Binnendüne bei „Klein Schmölen“

Binnendüne_PanoramaZwei Mal waren wir jetzt zum Spazieren bei der Binnendüne in Klein Schmölen. Das liegt in der mecklenburgischen Elbtalaue, ganz in der Nähe von Dömitz. Wir waren schon oft an dem Hinweisschild vorbeigekommen, aber nun haben wir uns endlich mal die Zeit genommen und die wunderbare Landschaft dort genossen.

Es war herrlich und wir werden bestimmt immer mal wieder hinfahren Es ist ein unglaublich schöner Ort und im Wandel der Jahreszeiten gibt es dort bestimmt einiges zu entdecken. Beim ersten Spaziergang hatten wir so ziemlich jede Wetterlage innerhalb einer Stunde. Erst war es stark bewölkt, dann kam die Sonne kurz raus, dann wieder Wolken und Schneeregen, dann etwas mehr Schnee als Regen und zum Schluss wieder Sonne. Beim zweiten Mal war es überwiegend bewölkt. Ich hoffe euch gefallen die Fotos trotzdem.

Binnendüne1

 

Was ist eine Binnendüne?

Kurz: Zunächst ist es mal eine Düne, wie wir sie kennen: Eine Aufwehung aus Sand. „Binnen“ sagt dann etwas über die Lage aus. Sie liegt eben nicht an der Küste, sondern im Landesinneren.

Binnendüne_SandSandSand

Ausführlich: Die Geschichte der Binnendünen begann zum Ende Eiszeit, als das Schmelzwasser der Gletscher eine 20-40m dicke Schicht aus Sand ins Urstromtal spülte. Der Fluss grub sich immer tiefer in den Sand  und es entstanden hohe Uferbereiche aus Sand, die austrockneten, weil die Wasseroberfläche eben tiefer eingebettet lag.
Die Dünen selbst  entstanden vor etwa 10.000 Jahren in der Nacheiszeit. Zu der Zeit gab es wenig Vegetation und so hatte der Wind leichtes Spiel mit seiner Kraft über den Boden zu fegen, Sand zu formen und aufzutürmen.

Starker Wind war in der Lage selbst aufgeschichtete Sandberge Stück für Stück weiter zu wehen und andernorts erneut aufzutürmen. So „wanderten“ die Dünen teilweise durchs Land.

In Mitteleuropa wurde die Vegetation auf den Dünen nach der Eiszeit rasch wieder dichter und es entstanden Waldflächen. Diese neuen Wälder hinderten künftig den Wind daran, die Dünen erneut fortzuwehen.

Binnendüne_Bäume

Die Dünen sind von den Menschen schnell als überflutungs-sichere Inseln erkannt und besiedelt worden. Bereits in der Bronzezeit wurden die Wälder auf und um den Dünen teilweise wieder gerodet. An diesen Stellen kam es dann erneut zu Verwehungen des Sandes und das Erscheinungsbild der Düne veränderte sich wieder.

Im Mittelalter stieg der Bedarf Weideland für Schafe und Holz. So wurde die Vegetation wieder ein Stück mehr zurückgedrängt. Erneut kam es zu Verwehungen und Veränderungen bei den Dünen. Diese Nutzung setzt sich bis ins 18./19. Jahrhundert fort. Sandtrockenrasen breitete sich aus.

Heute ist die Düne bei Klein Schmölen gut 30 Meter hoch, 2km lang und 600m breit. Dahinter erstreckt sich ein Wald, der überwiegend aus hohen Kiefern besteht.

DSC00341_1

Wichtiger Hinweis zum Schluss, aber eigentlich auch selbstverständlich: Die Dünen sind ein Naturschutzgebiet und so darf man die vorgegebenen Wege nicht verlassen!!

Binnendüne_Naturschutzgebiet

Hier ein Link mit noch mehr Bildern. Meine Eltern waren nämlich beim zweiten Spaziergang auch mit dabei.

2 Kommentare für “Binnendüne bei „Klein Schmölen“

  1. 18. März 2016 at 08:18

    Na klar doch, auch solche Himmel haben ihren Reiz und du hast fantastische Aufnahmen gemacht!

    Ein absolut toller Post, sowas von lehrreich und dazu noch herrliche bebildert. Ich bin regelrecht mit spazieren gegangen. Kann mir sehr gut vorstellen dass ihr da wieder mal hin möchtet. Wäre ich mal vor Ort würde ich mir das auch nicht entgehen lassen wollen. Denke auch mal beim nächsten Besuch wirst du dann auch erneut Dinge entdecken und auch sehen wie sich selbst dort die Flöra verändert. Echt ganz toll, und ja ,eigentlich selbstverständlich ist es doch traurig das es solche Schilder immer noch geben muss, vor allem weil es Idioten gibt die sich dennoch drüber hinwegsetzen.

    Danke dir dass du uns mitgenommen hast, gerne immer wieder.

    Schon mal ein schönes Wochenende wünschend sende ich liebe Grüssle

    N☼va

  2. 20. März 2016 at 11:19

    Guten Morgen liebe Annika,

    gestern hab eich an dich gedacht, denn gestern habe ich in einigen fnnf-Beiträgen gestöbert. Dabei kamen schöne Erinnerungen hoch. Schön!

    Dünen finde ich magisch anziehend. Vielleicht weil sie so veränderlich sind und der sie umgebenden Landschaft trotzdem einen unverwechselbaren Stempel aufdrücken. Allein die Kombination von Sand und Heidekraut, Kiefern etc. ist für mich Seelenbalsam pur. Kommen dann noch die jahreszeitbedingten Farbwechsel (gern auch mit Nebel!) hinzu, kann mir beim Betrachten solcher Landstriche schon mal der Atem stocken.

    Spaziergänge in so einem interessanten Umfeld bereichern, wie ich finde, immer. Auch bei wechselhaftem Wetter. Deine Bilder spiegeln genau dies wieder. Danke für sie!

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.

    Alles Liebe
    Anna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.