Gemüse der Saison

Gartentagebuch3Tja,das wird in unserem alten Garten die letzte Saison und gleichzeitig in der brandenburgischen Prignitz die Erste.

Die Anbaupläne für beide Orte unterscheiden sich gewaltig voneinander. Im alten Garten bauen wir in diesem Jahr überwiegend bewährtes Gemüse an. Das heißt vor allem Salate, Tomaten, Zucchini, Bohnen, Zuckerschoten, (Neuseeländer) Spinat, rote Beete, Kräuter und eben alles was mehrjährig im Garten ist.Alles was eigentlich im Winter geerntet werden würde, lohnt sich dieses mal nicht mehr. Denn wir müssen den Garten ja am 30. November verlassen.

Dafür haben wir aber eine Menge Platz für Gemüse-Experimente in der Prignitz. Es gibt einen Hektar Ackerland und – puh – ich schätze ’nen halben Hektar Nutzgarten am Haus. Hier ist aber auch Teil der Fläche mit Gewächshäusern bebaut. Da eröffnen sich natürlich ganz neue Möglichkeiten.

Ich freue mich schon, wenn es in diesem Jahr erntefrischen grünen Spargel, Rhabarber und Heidelbeeren gibt. Mag ich nämlich alles ganz gerne und habe es bisher noch nie im eigenen Garten gehabt.

frühe Freilandsaaten

In diesem Jahr habe ich mich recht früh an Freilandsaaten getraut. Das Wetter war (und ist) ja recht mild für die Jahreszeit.

2014_Aussaat_2

Bei sehr frühen Aussaaten im Freiland, macht es Sinn, genauer hinzuschauen, wo zu dieser Jahreszeit die meiste Sonne hinkommt. Das muss nicht immer ein ganzes Beet sein. Auf dem Bild links unten in der Collage, seht ihr einen schmalen Streifen auf den die Sonne scheint. Genau hier habe ich eine erste Reihe Mangold und eine Reihe rote Beete ausgesät.
Zwar ist rote Beete sehr schattenverträglich, aber in diesem Fall geht es mir darum, dass sie die notwendige Temperatur zum keimen bekommt.

Das man bei frühen Aussaaten auch auf die Sorten achten sollte, hatte ich in diesem Artikel schon mal beschrieben und auch einige Beispiele genannt.

Unser Hochbeet liegt zu jeder Jahreszeit sehr sonnig und so habe ich hier auch einiges ausgesät. Dadurch das wir Steinplatten für den Bau benutzt haben, erwärmt sich das Hochbeet auch recht gut.

Eine weitere Möglichkeit für Voranzuchten und frühe Aussaaten im Garten sind einfache Blumenkübel, die mit einer lichtdurchlässigen Scheibe abgedeckt werden. Fertig ist ein Minigewächshaus, welches auch für Balkongärtner super geeignet ist. Ich habe z.B. Kopfsalate ausgesät, die ich später vereinzeln und in den Garten auspflanzen werde. In einem zweiten Kübel wachsen die ersten Radieschen, die wir dann auch direkt aus dem Kübel ernten werden.

gegen nackte Beete

Auf dem Bild rechts unten in der Collage könnt ihr zwei Beete sehen auf denen der Boden recht nackt ist. Das ist nicht gut, da er so viel schneller durch Sonne austrocknet und der Regen leichtes Spiel hat die Nährstoffe auszuschwemmen. Auch hat das Bodenleben so kaum eine Chance.

Deshalb habe ich jetzt auf dem vorderen Beet eine Mischung aus Gelbsenf und Phacelia als Gründüngung ausgesät. Es ist etwas früh, aber an manch anderen Stellen im Garten keimen genau diese Pflanzen schon (Selbstaussaat). Einen Versuch ist es allemal wert. Außerdem geht es bei der Gründüngung ja nicht darum, Pflanzen anzubauen, die man später ernten will. Es soll lediglich Biomasse erzeugt werden, die anschließend im Boden (Wurzeln) und auf den Beeten (Blattgrün) verbleibt um dort zu verrotten und Humus zu bilden.

Im hinteren Beet habe ich breitwürfig Spinat ausgesät. Die Sorte „Matador“ wurde in mehreren Büchern empfohlen und keimt bereits ab 4°C. Spinat ist ein schnellwachsendes Gemüse und eine sehr nützliche Art und Weise früh im Jahr gegen nackte Böden vorzugehen und gleichzeitig den eigenen Speiseplan zu bereichern. Im Vergleich zur Gründüngung verbleiben beim Spinat natürlich nur die Wurzeln als Biomasse im Boden. Die Blätter sollen ja in die Küche wandern.
Nach der Ernte ist der Boden im Grunde erstmal wieder nackt. Bis es soweit ist, steht mir aber sicherlich Rasenschnitt zur Verfügung, den ich dann als Mulchschicht dünn auf das Beet aufbringe.

2014_Aussaat_1

Sieben auf einen Streich

Ne, stimmt gar nicht. 77 auf einen Streich müsste es heißen.

Zum Schluss möchte ich euch noch kurz diese Pflanzpalette zeigen, die ich bei Micha in der Prignitz zum ersten Mal genutzt habe.

Er betreibt ja nun gewerbsmäßigen Gemüseanbau, wenn auch im handwerklichen und nicht industriellen Stil. Dennoch braucht er natürlich mehr Pflanzen als wir für unseren Selbstversorgergarten.

Und da gibt es echt ein nettes Hilfsmittel für alle die viel aussäen möchten oder müssen:

Eine Palette mit 77 Vertiefungen bzw. Pflanztöpfen und dazu ein Gegenstück, um auf einen Streich 77 gleichmäßige Löcher für das Saatgut anzulegen.

Dadurch das man nun in jedes Saatloch ein einzelnes Samenkorn hineingeben kann, erspart man sich hinterher das vereinzeln.
Selbst wenn die Pflanzen vorerst in einen größeren Topf umziehen müssten, werden so die Wurzeln geschont.

Fand ich echt eine coole Sache. Ich habe pro 7er-Reihe eine Sorte ausgesät. 6 x Tomaten, 2 x Chilli, 1 x Paprika, Tomatillo und Physalis.
Marlene hat mir dabei mehr oder weniger zugeschaut. Aber tiefenentspannt waren wir auf alle Fälle beide. 😉

1 Kommenar für “Gemüse der Saison

  1. 26. März 2014 at 06:37

    Da bist du ja wieder fleissig gewesen, und ich freue mich so für euch dass ihr weiterhin d.h. sogar noch mehr anbauen könnt. Es gibt doch nichts besseres als frisch aus dem Garten, und mir läuft förmlich das Wasser im Mund zusammen wenn ich das lese.

    Liebe Grüssle

    Nova

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