frische Eier und ein zuverlässiger Weckdienst

HahnNeben den viel größeren Flächen, sind auch die eigenen Hühner etwas ganz Neues für uns. Das muss ich mich unbedingt ein bisschen belesen. Bisher habe ich mich mit dem Thema (Nutz-)Tierhaltung überhaupt nicht auseinander gesetzt.

Derzeit leben vier Hennen und ein Hahn auf dem Hof.

Wie ich im Internet und aus Büchern erfahren habe, sollte man aber pro Hahn mindestens 6 Hennen haben. Ansonsten ist der Hahn nicht ausgelastet, bzw. seine Mädels werden dauernd von ihm bedrängt und stehen dann unter Stress.

Ob man einen Hahn hält oder nicht, muss man für sich abwägen. Zum einen legen Hennen auch ohne ihn Eier, aber Nachwuchs ist natürlich nur mit seiner Hilfe möglich. Nicht außer Acht lassen, sollte man die Tatsache, dass ein Hahn Einfluss auf das Sozialverhalten seiner Hennenschar nimmt und z.B. Streitigkeiten unter den Mädels schlichtet und Ruhe in eine Hühnergruppe bringt.

Auch was die äußerst pünktlichen Weckrufe des Hahnes angeht, kann die Entscheidung für oder gegen einen ihn beeinflussen. Gerade in dichteren Wohngebieten kann sich da schnell mal ein Nachbar genervt fühlen.

Ich fand es eigentlich ganz schön beim ersten Sonnenstrahl vom Kikiriki geweckt zu werden. Die Morgenstunden sind halt wirklich immer wieder faszinierend und gerade auf dem Land gibt es tolle Stimmungen zu sehen. Notfalls kann man ja eine Siesta einlegen und einfach einen Mittagsschlaf machen. 😉

die_Eine

 

Die Hühnerschar auf dem Hof bei uns ist bunt gemischt. Wir haben keine bestimmte Rasse, sondern vier gänzlich verschiedene Hennen und dazu den Chef.

„Die Eine“ und „die Andere“ waren schon bei unserem ersten Besuch da. Neu eingezogen sind „Greta“ und „Puschel“.

Beim vorletzten Besuch war ich ganz entsetzt, dass Puschel und die beiden alt-eingesessenen Mädels Greta penetrant gemobbt haben.

Die Arme hat sich kaum aus dem Stall getraut. Michael und Andi meinten nur recht trocken „Das wird schon.Ist normal bei Hühnern. Was glaubst du denn, wo der Begriff Hackordnung herkommt?“

die_andereJa was weiß denn ich. Aber klar, den Begriff „Hackordnung“ kennt man auch ohne Hühnerhaltung. Mag ich nicht… Ich fand es jedenfalls fies.
Um so schöner fand ich es, als bei unserem letzten Besuch die Rangfolge offensichtlich geklärt war und alle 5 friedlich zusammen leben.

Unsere „italienische Lady“ ist seit kurzem am glucken. Also am Brüten. Vielleicht gibt es also bald Nachwuchs?
Zum Thema „Glucken / Naturbrut“ habe ich ein interessantes PDF-Dokument gefunden.
www.gzv-oldenburg.de/app/download/5780922560/Naturbrut.pdf%E2%80%8E

Micha hat der Dame insgesamt 10 Eier „untergejubelt“. Ich bin gespannt. Sie verlässt ihr Nest nun nicht mehr und ich wollte sie auch nicht stören. Deshalb hab ich von ihr erstmal kein aktuelle Foto gemacht. Das was ihr hier seht, ist von unserem ersten Besuch im Februar.

Greta1 Puschel

In Punkto Futter sind Hühner wirklich problemlos. Sie suchen sich selbst im Freien einen Teil ihres Futters und freuen sich über Gemüseabfälle aus der Küche.

Ich gebe ihnen mehrmals täglich eine Portion Vogelmiere in den Auflauf. Da sind sie ganz verrückt nach. In einem Kräuterbuch hatte ich mal gelesen, dass Vogelmiere für Hühner besonders gesund sein soll und das Legen von Eiern fördert.

Ein paar Frühstückseier haben sie uns auch schon geschenkt. Die schmeckten wirklich hervorragend. Im Internet habe ich gelesen, dass für die Selbstversorgung einer vierköpfigen Familie eine Hühnerschar von rund 20 Tieren angestrebt werden sollte. Natürlich inklusive Hahn.
Um einen Kreislauf für die Eier- und Fleischproduktion in Gang zu setzen, werden für den Anfang 5-6 Hühner mit Hahn empfohlen. (Dann liegen wir ja gerade gar nicht so falsch.)

Hennen legen weniger Eier, je älter sie werden. Das heißt, wenn es weiterhin Eier geben soll, müssen junge Hennen nachkommen. Sicherlich kann man diese auch zukaufen. Aber schöner und im Sinne der Selbstversorgung ist es doch, wenn es sich um den eigenen Nachwuchs handelt.

Es gibt sehr viele verschiedene Hühnerrassen. Sie unterscheiden sich darin, wie viele Eier sie durchschnittlich legen, wie viel Fleisch sie ansetzen und natürlich gibt es etliche Varianten im Aussehen. Auch ihr Verhalten wird / wurde züchterisch beeinflusst. So gibt es Hühner, die gerne noch Flugübungen machen und dann schnell mal ausgebüxt sind, wenn der Zaun zu niedrig war. Es gibt sogar Hühnerrassen bei denen der Gluckentrieb nahezu weggezüchtet wurde. Bei ihnen wird es wohl kaum Nachwuchs als Naturbrut geben. Auch in der Robustheit unterscheiden sich die einzelnen Rassen.

Zwei Mädels sollten bei uns schon noch Einzug halten. Allein damit der Hahn die anderen vier nicht penetrant belästigt. Ein Huhn im Alter von 6-12 Monaten kostet wohl so ca.15 Euro. Das hängt aber auch von der anvisierten Rasse ab. Für eine Rasse haben wir uns nicht entschieden und auch sonst ist eigentlich noch alles offen. Langfristig würde ich es schön finden, wenn wir mit unserer kleinen Hühnerschar ein wenig zur Erhaltung alter Rassen von der roten Liste beitragen könnten.

Nun, wir werden sehen. Jetzt fangen wir erstmal mit unserer Multi-Kulti-Clique an.

 

Zum Schluss noch ein Video zum Thema „Hühnerhaltung“:

 

 

2 Kommentare für “frische Eier und ein zuverlässiger Weckdienst

  1. 16. April 2014 at 08:38

    Also ich mag es auch wenn Nachbars „Rudi“ (von mir so genannt und Foto bei mir unter Wer ist wer) hier kräht. Wobei ich oft lachen muss, denn er fängt auch das Krähen an wenn ich noch im Dunkeln in der Küche das Licht anstelle^^ (dabei liegen noch Meter dazwischen) Natürlich ist es auch toll wenn man dann frische Eier hat. Besser geht es gar nicht. Ich hole die Eier auch immer frisch vom Erzeuger.

    Selbst habe ich keine Hühner, und was ich nie könnte ist ein Tier schlachten. Gerade wenn man es vorher vielleicht groß gezogen hat.

    Bin jedenfalls gespannt wie es bei euch noch kommt und mit dem Federvieh laufen wird.

    Hab einen schönen Tag und herzliche Grüsse

    Nova

  2. 16. April 2014 at 18:18

    Ui, sehr spannend. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Postings.

    LG

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