüsse verwendet werden. Sie reingen nicht so megagründlich wie heutige chemische Waschmittel. Dafür ist es ein biologisches Waschmittel, dass den Stoff schont. Deshalb ist es auch gerade für Seide und Wolle geeignet.
Durch das Nachspülen mit Essig kann auch auf Weichspüler verzichtet werden.

Seltener werden getrocknete Blätter für Tee verwendet. In zu großen Mengen kann das Seifenkraut zu Erbrechen führen (so ist das halt, wenn man Seife ißt 😉 ). Der Tee gilt als harn- und schweißtreibend, sowie auswurffördernd.
Der Sammelzeitpunkt für Blätter ist im Sommer.


WILDER GARTEN
Seifenkraut eignet sich auch für den Anbau in Gärten, in denen Wildpflanzen kultivert werden. Es hat mit seinen hübschen Blüten einen hohen Zierwert. Die Pflanze kann auch als Schnittblume genutzt werden.
Kleiner Nachtrag: Hier noch ein interessanter Link zu den Wascheigenschaften des Seifenkrautes.

schön, gifitg: Pfaffenhütchen (Euonymus europaea)

Samenkapseln

Sie war die Giftpflanze des Jahres 2006. Ich habe sie aber erst am letzten Wochenende bewusst wahrgenommen. Auf einem herbstlichen Spaziergang durch Braunschweig habe ich den Strauch entdeckt.

Pfaffenhütchen gehören zur Familie der Spindelbaumgehölze und sind sehr giftig. Auch für Tiere!

Der Strauch kann bis zu 6m hoch werden.
Von Mai bis Juni bilden vier weiße bis grünliche Blütenblätter die eher unscheinbaren Blüten des Strauches. Aus diesen entwickeln sich die Samen, die in knalligem Orange aus rosa-rot gefärbten Kapseln hervorplatzen.
Diesen Kapseln hat der Strauch auch seinen Namen zu verdanken, denn die Kapseln erinnern an die Bischofskappen katholischer Geistlicher.

Da ich beim Recherchieren zum Thema Pfaffenhütchen immer wieder über das Thema GIFT gestolpert bin, steht für mich fest, dass diese Pflanze nichts für meinen Garten ist.
Theoretisch kann man Pfaffenhütchen als Hecke pflanzen. Aber die auffällig hübschen Samenkapseln können bei Wind und Wetter im Herbst vom Strauch fallen und stellen dann eine große Gefahr für kleine Kinder oder auch Hunde dar.
Wenn du dir das Pfaffenhütchen in deinem Garten vorstellen kannst, findest du hier weitere Informationen.

Hier ist noch ein toller Link zur Bestimmung dieser Pflanze: baumkunde.de

Ich für meinen Teil finde diesen Strauch auf jeden Fall eine Augenweide, werde mich aber wohl lieber an seinem Anblick erfreuen, wenn ich ihn in freier Wildbahn finde.