zwei Wochen Landleben

Wir sind erstmal wieder da. Nach zwei Wochen intensiven Landlebens, sitze ich gerade das erste Mal wieder ganz in Ruhe zu Hause und habe die Zeit, mal etwas von unseren Erlebnissen und Eindrücken aufzuschreiben.

Am Pfingstwochenende kam Andi Samstag Abend von der Arbeit und wir sind noch am selben in die Prignitz gestartet. Um 22Uhr kamen wir an. Wir wollten unbedingt raus aus der Stadt.

Pfingsten – Hitze, Party & irgendwie ankommen

Der Pfingstsonntag begann für uns also schon mit einem wunderbaren Morgen in der schönen Prignitzer Umgebung. Alles war entschleunigt. Verglichen mit der Stadt sowieso, aber die unglaublichen Temperaturen taten ihr übriges. Alles geschah in ausgeprägter Langsamkeit an diesem Tag.

Es war eine Party für Sonntag geplant, zu der noch einige Leute aus Berlin angereist kamen. Es war ein sehr geselliger Tag mit richtiger Festival-Atmisphäre. Da die „Jungs“ ja alle auch irgendwie im Eventbereich tätig sind, wurde für die eigentlich kleine Privatparty eine Bühne, Sitz- und Grillecken und ein großer Pool aufgebaut.

Sogar ein Kompostklo wurde anlässlich dieses Ereignisses gebaut. Hab ich leider nicht fotografiert. Aber die Jungs haben ein drei Meter tiefes Loch ausgegraben. Drumherum wurde aus Holzplatten eine geräumige Kabine gebaut. Im Vertrauen auf gutes Wetter und in Anbetracht des unbeschreiblichen Nachthimmels über der Prignitz wurde auf ein Dach verzichtet.
Im Innenbereich wurde ein weiterer Holzkasten eingebaut, im etwa wie eine Bank. Auf der oberen Seite wurde eine ganz normalen Klobrille mit Deckel angebracht. Die Tür war der Brüller. Ein blickdichter schwarzer Vorhang auf dem sich in goldenen Buchstaben der Name eines edlen Modelabels stetig wiederholte.

Ein echtes Erlebnisklo. 😉

Am Abend gab es so gegen 23Uhr ein Gewitter und Platzregen. War aber nicht schlimm. Ich wollte eh langsam ins Bett, da ich am nächsten Tag um 5Uhr aufstehen wollte. Ab morgen Landleben pur! Wir sind angekommen.

Der frühe Vogel… und die heißen Tage

Es gibt Aufgaben, die jeden Tag erledigt werden müssen, so oder so. Das waren bei der Hitze vor allem das Bewässern und Lüften der Gewächshäuser.
Aber auch auf dem Acker und im Gemüsegarten, durfte nicht allzuviel liegen bleiben und einige Stunden allgemeiner Tätigkeiten mussten wir schon täglich irgendwie unterbringen.

Das heiße Wetter hat uns den Tagesablauf diktiert. Zwischen 6 und 9Uhr morgens haben wir die anstrengensten und wichtigsten Aufgaben erledigt. Ab 9 Uhr bemühten wir uns noch ein bisschen bei der Gartenarbeit durchzuhalten und dann machten wir eine ausgedehnte Siesta.
Es war einfach zu heiß, während der Mittagssonne auf dem Feld zu arbeiten.

Am späten Nachmittag nahmen wir dann so langsam wieder die Arbeit auf. Aber alles gemächlich und entspannt. Fertig waren wir meistens erst so gegen 21Uhr. Dann saßen wir gemeinsam beim Abendessen und ließen den Tag Revue passieren und besprachen was am nächsten Tag passieren musste.

Danach fielen wir dann einfach nur noch in unsere Betten und schliefen glückselig ein.

Wetterextremitäten

Nachdem es von über Pfingsten so extrem heiß war, gab es auch immer mal wieder kleinere Gewitter und kurze aber starke Regenschauer. Das war ganz gut, sonst hätten wir neben den Gewächshäusern auch noch Garten und Feld von Hand bewässern müssen.

Von Montag auf Dienstag allerdings gab es nachts ein ziemlich heftiges Gewitter und der Ort war kurzfristig ohne Strom.
Die Blitze zuckten am Himmel und der Donner rollte scheppernd über das Land. Dazu gab es fast eine Stunde ziemlich heftigen Regen. In dieser Nacht fielen 24Liter pro Quadratmeter.

Der nächste Morgen begann mit herrlichem Sonnenschein, als wenn nichts gewesen wäre.
Doch der eigentlich Hammer kam erst am Mittwoch zur Mittagszeit.

Unser kleines Gartenhaus richten wir ja nun gerade wieder her. Das Dach stand bisher nur auf der To-Do-Liste, hat aber weiter keine Beachtung gefunden. Aber das Wetter am Mittwoch wies uns deutlich auf die Dringlichkeit hin. Einen solchen Regen hab ich noch nicht erlebt.
Der Himmel zog sich zu und wir verkrümelten uns ins Häuschen. Als dann von jetzt auf gleich der Regen einsetzte, war mein erster Gedanke, dass das Dach es höchstens 5 Minuten aushält. Das war kein Regen mehr. Da wurden sintflutartig Wassermassen über uns ausgegossen. Das hat sich tatsächlich innerhalb von ein paar Minuten durch die Ritzen zwischen den Holzbalken gepresst.

Wir waren gerade in so einer gelassenen Grundstimmung, dass wir einfach das Bett in die trockene Raummitte geschoiben haben und erstmalgeschlafen haben.

Da kamen tatsächlich 46 Liter in 30 Minuten vom Himmel. Es war unglaublich.

Als wir später zum Einkaufen nach Kyritz fuhren, mussten wir erkennen, dass wir mit dem Regen noch gut weggekommen sind. Nur ein paar Kilometer von unserem Ort hat das Unwetter eine Spur der Verwüstung hinterlassen und zahlreiche Bäume umgeknickt oder komplett entwurzelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.