Nutzgarten

Rundgang durch den Nutzgarten

Heute lade ich euch zu einem Rundgang durch unseren Garten ein. Es ist derzeit eine wahre Freude durch den Garten zu spazieren, weil sich derzeit einfach so unheimlich viel tut. Es gibt jeden Tag etwas leckeres zu ernten und immer wieder Neues zu entdecken.rote Johannisbeeren, mittlerweile zu Likör angesetztBrombeeren, erfreulicher Wildwuchs ErbsenFeuerbohnenGurkenHimbeerenKartoffeln in einer alten RegentonneKohlrabi, wie ihn jeder kenntKohlrabi in rot bzw. violettKürbisRettichStangenbohnenerste Tomaten, leider noch gründieses Jahr stehen die meisten Tomaten unterm DachZucchinis in grün…… und gelbauf die Äpfel freu ich mich schon!Die Pflaumen beginnen auch schon die Farbe von grün nach violett zu wechseln und auch sonst wächst noch so einiges mehr im Garten. An Nutzpflanzen fällt mir da noch unsere Kräuterschnecke ein, Neuseeländer Spinat, Sellerie, Amaranth, eine Wassermelone, Physalis, Topinambur…. Herrje, den Rest weiß ich gar nicht aus dem Kopf. Aber in diesem Jahr haben wir wirklich schon deutliche Fortschritte in unseren gärtnerischen Fähigkeiten gemacht und vieles gelingt nun besser bzw.überhaupt.Der Garten platzt aus allen Nähten und wir fast vor Stolz und Zufriedenheit. 😉

Probiers mal mit Gemütlichkeit…

Salat und Ringelblumen auf dem Fukuoka-Feld

In diesem Jahr läuft bei uns im Garten schon vieles strukturierter ab und wir genießen da Wissen und die Erfahrungen der letzten zwei super intensiven Gartenjahre.
Wir haben zwar noch lange nicht ausgelernt, aber das hat man im Garten wohl nie.

Eine besonders wichtige Erkenntnis für uns ist es, dass wir vieles einfach geschehen lassen. Im Winter habe ich noch einen konkreten Plan geschrieben, was ich in diesem Jahr wie und wo anbauen und aussäen möchte.

Doch vieles kam dann anders als gedacht….


Da waren z.B. die vielen Sorten aus dem Tauschpaket, die ich im Winter gar nicht in den Plan einbezogen habe, weil ich sie bis dahin gar nicht auf dem Schirm hatte. Von einigen Sorten aus dem Plan haben wir wiederrum gar kein Saatgut gehabt. Also wurden schonmal ein Teil des Winterplanes verworfen. Allerdings im positivem Sinne. Es ist ja nicht so, dass wir nun weniger Auswahl hätten. Es ist nur eine andere.

Und dann war da noch der Garten selbst, der auf sein Mitbestimmungsrecht pochte und wir haben beschlossen ihn gewähren zu lassen. 😉

Da ich ja vieles im Garten bis zur Samenbildung stehen lasse, hat sich nämlich eine ganze Menge selbst ausgesät und ist nun ohne unser Zutun da und teilweise sogar schon erntereif.
Vom Neuseeländer Spinat hab ich das gesammelte Saatgut z.B.falsch gelagert. Es ist mir verschimmelt. „So ein Mist!“ dachte ich noch, der hat uns so gut geschmeckt und war so pflegeleicht. Und nun?
Tja er hat sich 100fach selbst ausgesät im Garten und ich habe schon einige Pflanzen an die Nachbarn verschenkt.
Der Schneckenschreck „Jungfer im Grünen“ hat sich ebenfalls massenhaft selbst ausgesät. Wunderbar, brauch ich mich auch nicht weiter drum kümmern.

Besonders interessant wurde es rund um unseren Kompost und auf dem großen Beet zwischen den Pflaumenbäumen. Hier haben sich neben Ringel- und Sonnenblumen fünf verschiedene Salatsorten selbst angesiedelt. Ebenso ein paar Tomatenpflanzen.

Salat, vom Kompost verpflanzt + selbst Aufgelaufenes

Was um den Kompost gewachsen ist, habe ich teilweise verpflanzt, da wir es sonst sicherlich irgendwann plattgetreten hätten. Schließlich muss ich öfters mal an den Kompost ran…
Das Beet hab ich so gelassen, wie es war. Eigentlich lag hier zwar auch ein konkreter Plan vor, aber den hab ich nun komplett verworfen.
Im Tauschpaket war nämlich noch eine sogenannte „Fukuoka-Mischung“, von der ich mir einen Teil genommen habe.
Da musste ich auch erstmal im www nachschauen, was das überhaupt ist. Dieser interessante Link hat mich aber aufgeklärt. Da auf dem Beet ja sowieso eine wilde eigene Mischung einfach so vor sich hinwächst, habe ich das Fukuoka-Saatgut einfach dazwischen geschmissen.
Außerdem haben wir eine Mulchschicht aus wurzel- und samenfreien „Un“kraut aufgebracht und überlassen es nun tatsächlich sich selbst. Naja, bewässern müssen wir bei dem trockenem Wetter schon noch. Doch es tut sich bereits was. Bin gespannt, wie sich dieses Gartenstück entwickeln wird.

wilde Malve

Dann gab es da noch die Pflanzen im Garten, die ich im letzten Jahr ausgesät hatte, aber wo wir im Grunde Null komma Null Ernte hatten. Die „grüne Melde“ entpuppte sich als „wilde Malve“ und ist in diesem Jahr richtig groß und üppig geworden. Sie blüht fleißig und liefert uns die Grundlage für einen schönen Malvenblütentee. Die Weinraute wurde im letzten Jahr nur wenige Zentimeter groß, aber sie hat tatsächlich den Winter überlebt und ist nun richtig buschig gewachsen. Ebenso der Anis-Ysop.
Der Knolauch, der sich im letzten Jahr irgendwie selbst angesiedelt hatte, hat sich ebenfalls prächtig etwickelt und wir haben auch hier ohne unser Zutun eine erstaunliche Menge im Garten.

Ja und zu guter Letzt sind da noch die vielen Wildpflanzen, die einige gerne auch als UNkräuter bezeichnen.
Es gibt da zwei, drei Sorten, die entferne ich auch konsequent. Da sie sich tatsächlich um die Kulturpflanzen schlingen und sie rücksichtslos verdrängen oder sich unkontrolliert ausbreiten und ohne Einschreiten auch den Garten für sich allein beanspruchen würden.
Das meiste an „Un“kräutern bleibt aber stehen. Es blüht meistenteils recht hübsch und lässt sich, wenn es notwendig wird, sehr einfach entfernen und dann gleich wieder als Mulchmaterial verwenden.
Bei den Nachtkerzen hab ich nachgeholfen, davon hab ich letztes Jahr einfach die Samen an verschiedene Stellen im Garten geworfen. Aber z.B. Herr Gundermann kam von ganz alleine. Total hübsch hat er im April geblüht. Hab erst überlegt, ob es eine Art Taubnessel ist, aber die Blüten waren halt mehr blau als violett und die Blätterwaren auch anders.
Tja und was soll ich sagen: Das Kraut ist lecker und vor allem hat es mir bei meiner Kieferentzündung richtig weitergeholfen. Im Internet hab ich gelesen, dass Gundermann gegen Eiter helfen soll. Hmmm… Okay, da die apothekenpfichtgen Chemiekeulen nur bedingt geholfen haben, wollte ich zumindest mal ausprobieren ob es funktioniert. 2-3 mal am tag hab ich ein paar Blätter etwas durchgekaut und in die betroffene Wange gestopft. Jeweils für ca.eine halbe Stunde…. Und das hat bei mir wirklich funktioniert. Deshalb werde ich dem Herrn Gundermann auch ganz gewiss noch einen eigenen Beitrag widmen.

Wie ihr in dem Bericht lesen könnt, kommt man mit Gelassenheit doch ganz gut zurecht im Garten. Ein bisschen „laissez faire“ und viele Dinge regeln und unterstützen sich selbst. Das gilt nicht nur, aber meiner Meinung nach vor allem in der Natur.
Ich finde das toll!

Selbstversorgung auf kleinem Raum

Viele die von Selbstversorgung träumen, wünschen sich für ihre Zukunft einen eigenen Hof mit großem Grundstück. Das wünsch ich mir ja eigentlich auch.Nur ist die Selbstversorgung ja auch ein Schritt, um sich von Geld- und Wirtschaftskreisläufen unabhängig(er) zu machen. Um einen eigenen Hof zu bekommen, ist es aber in der Regel notwendig eine größere Summe Geld in die Hand zu nehmen. Haus & Hof wollen erworben werden und natürlich sollte auch notwendige Instandhaltung nicht vergessen werden.Wer über die notwendigen finanziellen Mittel nicht verfügt, müsste sich um einen Kredit kümmern. Dieser bewirkt aber das Gegenteil dessen, was viele mit Selbstversorgung anstreben.Ist die Idee von Selbstversorgung deshalb ein utopischer Traum? Sicherlich nicht!Auch in kleinen Schritten kann das Ziel erreicht werden. Wir haben uns mitten in der Stadt einen Kleingarten zugelegt. Dieser hat 340m2. Für einen Kleingarten sehr groß, für eine vollkommene Selbstversorgung recht klein.Hier mal eine Liste mit einigen Beispielen, welche Aspekte wir nutzen, um einen möglichst hohen Ertrag aus unseren Möglichkeiten zu schöpfen:ertragreiche Sorten auswählen => In diesem Jahr haben wir z.B. Busch- und Stangenbohnen im Garten gehabt. Die Buschbohnen blühten nach der Ernte ein zweites Mal und wir konnten von den Pflanzen nochmals ernten. Die Stangenbohnen aber wachsen permanent nach. Seit Ende Juni ernten wir ohne Unterlass von den Stangenbohnen, da sie fortlaufend neue Früchte bilden. Also werden wir im kommenden Jahr die Buschbohnen weglassen und ausschließlich Stangenbohnen anbauen.Nachbarschaftshilfe => Haben die Nachbarn andere Obst- und Gemüsesorten im Garten, bietet es sich an untereinander zu tauschen. So haben wir im Frühjahr Kirschen von den Nachbarn bekommen und revanchieren uns jetzt mit Pflaumen. Obstbäume => ausgewachsene Obstbäume bieten in der Regel einen Ernteerfolg, der für einen Haushalt mehr als ausreichend ist. Wir haben Äpfel- und Pflaumenbäume auf unserem Grundstück und was soll ich sagen… Äpfel und Pflaumen haben wir definitiv im Überfluss. Da sich beide Obstsorten gut als Vorrat anlegen lassen, kann auch für ein ernteschwächeres Jahr vorgesorgt werden.platzsparende Möglichkeiten nutzen => Eine Kräuterspirale benötigt verhältnismäßig wenig Platz und bietet anschließend die unterschiedlichsten Standortbedingungen für diverse Kräuter.Mit einem Hügelbeet lässt sich, durch die entstehende Wölbung, die Anbaufläche vergrößern.Zusatzangebote der Natur nutzen => Wer sich mit Wildkräutern, -früchten und Pilzen auskennt, kann seinen Selbstversorgerspeisezettel um einiges erweitern. An Pilze trau ich mich noch nicht selbst heran, da werde ich erst einen Kurs mit professioneller Anleitung nutzen. Aber Wildkräuter haben wir schon einige kennen und nutzen gelernt. Ganz zu schweigen von Holunder-, Walnuss- , Obstbäumen und Beerensträuchern, die relativ häufig auch in der Natur anzutreffen sind.vielfältige Verarbeitungsmöglichkeiten => Je mehr Verarbeitungsmöglichkeiten man kennt, umso mehr kann man mit dem Geernteten anfangen, ohne das es langweilig wird. Äpfel lassen sich, so wie sie vom Baum kommen einlagern, können aber auch zu süßem Apfelgelee oder würzigem Chutney verarbeitet werden.Nutz- und Zierwerte kombinieren => Ein Garten sollte nicht nur auf den reinen Nutzen ausgerichtet sein. Jedem fleißigem Gärtner sei auch mal eine Erholungspause in seiner kleinen Oase gegönnt. Doch kann man bei der Auswahl von blühenden Pflanzen darauf achten, dass sie neben ihrem Zierwert zusätzlich auch einen Nutzwert bieten.Das waren so die wichtigsten Eckpunkte, die nach unseren eigenen Erfahrungen, den größten Nutzen bringen und dennoch relativ simpel in der Umsetzung sind.Das wichtigste ist auf jeden Fall Austausch mit anderen und stetiges lernen und wachsen, an dem was man tut. Dann kommt man seinem Selbstversorgerziel Stück für Stück näher.

Kapuzienerkresse (Tropaeolum majus)

Kapuzinerkresse gehört zu einer meiner liebsten Gartenpflanzen. Denn auch die Kapuzinerkresse ist hübsch anzuschauen, einfach in der Pflege, Samen sammeln ist easy und sie bringt mehrfachen Nutzen.Da sie wunderbare Ranken bildet, kann man Kapuzinerkresse sehr schön unansehliche Mauern und Zäune zu einem Meer aus Blüten verwandeln.über die Pflanze:Kapuzinerkresse hat ihre Heimat in Mittelamerika. Es sind etwa 80 verschiedene Sorten bekannt.Sie hat kreisrunde Blätter und leuchtende Blüten. (Sorte auf den Fotos: „Rankender Roland“)Ausaat & Pflege:Der Boden sollte nicht zu nährstoffreich sein. Ansonsten werden weniger Blüten von der Pflanze produziert, dafür aber noch mehr Blätter.Ausgesät werden kann im Freiland ab April.Blütezeit: Juni – OktoberNutzen:Die Kapuzinerkresse ist eßbar, ihre Blätter genauso wie ihre wunderschönen Blüten.Aber auch als Heilkraut wird die Kapuzinerkresse verwendet.Im Garten bzw. auf dem Balkon zieht sie wie magisch Blattläuse an. Und das ist auch gut so! Denn die umliegenden Pflanzen bleiben dadurch geschont.Tipps:Wenn du die Kapuzinmerkresse auf deinem Balkon anbauen möchtest, solltest du sie ab April in der Wohnung am Fenster aussäen. Die Pflanzen später bloss nicht zu dicht  in einen Kasten oder Kübel pflanzen. Sie brauchen Platz!