wenigstens eine kleine Ecke

Im letzten Jahr fielen meine gärtnerischen Aktivitäten recht schmal aus. Doch vor unserem Haus haben wir eine kleine Terrasse und wenigstens hier hatten wir das ganze Jahr ein Meer von bunten Blumen und einigen Kräutern. Als kleine Anregung und um ein bisschen die Vorfreude auf den Frühling hervor zu locken, will euch heute mal unseren Mini-Terrassen-Garten vorstellen.

wenig Platz, aber gut genutzt

So sah es im Sommer vor unserem Haus aus. Ende Mai hab ich erst angefangen die Terrasse überhaupt herzurichten, deshalb gibt es auch keine Bilder aus dem Frühjahr.

Die Blumenkästen mit Geranien gehören unserem Vermieter. Sein Heiligtum um das er sich mit viel Hingabe kümmert. Bisher war ich kein sonderlicher Geranienfan, aber es passt zum Haus. Jetzt gefällt es mir doch ganz gut.

Die Terrasse ist ca. 2 x 2 Meter groß oder besser gesagt: klein. Doch mit drei großen Kübeln haben wir ihr erstmal einen Rahmen gegeben. Rechts neben der Terrasse ist ein ganz kleines Beet, vielleicht 0,5m². Neben der Haustür stehen zwei größere Kübel, die jahreszeitlich dekoriert und bepflanzt werden, außerdem stehen noch ein paar Töpfe und eine alte Zinkwanne auf den Stufen.

Was wächst denn da?

Sonderlich viel Platz bot sich auf der Terrasse nicht an. Mein Plan war es eigentlich, die großen Kübel mit irgendwas zu bepflanzen, was etwas höher wächst und die kleine Ecke deutlich abgrenzt. Ebenso sollten auf dem Minibeet hohe Stauden wachsen.
So recht wusste ich aber nicht, was da mal wachsen soll. Von einem Einkauf in einer kleinen Gärtnerei brachte ich mir ein paar Stauden mit. Sie gefielen mir gut, sonst hätte ich sie ja nicht gekauft. Aber sie waren so ganz anders, als geplant. Außerdem hatte ich bei meiner Auswahl nicht bedacht, dass die Stauden ihre Blütezeit fast hinter sich hatten. Und so freue ich mich auf den kommenden Frühling und hoffe, dass wir dann länger in den Genuss von Ehrenpreis und Purpurglöckchen kommen.

Was mich aber wirklich überzeugt hat im letzten Jahr, waren die Löwenmäulchen, die ich mir an dem Tag ebenfalls mitgebracht hatte. Was da im Laufe des Jahres für Farben zum Vorschein kamen und wie robust die sind. Einfach super!
Das Beste: Es gab jede Menge Samen und ich freue mich schon jetzt auf viele neue Löwenmäulchen

Ein weiteres Highlight war der Buschbasilikum, der unglaublich groß geworden ist und tatsächlich durchgehend geblüht hatte. Er war stets von vielen Insekten besucht und oft saß ich einfach nur auf unserer kleinen Terrasse und schaute den fleißigen Bienen und Hummeln zu und erfreute mich an verschiedensten Schmetterlingen, während mein Töchterchen einen Mittagsschlaf hielt. Auf dem nächsten Bild seht ihr die tollen violetten Blüten, auf dem folgenden steht der Basilikumtopf rechts in der Ecke.

Andreas brachte mir mir einige Tage später eine Schale mit kleinen Pflänzchen mit und meinte, die Verkäuferin hat gesagt, dass wären Staudenableger, er hat aber vergessen welche. Ich wunderte mich, weil mich die kleinen Pflanzen doch sehr an Tagetes erinnerten. Waren es dann auch.

Unsere Nachbarin ist irgendwann im Frühjahr mal durch den Ort gegangen und hat überall Sonnenblumen ausgesät, wo sie ein Stück Erde an der Straße gesehen hat. Eine ist dann auch auf unserem Minibeet gewachsen.

Im Herbst erblühte dann die Aster, die ich von den Nachbarn hatte. Es war nur ein schmaler Stängel, der im Frühjahr bei Gartenarbeiten abgebrochen war und ein paar einzige Wurzeln hatte. Ich hab ihm einfach mal eine Chance gegeben:

Und was wächst da noch?

Es gibt noch mehr in diesem kleinen Garten. Eine Rose, die aber in diesem Jahr einen neuen Standort bekommen wird, weil sie sich nicht so wohl am jetzigem Standort fühlt. Und eine ganze Menge Stauden, die ebenfalls umziehen werden, weil es zu viele auf zu engem Raum sind. Es gibt Fetthenne, rosafarbene Schafgarbe, Frauenmantel, weiße Lichtnelken,noch neue Astern und eine Hortensie.

Außerdem gibt es da noch Pflanzen, die in einem kleinerem Topf wachsen, den ich aber in den großen, breiten Kübeln selbst eingepflanzt habe.
Das ist einmal Lavendel, der es sehr trocken mag. Eigentlich würde er dort mit den anderen Pflanzen nur schwer wachsen können, weil der Wasserbedarf zu unterschiedlich ist. Aber in einem eingebuddeltem Topf mit Sand gefällt es ihm dort trotzdem.
Die Pfefferminze (die ich für 10 Cent im Supermarkt ergattert habe… Sie war schon ziemlich lediert und wohl bald ganz im Müll gelandet…), sie wächst in einem kleinerem Topf, damit sie sich nicht zu sehr ausbreitet. Hat sich wunderbar erholt und wird uns in diesem Jahr sicherlich mit ausreichend Minze für frischen Tee versorgen.

Ach ja, die zwei Chillipflanzen hab ich vergessen zu erwähnen. Sietrugen am Ende der Saison sehr reichlich, doch keine Chilli ist ausgereift. Ich hab sie aber auch erst im April ausgesät und mir gedacht: „Mal schauen was da noch draus wird!“

 

Wie ihr seht, kann man eine ganze Menge machen, auch ohne richtigen Garten. Ich würde mich freuen, wenn ich eure Gartenlust (wieder) erwecken konnte und der / die ein oder andere sich in diesem Jahr wenigstens eine kleine Topfgartenterrasse anlegt.
Es braucht nicht viel: Töpfe, Kübel, Kisten… mit Erde auffüllen und entsprechend des künftigen Standorts und den eigenen Vorlieben bepflanzen. Alles um eine Sitzgelegenheit herum drapiert und fertig ist eine kleine Ruheoase. So ein Eckchen dürfte sich beinahe überall finden lassen. Selbst wenn ihr in der Stadt wohnt: Traut euch und fragt eure Vermieter. Unsere Erfahrungen in Berlin haben gezeigt, dass die meisten Vermieter es sogar ganz toll finden, wenn sie keinen Hausmeister / Gärtner bezahlen müssen um die Hinterhöfe in Schuss zu halten.

 

ein (fast) jahreszeitliches Ende

Der Beitrag ist nun doch recht lang geworden, dabei gibt es noch viel zu erzählen. Doch ich komm jetzt mal mit ein paar beinahe jahreszeitlich passenden Fotos zum Ende.:

 

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12 Kommentare für “wenigstens eine kleine Ecke

  1. 11. Februar 2017 at 10:22

    Die noch so kleinste Ecke kann perfekt genutzt werden, und deine Ecke ist echt schön. Gefällt mir auch mit solch vielen Kübeln und wie man sehen kann gedeihen die Pflanzen auch prächtig. Mag es auch so bunt „durcheinander“, keine „Soldaten“ die schon fast salutieren 😉 Habe ich auch bei mir und die Löwenmäulchen dürfen wachsen wo sie wollen, auch auf dem Hof und aus Ritzen. Ich kann mich immer erfreuen wenn die Bienchen sich niederlassen.

    Geranien mag ich übrigens gerne, schon immer weil sie für mich einfach so toll aussehen können und wirken. Gerade so in rot strahlen sie richtig.

    Hier haben wir dieses Wochenende ein sehr trübes Wochenende, mit Warnmeldungen gelb und orange. Der Regen hat schon eingesetzt und ich hoffe der heftige Wind bleibt aus. Der macht mich immer mürbe.

    Dir wünsche ich jedenfalls ein schönes Wochenende und sende liebe Grüsse rüber

    N☼va

  2. 11. Februar 2017 at 19:07

    Hallo Annika,
    Wie heißt es so schön „Probieren geht über Studieren“?
    Also probiere ich es nochmals mit Deinem Blog.
    Dieser Beitrag gefällt mir sehr, sehr gut – warum?
    Weil ich zwar keine Terrasse aber einen Balkon (Loggia) habe, der auch nicht allzugroß ist
    und weil mir die Vielfalt Deiner Pflanzen imponiert. Ja, das ist es was Blumen ausmacht.
    Nicht die planmäßige Ordnung der verschiedenen Gewächse, sondern von hier ein wenig und von da auch noch.
    Das kommt einem Garten – den wir in Wirklichkeit nicht haben – am Nächsten.
    Tolle Anregung für mich heuer, etwas von Deiner Idee abzukupfern ;-)) (Danke)

    Inzwischen liebe Grüße und ich hoffe es klappt mit der Verständigung.
    Elisabetta

    • Annika
      Annika
      12. Februar 2017 at 09:35

      Liebe Elisabetta,
      das freut mich ja gleich doppelt: Das es mit dem Kommentieren nun klappt und das du für dich ein paar Anregungen mitnehmen konntest.

      Liebe Grüße und bis bald! 🙂

  3. 11. Februar 2017 at 20:48

    Liebe Annika, das sind ganz wunderbare Bilder! Ich finde auch, dass Ihr jedes Fleckchen perfekt genutzt habt. Außerdem kann man immer wieder Verbesserungen vornehmen. Wir haben Haus und Garten nun auch schon ein paar Jahre und es gibt noch immer Potential nach oben.

    LG kathrin

    • Annika
      Annika
      12. Februar 2017 at 10:56

      Das nie endende Potential ist doch auch das tolle an einem Garten! Und trotzdem ist ein Garten schon perfekt, bevor er perfekt ist! 🙂

  4. 11. Februar 2017 at 21:02

    …so ein schöner Platz, liebe Annika,
    mit einer unglaublichen Vielfalt auf kleinstem Raum…und so liebevoll arrangiert und gehegt und gepflegt…ich staune und bewundere…dein Daumen ist bestimmt grün Oder ;-)?…die Löwenmäulchen finde ich großartig, damit habe ich kaum Glück, da mache ich wohl was falsch…wie viel musstest du den gießen? da warst du doch sicher täglich beschäftigt bei den vielen Töpfen…schön, dass du das noch zeigst -auch wenn es für Vorfreude nicht notwendig ist, denn die ist bei mir sowieso schon groß…

    habt einen schönen Sonntag,
    liebe Grüße Birgitt

    • 11. Februar 2017 at 21:03

      danke, dass der Captcha weg ist, so hat es gleich beim ersten Mal geklappt!!!

      • Annika
        Annika
        12. Februar 2017 at 10:49

        Gut das es jetzt klappt. Freut mich! Musste jetzt nur das Moderieren von Kommentaren aktivieren, wegen Spam… Aber werde mich bemühen möglichst schnell freizuschalten.

        Liebe Grüße!

    • Annika
      Annika
      12. Februar 2017 at 10:54

      Ach das Gießen war gar nicht so ein Problem und das trotz praller Sonne. Selbst wenn mal nicht gegossen wurde und die Pflanzen schlapp gemacht haben: Sofern wir am Abend oder in den frühen Morgenstunden gegossen haben, haben sich immer alle berappelt. Abends gießen ging aber nur in den Töpfen. Das Beet wäre sonst von Schnecken überrannt.

  5. 14. Februar 2017 at 00:44

    Mir gefallen die Kunststoff-Kästen nicht so gut, aber sonst wirklich sehr schön.

    • Annika
      Annika
      20. Februar 2017 at 17:50

      Da geb‘ ich dir recht. Etwas anderes als Kunststoff wäre schon schöner. Ich habe die Kübel gekauft, weil ich unbedingt was machen wollte und hier in der Umgebung keine anderen bekommen konnte. Eigentlich sollte ich da auch konsequent sein, aber mir war so nach Garten, dass ich mich hab verleiten lassen.

  6. 14. Februar 2017 at 09:20

    Liebe Annika, das ist ja wirklich ein kleines Plätzchen zum Genießen! Und welche Vielfalt ihr da auf so kleinem Raum habt … Gratuliere!
    Wir haben etwas mehr Platz zum Gärtnern – auch wenn wir immer jammern, dass unser Garten sooo klein ist. Und auch in diesem Jahr werden wir wieder ein wenig mehr anbauen können…. Ich freue mich schon, meine Ideen zu verwirklichen – aber bis dahin ist noch ein wenig Zeit.
    LG Marie

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