Saatbänder selbst herstellen

In unserem allerersten Gartenjahr hatten wir rote Beete und einige Kräuter als Saatband. Ich fand das damals schon sehr praktisch. Angeregt durch das Buch Nutzgärten prachtvoll gestalten habe ich in dem Jahr ein bisschen rumexperimentiert und unseren Nutzgarten kreativ angelegt.

Die Vorteile von Saatbändern:

  • der korrekte Abstand zur Aussaat ist vorgegeben
  • die Bänder lassen sich in Mustern und Formen auslegen,
  • das Saatgut ist vorerst am Saatband fixiert und wird so weniger von Insekten oder Vögeln verschleppt und verspeist
  • Saatbänder erleichtern die Direktaussaat insgesamt

Die  Nachteile von Saatbändern:

  • Sie sind meistens teurer, als wenn man das lose Saatgut kauft
  • Es gibt längst nicht alle Sorten als Saatband zu kaufen
  • meistens gibt es „nur“ Standardkombinationen
  • Harkt man auf Beeten in denen Saatbänder verlegt sind, ist Vorsicht geboten: Wenn man nicht aufpasst, könnte man mit der Harke das Band aus der Erde ziehen.

Die Nachteile lassen sich zum großen Teil ausschalten, im dem die Bänder einfach selbst hergestellt werden. Über das Netzwerk Selbstversorgung bin ich auf diesen Link gekommen und hab das jetzt gleich mal ausprobiert.


Material:

  • alte Zeitungen (keine Hochglanz-Werbeprospekte!)
  • Mehl
  • Wasser
  • das gewünschte Saatgut
  • ein paar Zahnstocher o.ä.

 

Begonnen habe ich damit, eine Zeitungsseite im Zickzack zu einem ca. 2cm schmalen Streifen zu knicken und so die gewünschte Breite vom Saatband zu markieren. Nun habe ich die Zeitungsseite für die nächsten Arbeitsschritte ausgebreitet vor mir hingelegt. Ich fand es praktischer, die Seite zunächst im Ganzen zu lassen. Ansonsten hat man etliche lose Streifen, die sich bei jedem Windhauch bewegen.

In einer kleinen Schüssel habe ich Mehl und Wasser zu einer Paste verrührt.

Diese Paste habe ich nun mit Hilfe eines Zahnstochers in winzigen Mengen auf die markierten Zeitungsstreifen getupft. An dieser Stelle ist natürlich der korrekte Abstand für das zu verarbeitende Saatgut zu beachten.

Auf diese kleinen Mehlpünktchen habe ich dann nach und nach das entsprechende Saatgut „gepappt“.

Im nächsten Schritt muss diese Mehlmasse sehr gut durchtrockenen. Das dauert schon ein paar Stunden.

Ist alles getrocknet, wird die Zeitungsseite in Streifen geschnitten und die einzelnen Stücke mit ein bisschen Mehlpaste zusammengeklebt. Solange bis die gewünschte Länge des Saatbandes erreicht ist.

Wenn die Verbindungen der Zeitungsstreifen ebenfalls getrocknet sind, kann man die Saatbänder zur Lagerrung aufrollen.
ich habe bei meinem ersten Versuch die Bänder nicht zusammengeklebt, sondern die einzelnen je 50cm langen Abschnitte auf eine Klopapierrolle gewickelt.

Fertig!
Okay, ich gebe es z: Mein Endergebnis ist optisch nicht so ein Highlight, wie bei dem Link, wo ich die Idee herhabe. Aber hey! Ich will mir die Gartenarbeit erleichtern und keinen Schönheitspreis gewinnen. Die Streifen kommen unter die Erde und verrotten dort. Also warum mehr abmühen als nötig? Seinen Zweck erfüllen die Bänder auch so. 😉
Bei meinem ersten Versuch habe ich mich übrigens mit einer Kombination aus Möhren und Radieschen versucht. Das finde ich eine sinnvolle Kombination, weil man ja die Radieschen zwischen den Möhren als Markiersaat nutzt*. Da beides sehr früh ausgesät werden kann, spar ich mir so die Fummelarbeit im wahrscheinlich noch kaltem Garten. 😉

Eine weitere Idee ist, einen sogenannten Schneckenzaun vorzubereiten. Also Saatbänder mit Samen von Pflanzen bekleben, die Schnecken abhalten. Mit den Saatbändern kann das z.B. das Salatfeld eingezäunt werden.

*Wem Markiersaat nichts sagt: Man kombiniert sehr langsam keimendes Saatgut mit sehr schnell keimendem Saatgut, um so die Saatreihen frühzeitig erkennen zu können.

3 Kommentare für “Saatbänder selbst herstellen

  1. 26. Januar 2013 at 11:05

    Ich mache es einfacher:
    Clopapier ca. 1 m lang abreisen
    in der Länge einmal falten
    Saatkörner nach Wunsch einlegen
    Papier leicht anfeuchten
    in die Erde legen, bedecken und angießen

    Ist nicht ganz so robust wie deine Anleitung, geht aber sehr fix

    Viel Erfolg weiterhin

    funktioniert prima
    http://siedlersissi.blogspot.de/2011/03/saatband-selbst-gemacht.html

    • 26. Januar 2013 at 16:56

      Danke für den Tipp! Das ist natürlich acuh ein Möglichkeit. Hab dir in deinem Post noch eine Frage dazu gestellt.

      Liebe Grüße,
      Annika

    • 27. Januar 2013 at 13:33

      danke für die tollen tipps!!! alles liebe

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