von Namen und Grundsätzen und Regeln….

… oder: Warum man nicht immer alles so eng sehen muss.

Aus dem Blog „grüner Himmel“ ist der Blog „Hortus ‚grüner Himmel‘ geworden. Warum? Weil wir seit einigen Jahren das 3-Zonen-Prinzip in unserem Garten anwenden und gerne ein Teil dieses Netzwerks sind.

Vor längerer Zeit habe ich euch schon einmal das Hortus-Netzwerk und das dahinterstehende Naturgarten-Prinzip vorgestellt. Den Beitrag könnt ihr hier gerne nochmal nachlesen.

Die Sache mit dem Namen

Nun ist das ja so, dass sich jeder am Netzwerk beteiligen kann und das trägt man am besten nach außen, wenn man seinem Garten einen entsprechenden Namen gibt der mit HORTUS anfängt.
Hortus ist erstmal nichts anderes, als die Übersetzung von ‚Garten‘ ins Lateinische. Dann folgt ein Name, der die Persönlichkeit und Besonderheit des Gartens oder Gärtners zum Ausdruck bringt. Viele fühlen sich nun der lateinischen Sprache verpflichtet und suchen nach Übersetzungen ihrer Namensideen.
Das muss aber gar nicht unbedingt sein! Nirgends steht geschrieben, dass es in Latein sein muss.

Ich hab mich da anfangs auch echt schwer getan und fand die Übersetzung von ‚grüner Himmel‘ irgendwie blöd. Dann habe ich mir krampfhaft einen anderen Namen gesucht, der hat schon auch irgendwie gepasst. Aber nur irgendwie und nicht so richtig.

Nun ist aus Hortus ‚hercule‘ Hortus ‚grüner Himmel‘ geworden. Damit fühlen wir uns jetzt wohler. Der Name hat für uns Geschichte und zufälligerweise passt er jetzt auch, aus einem ganz anderem Grund.
Und über diesen Grund komme ich zum zweiten Teil dieses Beitrags.

Grundsätze und Regeln…

Es gibt ein paar Grundsätze, die einen Hortus im Sinne des 3-Zonen-Gartens ausmachen. Die kann man auch auf der Webseite des Netzwerks nachlesen:

  • Alle drei Zonen: Pufferzone, Hotspotzone und Ertragszone sind bekannt und wenn möglich vorhanden, ein funktionierender Kreislauf wird angestrebt.
  • Ökologisches Verständnis und Achtung des Lebens sind das Ziel und die Grundlage.
  • Pflanzung vorwiegend einheimischer und standortgerechter Arten
  • Keine Biozide, Herbizide, sonstige Chemie oder Düngemittel
  • Schaffung von Strukturelementen und Naturmodulen für wild lebende Tiere
    Quelle: https://hortus-netzwerk.de/hortus-netzwerk/

Alle grün markierten Absätze sind Regeln, die aber allesamt Formulierungen enthalten, die darauf hinweisen, dass es durchaus auch Ausnahmen geben darf. Wenn möglich vorhanden, heißt muss ich nicht zwangsläufig haben.

Ich habe mal die Absätze rot markiert, die man meiner Meinung nach im Hortus-Netzwerk als eine Art „Gesetz“ oder „feste Regel“ ansehen kann. Etwas anstreben, heißt das man es noch nicht unbedingt hat, genauso wenn etwas noch in der Schaffensphase ist. Vorwiegend heißt eben nicht ausschließlich….

Warum der ‚grüne Himmel‘ ein Hortus ist

Wir kennen die 3-Zonen, haben aber eigentlich nur zwei in unserem Garten konkret aufgebaut. Warum? Unsere Fläche ist sehr klein und muss mehrere Zwecke erfüllen. Da wäre eine Pufferzone sehr platzraubend und wenn ich so über und um unseren Garten schaue, gibt es da eine Menge Pufferzone. Halt nur nicht innerhalb unseres Gartenzauns.

Zwischen grünem Zaun und dem Totholzhaufen rechts befindet sich unser kleiner Hortus. Auf diesem Bild kann man die beiden Bäume gut erkennen, die unsere Pufferzone bilden.

 

So sieht es aus, wenn ich mittig in unserem Garten stehe und nach oben schaue.

Wir ernten gerne eigenes Gemüse und in der Umgebung blüht nicht so viel. Deshalb nutzen wir lieber den verfügbaren Platz für möglichst viel Hotspotzone und Ertragszone.
Schlimm? Nö.

Und deshalb horteln wir so vor uns hin wie es uns gefällt, so wie es uns die örtlichen Gegebenheiten vorgeben und so wie es für uns am praktikabelsten ist. 🙂

angestrebte Kreisläufe

Noch ein Beispiel für „unperfekt“, aber völlig okay:

Unsere ausgegliederte Pufferzone beschert uns auch jede Menge Nährstoffeintrag in Form von Herbstlaub und sehr gerne auch Totholz in Form von riesigen Ästen oder kleinen Zweigen.

Die Pufferzone ist so mächtig und unsere Ertragszone überschaubar. Auch unsere Naturmodule sind überschaubar in ihrer Größe. Deshalb sind auch die Kreisläufe in unserem Hortus nicht perfekt.

Das ist nur ein Bruchteil vom Laub das uns erwartet….. Auf der Rasenfläche und auf den Magerbeeten kann es schon mal nicht verbleiben….

Ein Teil lässt sich um die Johannisbeersträcher am Zaun verteilen, aber eben nicht viel. Ein größerer Teil liegt auf den Ertragszonenbeeten. Auf einem sogar besonders viel, denn das soll für’s nächste Jahr erweitert werden und so stirbt das vorhandene Gras an der Stelle ab und das Bodenleben kommt in Gang.

Hier muss das Herbstlaub regelmäßig weg.

 

Wir verarbeiten so viel wie geht in Form von Mulch in den entsprechenden Gartenbereichen und Totholzelementen um den Tierchen geeignete Verstecke zu bieten. Aber ein großer Teil verlässt halt auch den Garten. Das ist okay. Wir machen das Beste aus dem was wir haben.

Unser Käferkeller (das Totholz ist hier zum Teil in der Erde) ….

…. und unser kleiner Reisighaufen schlucken erstaunlich viel, von den Zweigen, die vom Himmel fallen.

Fazit: Das Hortus-Netzwerk ist ein toller Zusammenschluss motivierter Menschen, die etwas für die Natur tun möchten. Das alles ohne Zwang, aber in einem guten Rahmen. Wir finden im Netzwerk Hilfe, Unterstützung und jede Menge Anregungen, wir lernen voneinander und miteinander. Wir fühlen uns wohl und freuen uns ein Teil vom Hortus-Netzwerk sein zu dürfen.

Abschließend ein schönes Zitat von der „Letzten Instanz„:

Wir sind allein über Millionen Sterne,
wenn wir zusammen scheinen, können wir die Welt erhellen.

In diesem Sinne: Fang an anzustreben, zu verstehen, nutze deine Möglichkeiten und mach mit! 🙂

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