Zuviel

Chaos_Zuviel1Einfachheit – das ist etwas, was ich auch mit selbstversorgtem Leben verbinde.

Doch wie soll man in der heutigen, überaus komplexen Welt noch einfach Leben?

Gestern habe ich eine Reportage über Menschen gesehen, die einen Sommer auf der Alp verbracht haben. In dem Moment wurde mir klar, dass ich dringend wieder Gegenstände aus meinem Leben verbannen muss. Ich hab zuviel!!!

Viele von euch werden das bestimmt auch kennen. Im Laufe eines Lebens neigt mensch dazu, doch so einiges an Gegenständen zu sammeln und zu horten.
Sei es eine Vielzahl an Büchern, Kleidungsstücken für Frühling, Sommer, Herbst und Winter oder mehr oder weniger nützlichen Utensilien für die Küche.

All das hat man irgendwann mal gebraucht. Aber braucht man es noch?

Wer in seinem Leben schon mal umgezogen ist, wird vielleicht auch gespürt haben, dass viele Gegenstände einen auch belasten können.
Bei einem Umzug wird uns das sehr plakativ vor Augen geführt. Nämlich wenn das Umzugsauto zu klein ist, das Schleppen schwerer Kisten und das ordentliche Einordnen im neuen Heim einfach nicht enden wollen.

Doch auch im Alltag können zu viele Gegenstände belasten. Das ist uns oft gar nicht so  bewusst.

Wenn Besitz belastet

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb der Besitz von Gegenständen für uns belastbar sein kann.

  • Dinge nehmen uns Platz weg. Sie lösen sich nicht in Luft auf, während wir sie nicht benutzen. Lagerfläche wird benötigt. Fläche die von unserem (Lebens-)Raum abgezogen wird.
  • Sachen verstauben, wenn sie lange ungenutzt rumstehen. Wir müssen Arbeit und Zeit für die Reinigung aufbringen.
  • Wenn sehr viel an einem Ort ist, wird es unweigerlich unübersichtlich. Wir müssen nachdenken – ja fast schon Pläne schmieden – wie und wo wir etwas am besten hin packen, damit wir es bei Bedarf dann auch zeitnah wiederfinden und auspacken können.

 

Besonders schlimm wird es, wenn Gegenstände emotional belasten.

  • Es gibt Dinge, die hat man, weil sie grundsätzlich nützlich sind und von uns gebraucht werden. Wäre da nur nicht die Tatsache, dass genau dieses eine ModelXY sich schwer bedienen lässt und uns zur Weißglut bringt, wenn wir es benutzen „müssen“.
  • Wenn Sachen uns ein schlechtes Gewissen bereiten, ist das unabstreitlich auch eine Belastung. Manche Dinge hat man und sie warten – nein fordern – jedes Mal, wenn wir sie auch nur kurz sehen, dass wir uns um sie kümmern. Zum Beispiel ein Stapel ungelesener Zeitungen. Dieses Beispiel hat sich vor Jahren beim Lesen von simplify your life eingebrannt:

Es dauert etwa 4 Stunden, um eine 1 cm dicke Zeitschrift durchzulesen. Wenn Sie einen 50-cm-Stapel bedruckten Papiers entsorgen, gewinnen Sie damit 1 Monat Zeit.

   Und trotzdem gibt es sie noch bei mir: Die Stapel, die ich eigentlich noch lesen MUSS.

  • Erinnert uns eine Sache an jemanden, mit dem wir uns zerstritten haben oder an eine schlechte Zeit, kann das sehr bedrückend oder auch aufwühlend sein.

Diese Belastung löst Stress aus, raubt Energie und kann in schlimmen Fällen ernsthaft depressiv werden lassen.

Vom Schweinehund und einer Kampfansage

Die Lösung ist eigentlich ganz einfach. Alles was nicht gebraucht wird kommt weg.

Wäre da nicht dieser fiese kleine Untermieter namens „Schweinehund“. Der uns unaufhörlich sehr plausible Ausreden zuflüstert, weshalb wir Dinge einfach da lassen, wo sie sind.

  • Irgendwann brauchst du das doch wieder!
  • Irgendwann wirst du es vermissen!
  • Irgendwann passt dir die Hose wieder!
  • Irgendwann wird ein Wunder geschehen und du hast plötzlich so viel Platz und Schränke, dass du all diesen Besitz wunderbar unterbringen wirst.

Ich habe dem fiesen Hund den Kampf angesagt und werde jetzt etwas machen, was schon lange mal wieder fällig ist:

Entrümpeln und Platz für mich schaffen!

Das habe ich schonmal sehr ausführlich getan, aber mittlerweile hat sich wieder viel zu viel von allem angesammelt.

Um mich selbst zu motivieren und zu verpflichten, habe ich mir gedacht, wir machen das einfach alle zusammen?

Stück für Stück, jeden Tag ein bisschen.

Ich habe jetzt schon einige Beiträge mit Entrümplungsaufgaben vorbereitet. Jeden Morgen steht eine neue Mini-Aufgabe für euch und mich bereit.

Mal schauen, wie lange wir zusammen den Schweinehund im Schach halten können und wie weit wir kommen.

Außer einiger überflüssiger Gegenstände, können wir nichts verlieren.

Dafür gewinnen wir Raum für uns und kommen dem einfachem Leben wenigstens wieder ein Stückchen näher.

Ich bin sehr gespannt, wer von euch seinen Schweinehund überwindet und mitmacht!

Eine erste Aufgabe gibt es heute auch schon, sozusagen als Vorbereitung.

Aufgabe 1

Schreibe deine größte Leidenschaft / Hobby auf.
Schreibe 10 Gegenstände auf, die du unter keinen Umständen abgeben würdest, weil sie dir persönlich wichtig sind.
(Für dich auf ein Blatt Papier und  gerne auch in deinem Blog oder einem Kommentar)
Diese Dinge genießen vorerst Schutz vor dem Entrümplungswahn. 😉

Besorge dir einen Wecker oder eine Stoppuhr.

Verabschiede dich vom Schweinehund und sei morgen wieder mit dabei!

 

Mich würde es sehr motivieren, wenn ihr fleißig kommentiert oder auch über eure Erfahrungen in euren eigenen Blogs schreibt. 😉

8 comments for “Zuviel

  1. 6. November 2013 at 18:41

    Weil ich auch so ein Chaot bin und viel zu viel anhäufe, habe ich drei Bücher, die mir beim regelmäßigen Entrümpeln helfen. Simplify your Life, Nie wieder Chaos! und Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags.
    Eigentlich sagen sie aber alle das selbe, so wie du es beschrieben hast.
    Am leichtesten fällt mir das Aussortieren noch, wenn ich die Dinge verkaufen oder verschenken kann und sie nicht einfach im Müll landen.
    Richtig gut funktioniert bei mir die Methode, sich Schubladenweise vorzuarbeiten, alles komplett leerräumen und sich freuen…….aussortieren und dann den kleineren Rest ordentlich einräumen.
    LG Sigrun

    • Annika
      Annika
      8. November 2013 at 13:26

      Hallo Sigrun,
      solche Bücher habe ich auch. Werde sie demnächst auch mal vorstellen.

      Aussortieren um etwas in den Müll zu werfen, was eigentlich ja noch gut ist, mag ich auch
      nicht gerne. Manchmal ist es dann aber doch der einzige Weg, um nicht auf ewig diesen
      Ballast rumzuschleppen.

      Schubladenweise geht es in den nächsten Tagen vorran. Vorerst hab ich noch einige
      „Themenschwerpunkte“, also auch kleine Häppchen, die zu bewältigen sind.

      Liebe Grüße,
      Annika
      .

  2. 6. November 2013 at 19:30

    Liebe Annika,

    es gibt wohl nur wenige Menschen, denen das nicht so geht. Zumal wenn man kreativ tätig ist, hat man eine Unmenge an Sachen. Aber wenn man mal eine Weile nichts gemacht hat, bekommt man da auch ein schlechtes Gewissen. Nicht nur, weil diese Dinge ungenutzt herumliegen, sondern ja zum Teil auch ganz schön Geld gekostet haben.
    Aber auch auf anderen Gebieten ist das leider oft so, das man viel zu viel hat. Über die 10 Dinge, die mir wirklich wichtig sind, werde ich mal in Ruhe nachdenken und sie aufschreiben. Dann werden wir weitersehen.

    Liebe Grüße
    Jutta

  3. 7. November 2013 at 09:25

    Die beste Entrümpelung ist wirklich ein Umzug, auch wenn ich z.B. im Nachhinein doch wirklich das eine oder andere Ding hätte zwischendurch gebrauchen können. Irgendwie geht es auch ohne^^

    Mittlerweile sammle ich nicht mehr, d.h. nur noch Dinge wo ich vorab weiß dass ich damit etwas bastle. Ansonsten habe ich es mir angewöhnt schneller zu entsorgen bzw. kaufe ich keine Dinge mehr hinzu. Sogar mein noch in D. vorhandene Schuhtick hat sich auf Flip Flops reduziert^^.

    Wünsche dir einen schönen Tag und sende liebe Grüssle

    Nova

  4. 7. November 2013 at 19:03

    Liebe Annika,
    diese Entrümpelung habe ich gerade hinter mir und natürlich war es der Umzug, der eine Rundumentsorgung nötig machte!

    Ich kann nur sagen, es tut gut, etwas (unnötigen) Ballast abzuwerfen und wieder freier und leichter durchs Leben zu gehen.

    Liebe Grüße
    moni

    • Annika
      Annika
      8. November 2013 at 13:22

      Liebe Moni,

      so ein Umzug ist wirklich eine der besten Momente um sich von größeren
      Mengen Ballast zu befreien.
      Wir haben das selbst beim letzten Umzug erlebt. In unserer letzten Wohnung
      sind wir überhaupt erst zusammen gezogen und so haben sich eigentlich zwei
      ganze Haushalt in einer Wohnung (und einem Keller) wiedergefunden.

      Liebe Grüße,
      Annika

  5. 8. November 2013 at 23:20

    Ja, das ist so ein Thema dass bei mir auch regelmäßig hochkocht.
    Und eigentlich ist die Vorweihnachtszeit auch eine gute Zeit um sich damit auseinanderzusetzten …

    Vielleicht mache ich ja heuer einen negativen advetskalender. Jeden Tag kommt ein Drum weg …?

    • Annika
      Annika
      10. November 2013 at 10:01

      Hallo Iris,
      das ist ja auch eine coole Idee: Negativ-Adventskalender. Ist doch ideal. Bei den meisten Menschen kommen an Weihnachten doch jede Menge neue Dinge ins Haus.

      Ich habe jetzt mit dem Entrümpeln angefangen, weil ich mir als Ziel gesetzt habe, ballastfrei ins neue Jahr zu starten. Bin mir sicher, dass ich da einiges an Entrümplungs- und Sortierzeit aufbringen muss.
      Würde ich das zu Zeuiten des klassischen Frühjahrsputzes machen, wäre das halbe Jahr schon um, eh ich das positive Ziel erreicht habe.

      Liebe Grüße,
      Annika

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