Boden & Beete an der Dornbuschmühle

Gestern waren wir wieder mal in Brandenburg / Vevais. Wir hatten wunderbares Wetter und es war mal wieder ein sehr schöner Tag mit interessanten Erfahrungen.

Der Nutzgarten an der Mühle ist ja enorm groß. Da das Gelände aber über Jahrzehnte brach lag, müssen wir die Beetflächen erstmal urbar machen. Hier wachsen so enorm viele Wildpflanzen, dass sie das Gemüse glatt überwuchern und unterdrücken.
Bei all meiner Liebe zu Wildpflanzen und die Erkenntnis, dass die meisten davon sehr nützlich sind, haben wir die Beete gestern zum wiederholten male von den Wildkräutern befreit.

Im Gegensatz zu unserem Garten, wo ich mittlerweile die meisten Wildkräuter stehen lasse oder oberirdisch abschneide, haben wir sie an der Mühle samt Wurzelwerk aus dem Boden geholt.
Warum diese unterschiedliche Vorgehensweise?


Unser Stadtgarten hat relativ schlechten und sandigen Boden. Dieser trocknet enorm schnell aus. Im letzten Jahr habe ich (durch einen lieben Blogkommentar) gelernt, dass vorhandene Wurzeln im Boden, noch Wasser nach oben befördern und die Nachbarpflanzen dadurch etwas mitversorgen. Außerdem sterben die Wurzeln nach und nach ab, sind aber ja schon im Boden eingearbeitet und können dort zu Humus werden und die Struktur verbessern.

Bei der Mühle haben wir einen ganz anderen Boden. Er durfte sich über 30 Jahre ausruhen und hat eine sehr gute Mischung aus Lehm, Sand und Humus. Der Boden hält sehr gut die Feuchtigkeit und trocknet oberirdisch gut ab. Einfach perfekt.
Er strotzt so dermassen vor Nährstoffen, dass der Anbau von Schwachzehrern kaum möglich ist. Die Schwachzehrer werden so sehr überversorgt, dass sie fast nur schossen.
Wie oben bereits erwähnt, wachsen hier soviele Wildkräuter, dass Nutzpflanzenanbau eine echte Herrausforderung wird.
Und deshalb ist im Fall der Mühle, dass vollständige Entfernen der Beikräuter absolut sinnvoll und notwendig gewesen.

Schade um die ganzen ungenutzten Wildkräuter?

Hmmmm, ja ein bisschen schon. Aber im Grunde sind sie ja nicht wirklich ungenutzt.

Der größte Teil landet auf dem großen Kompost und kann dort langsam und gemütlich zu Humus werden, den wir in den Folgejahren wieder in den Garten einbringen.
Es ist auch nicht schlimm, dass die Wildpflanzen samt Wurzeln auf dem Kompost landen, da sich während der Rotte sehr hohe Temperaturen bilden. Dadurch wird die Keimfähigkeit / das Wachstum von Wurzelwerk und Samen ausgeschaltet.

Ein Teil der Wildkräuter bekommt sogar noch eine richtig, wichtige Aufgabe. Sie dienen zur Ernährung der Nutztiere. Und so haben wir gestern zum Beispiel Löwenzahn und Brennessel seperat gesammelt und den Hasen ein vitaminreiches unmd absolut biologisches Festmahl serviert.

Die Vogelmiere , die auch überall wächst, wird demnächst wohl den Hühnern zu Gute kommen. Noch sind keine Hühner auf dem Hof vorhanden, aber wenn, dann gibt es unter anderem Vogelmiere für sie. Angeblich soll dieses Kraut bei den Hühnern gut für die Bildung der Eierschalen sein.

Tja, und so haben sich die ersten natürlichen Kreisläufe am Hof eingestellt und ich finde es ist eine große Freude, dass erleben zu können.
In diesem Projekt steckt soviel Potenzial und es ist schön, sich daran zu beteiligen, sich auszuprobieren, zu ergänzen und Erfahrungen zu sammeln, die wir so sicher nicht in unserem Stadtgarten machen würden.

Gestern haben wir auch noch das Saatgut vorsortiert, dass aus den letzten Jahren übrig geblieben ist. Am Donnerstag wollen wir dann die Saaten in die Erde bringen. Der lange Winter hat eben auch an der Mühle für eine ordentliche, zeitliche Verzögerung gesorgt.

Sieht doch fast wie gemalt aus…. Ist aber einfach nur völlig überbelichtet…. 😉

 

1 Kommenar für “Boden & Beete an der Dornbuschmühle

  1. 1. Mai 2013 at 11:47

    Bei uns darf auch alles mögliche einfach wachsen. Allerdings sollte es nicht irgendwas anderes überwuchern.
    Habe mal die älteren Posts zur Dornbuschmühle durchgesehen. Das ist wirklich ein interessantes Projekt. Es ist schön, dass der Hof und das Gelände nicht verrotten, sondern bewirtschaftet werden. Aber es steckt auch viel Arbeit dahinter!
    LG Calendula

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