Wildnis im Garten

Heute möchte ich euch mal unsere kleine Wildwiese im Garten genauer zeigen.
Sie hat sich aus den Gegebenheiten bei der Gartenübernahme so ergeben und entwickelt sich prächtig. Als wir den Garten übernahmen, war er insgesamt etwas verwildert, da er jahrelang nicht bewirtschaftet wurde.

Auf der vorhandenen Rasenfläche standen nebeneinander drei Hibiskussträucher. Dort war es dann wirklich etwas schwierig mit dem Rasenmäher um die Sträucher zu kommen und so blieb es in deren unmittelbarer Nähe immer ungemäht.
Anfangs gaben wir uns noch Mühe so sorgfältig wie möglich um die Sträucher zu mähen, doch als wir sahen, was sich auf dem winzigen ungemähten Stück alles entwickelte vergrößerten wir den Radius nach und nach.

Collage1

Im letzten Jahr sind die Hibiskussträucher leider eingegangen. Nicht nur bei uns, sondern in der ganzen Gartenanlage. Sehr schade.

Einen Sommer lang standen dann auf unserer kleinen Wiese blattlose, verdorrte Astgerippe. Wir ließen sie zunächst stehen. Totholz hat ja auch seinen Nutzen in der Natur.
Drum herrum entwickelte sich langsam eine überschaubare Vielfalt an Gräsern und Wildpflanzen.
Immer wenn ich in der Natur Pflanzen sah, die mir gefielen, besorgte ich mir im Laufe der Zeit Saatgut. Dieses schmiss ich dann relativ wahllos auf unsere kleine Wiese.
Was sich entwickelte war gut, was nicht war auch nicht schlimm. Natürliche Auslese… Alles was mit demStandort zurecht kommt, hat sich durchgesetzt und wird auch im nächsten Jahr wieder dort sein.

 

Anfang diesen Jahres beschlossen wir die drei verendeten Hibiskussträucher zu entfernen und pflanzten unsere Magnolie auf die Wildwiese. Daneben pflanzten wir auch noch zwei Bäumchen, die auf dem Gemeinschaftskompost aufgelaufen waren. Das sie wunderschöne Blüten haben, wussten wir. Was es ist, war uns bis dato unbekannt.
Offensichtlich haben wir uns zwei kleine Pfirsichbäume in den Garten geholt. 😉

Ich freue mich schon, auf das nächste Jahr, denn jetzt hat sich soviel angesiedelt, dass es das es vom Frühling bis zum Frost blühen dürfte.

collage_ww_gelb

Die dominierende Farbe auf der Wiese ist gelb. Los geht es mit einer Invasion von Löwenzahn (1). Im Sommer sorgen Johanniskraut (2) und Nachtkerze (4) dafür, dass es Tag und Nacht gelb blüht. Zum Herbst hin übernehmen die Goldruten (3) das Zepter.

Aber auch andere Farbtöne haben sich angesiedelt. Für rosane Farbtöne sorgen zunächst die drei Gehölze, also die beiden Pfirsichbäumchen und die Magnolie (4). Immer mal wieder taucht der Rot-Klee (2) oder auch Phacelia (3) auf. Die Malve (1) ist die stärkste Vertreterin dieser Farbfamilie. Sie blüht seit Juli unaufhörlich und das in einer sehr schönen Farbe, wie ich finde.

Cpllage_rosaviolettww
Beim Durchsuchen unserer Fotoarchive sind mir dann auch zwei blaue Wiesenbewohner ins Auge gefallen. So erfreuen uns im Frühling die verwilderten Traubenhyazinthen und kurz darauf das Vergissmeinnicht. Ansonsten findet sich Blau nur als Kontrast vom Himmel zur Wiese.

Collage_blauww

Aber auch zartes Weiß versteckt sich unserer kleinen Wildnis. Das erste was überhaupt wächst und blüht, sind einige verweilderte Schneeglöckchen. Vom Frühjahr bis zum Herbst erkämpfen sich Weißklee und Gänseblümchen einen Platz am Rand. Gegen den Girsch haben die Kleinen auf der Wiese kaum eine Chance. Dafür dürfen sie sich aber ungehemmt auf unserer gesamten Rasenfläche ausbreiten.
Eher unscheinbar, aber eben weiß sind die Blüten vom Gänsefuß oder auch vom Beifuß.

Collage_weißww

Es wächst auch noch einiges mehr auf der Wiese, als bei den Beitragsfotos berücksichtigt wurde. Beim Umpflanzen der Magnolie sind z.B. einige Walderdbeeren mitgekommen. Schöllkraut blüht im Frühjahr sehr kräftig, zieht sich dann aber fast gänzlich zurück. Die absolute Oberhand hat der der Giersch.
An den verschiedenen Gräsern mit ihren unterschiedlichen Ähren erfreuen wir uns zwar, aber ich habe sie bisher noch nicht näher bestimmt.
Es ist eine vielfältige Mischung aus Wildkräutern und verwilderten Gartenpflanzen entstanden. Viele der Pflanzen sind für nutzbar und die bunte Mischung zieht eine Vielzahl verschiedenster Insekten an.

Wir und die Insekten erfreuen uns sehr am Ergebnis, dass sich auf so natürliche Weise ergeben hat.
Zum Schluss noch ein paar Fotos von Ende September 2013:

Collage_wwSeptember2013

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.