Das Selbstversorgerjahr im Februar

Garten_FebruarDer Schnee ist weg, die letzten Tage schien bei uns die Sonne und wir hatten Temperaturen um die 10°C. Was liegt da näher, als in den Garten zu gehen?

Was im Februargarten gemacht werden kann, habe ich vor Jahren schon mal hier zusammengefasst. Was derzeit für Selbstversorger möglich ist, hatte ich eigentlich auch schon mal geschrieben. Aber offensichtlich ist mir dieser Artikel beim Blogumzug verloren gegangen. 🙁
Egal, mittlerweile kann ich ja auch einige Erfahrungen mehr mit einbringen. Und so schreibe ich ihn heute halt nochmal.

Freilandsaaten im Februar

Solange die Beete nicht mehr gefroren sind, kann es theoretisch langsam losgehen. Man sollte aber natürlich die Witterung beachten. In diesem Jahr haben wir einen sehr milden Winter gehabt und nur zwei Wochen Frost und Schnee. Der Wetterdienst prophezeit, dass zwar Anfang März nochmal eine typische Kältezeit kommen wird. Aber die soll dieses Mal nicht so stark ausfallen.

auf Sorten achten

Es war so wundervoll die letzten Tagen, dass ich mich nicht mehr zurückhalten konnte und begonnen habe, einiges auszusäen. Durch unser Samentauschpaket bin ich an Saatgut der Ackerbohne ‚Karmesin‘ und an die Erbsensorte ‚allerfrüheste Mai‘ gekommen. Beide kann man schon im Februar aussäen.
Auch die Radieschensorte ‚Saxa‘ kann bis April ausgesät werden. Danach müsste man auf eine andere Sorte umsteigen, da ‚Saxa‘ nicht für den Sommeranbau geeignet ist. Es besteht die Gefahr, dass die Radieschen dann schossen.
Ich habe die Radieschen in einem großen Kübel ausgesät, der sehr sonnig und geschützt  steht. Darauf liegt eine Plexiglasscheibe als Abdeckung.

In den nächsten Tagen möchte ich auch Blattspinat aussäen. Auch Spinat ist ein Gemüse für die kühleren Jahreszeiten. Für den Sommer sollte man dann auf z.B. Mangold oder Neuseeländer Spinat umsteigen.

weitere mögliche Aussaaten: 
Feldsalat, Frühlingszwiebeln, Möhren, Pastinaken, Petersilie, Porree

Folgendes kann in Fensterbank oder Gewächshaus vorgezogen werden:

Kräuter: Gartenkresse, Liebstöckel, Gewürzfenchel, Thymian, Ysop

Gemüse: Artischocken, Auberginen, Fenchel, Gurken, Eissalat, Paprika, Porree, Sellerie, Tomaten

Im unbeheizten Gewächshaus kannst du dich an folgendes Gemüse wagen:

Blumenkohl, Brokkoli, Rotkohl, Rosenkohl, Weißkohl, Wirsing, Mangold, Rettich, Kopfsalat, Pflück- und Schnittsalate, Zwiebeln

Achte auch hier unbedingt auf deine Sortenauswahl! 

Tipp:
Pflanzen brauchen zum wachsen vor allem Licht. Aber auch die Keimtemperatur muss gegeben sein, wenn die Voranzucht klappen soll. Wer nun vor dem Dilemma steht, dass er einen recht hellen aber zu kühlen Ort und alternativ einen warmen, aber recht dunklen Ort zur Verfügung hat, solle wie folgt vorgehen:
Die Töpfe zunächst so stellen, dass die optimale Keimtemperatur erreicht wird. Nach der Keimung ist das Licht wichtiger.Die Pflanzen sollten nun also den Standort wechseln.

Was kann sonst noch im Nutzgarten gemacht werden?

An frostfreien Tagen sollten nun bei Bedarf die Obstbäume und -sträucher geschnitten werden.

Bei den Himbeersträuchern muss auf die Sorte geachtet werden. Mehrfach tragende Himbeeren können nun bodennah zurück geschnitten werden. Einmal tragende Himbeeren dürfen nicht zurück geschnitten werden, da sie die Früchte am Vorjährigen Holz bilden. Hier dürfen nur die Triebe abgeschnitten werden, die im vorigen Jahr bereits getragen haben. Ich mache das aber immer schon zum Herbst hin, da man dann die jungen und alten Triebe irgendwie besser unterscheiden kann.

Ansonsten gilt für Obststräucher, dass alles Vertrocknete herausgeschnitten werden sollte und bei zu dichtem Wuchs einige Zweige entfernen. Man kann einen Obststrauch so herranziehen, dass er 4-5 starke Haupttriebe hat. Von diesem sollte man alle 4-5 Jahre 2-3 an der Basis kappen. So tragen Obststräucher auch nach 20 Jahren noch Früchte.

Bei den Obstbäumen sollten die Wassertriebe nah am jeweiligem Ast gekappt werden. Wassertriebe sind die dünnen Zweige, die mehr oder weniger senkrecht in den Himmel wachsen. Kranke oder vertrocknete Zweige und Äste sollten ebenfalls abgeschnitten werden.

Im Buch ‚Der Selbstversorger‘ wird darauf hingewiesen, dass manche Gärtner regelerecht „schnittgeil“ sind und Obstbäume viel zu viel beschneiden. Das kann dazu führen, dass die Bäume noch mehr Angst- und Geiltriebe bilden und dafür im Grunde auch ihre Energie verschwenden. Zudem tragen Obstbäume auch meist am zweijährigem Holz ihre Früchte.

Zugegeben, ich habe anfangs auch immer recht viel geschnitten. Unser Gartennachbar hingegen überhaupt nicht. Trotzdem hat er massenweise Äpfel, Pflaumen und Kirschen an seinen Bäumen. Einzig negativ ist aufgefallen, dass die Äpfel etwas kleiner geblieben sind. Schmecken tun sie trotzdem fantastisch.

Deshalb werde ich zukünftig auch weniger schneiden und mich auf Wassertriebe und offensichtlich kranke Zweige beschränken. So habe ich es im letzten Jahr (aus Zeitmangel) getan und wir hatten eine sehr gute Apfelernte. Mit vielen und auch großen Äpfeln.

 

GrünkohlernteWas kann im Februar aus dem Garten geerntet werden?

In diesem Jahr hatten wir erstmals darauf geachtet, wirklich verschiedenes Gemüse anzubauen, welches wir auch im Winter noch frisch ernten können. Dazu gehörten Topinambur, Grünkohl, Rosenkohl, Pastinaken, Feldsalat und einige Kräuter. Porree gab es leider nicht, weil wir im letzten Jahr die Lauchmotte zu Besuch hatten, die alles dahingerafft hat.Rosenkohl_Pastinaken
Vitamine kann man als Selbstversorger im Februar natürlich auch noch aus Lagerbeständen beziehen. Bei entsprechender Lagerung könnte man jetzt z.B. noch auf frisches Wurzelgemüse, Kürbis, Zucchini, Kartoffeln, Zwiebeln, Nüsse und Äpfel zurückgreifen.

Was gibt die Natur im Februar?

Zugegeben, es ist nicht die reichhaltigste Jahreszeit für Ernte in der freien Natur. Wenn man die Augen aufhält, kann man aber an schneefreien Tagen auch im Februar einige Gaben der Natur entdecken.
Besonders gut finde ich die Knoblauchrauke. Von ihr kann man tatsächlich auch jetzt schon Blätter entdecken und sie sind äußerst aromatisch. Sollten aber innerhalb weniger Stunden verarbeitet werden.
Auch Vogelmiere mit leichtem Geschmack nach Mais, lässt sich im Februar finden und ergänzt wunderbar den Feldsalat aus dem eigenen Garten.
Löwenzahn, Brennnessel und Giersch lassen erste kleine Pflanzen bei milder Witterung auch bereits jetzt wachsen. Mengenmäßig eignet es sich in der Regel aber höchstens um Salate oder Speisen zu ergänzen.
Dennoch ist das um diese Jahreszeit eine echte Bereicherung!

Mit ein bisschen Glück lassen sich auch erste Gänseblümchen finden, die ebenfalls Suppen und Salate ergänzen. Wenn man die Gänseblümchenblüten nach der Ernte kurz im Kühlschrank aufbewahrt, schließen sich die Blüten. Streut man sie dann über eine heiße Suppe, öffnen sie sich wieder. Das Auge isst ja auch mit, gell!?

 

PS: Natur beobachten!

Schaut euch nochmal das erste Foto oben an. Darauf kann man sehen, dass der Schnee nicht gleichmäßig schmilzt im Garten. Es lohnt sich, an solchen Tagen mal bewusst in den Garten zu schauen. Dort wo der Schnee als erstes weg ist, ist es wärmer und sonniger, als an anderen Stellen. Diese Beobachtungen kann man mit einbeziehen, wenn man gänzlich neue Beete anlegen möchte oder um den richtigen Standort für verschiedene Gemüsearten zu wählen.

Weiterhin lohnt es sich, mit dem phänologischen Kalender zu arbeiten. Auch hier werden Beobachtungen der Natur herangezogen um Prognosen zu stellen, wann für welche Arbeiten im Garten die Zeit gekommen ist. Ihr findet dazu hier einen Bericht als Übersicht, sowie im Menu unter Natur => Wetter => Phänologie ausführlichere Informationen.

5 comments for “Das Selbstversorgerjahr im Februar

  1. Avatar
    12. Februar 2014 at 11:43

    Liebe Annika,

    Du bist ja wirklich schon fleißig. Ich warte noch, denn ich habe mich auf einige wenige Sorten beschränkt, die ich dann gleich ins Freiland säen werde. Für viele Sachen ist mein Boden gar nicht geeignet und das wäre mir auch ehrlich gesagt zuviel Arbeit. Ich gehe zwar immer mal schauen, weil man ja wissen will, ob schon etwas zu sehen ist. Dabei handelt es sich dann meistens um die Frühjahrblüher.

    Liebe Grüße
    Jutta

  2. Avatar
    13. Februar 2014 at 07:37

    Bist wirklich schon sehr fleissig gewesen, und wenn ich den Rosenkohl sehe dann läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Den mag ich sooo gerne, aber bekomme ich selten frisch zu kaufen. Selbst anpflanzen? Wüsste gar nicht ob das hier wirklich geht, so will ich dieses Jahr mal mein Glück mit Salat versuchen. Allerdings habe ich Bedenken dass die Schnecken mir alles wegfressen….

    Wünsche dir für heute einen ebenso schönen und erfolgreichen Tag und sende herzliche Grüssle

    Nova

  3. Avatar
    13. Februar 2014 at 09:29

    Toller Post, ich liiiiebe Deine Gartenberichte einfach!
    So viele tolle Tipps und Anregungegn, mich juckt es schon sooo sehr in den Fingern.
    Leider hat es bei mir 2013 mit dem Anbau von Wintergemüse nicht so Recht geklappt, ich hätte es erstmals vorgehabt aber das Timing klappte bei mir überhaupt nicht. 🙁 Heuer möchet ichd as unbedingt schaffen,d amit ich nächstes Jahr auch endlich mal Grünkohl, Pastinaken udn Kohlsprossen im Winter ernten kann.
    Danke für diesen schönen Beitrag und die schönen Fotos dazu. ^^
    GLG, MamaMia

    • Annika
      Annika
      13. Februar 2014 at 15:18

      Vielen Dank für dieses tolle Feedback. Ist manchmal gar nicht so einfach einzuschätzen, ob die Beiträge nur mir selbst oder auch anderen gefallen. 😉
      Freut mich, dass du darin Anregungen für dich finden kannst.
      Für das Thema „Wintergemüse“ wird es dann auch noch einen passenden Post für dich geben. Aber der muss noch vorbereitet und ausgearbeitet werden.

      Liebe Grüße,
      Annika

  4. Avatar
    13. Februar 2014 at 22:53

    Bei uns ist es zwar tagsüber schon recht warm, aber in der Nacht gibt es doch Frost, so dass man im Garten eigentlich noch nicht viel machen kann.

    lg kathrin

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