Probiers mal mit Gemütlichkeit…

Salat und Ringelblumen auf dem Fukuoka-Feld

In diesem Jahr läuft bei uns im Garten schon vieles strukturierter ab und wir genießen da Wissen und die Erfahrungen der letzten zwei super intensiven Gartenjahre.
Wir haben zwar noch lange nicht ausgelernt, aber das hat man im Garten wohl nie.

Eine besonders wichtige Erkenntnis für uns ist es, dass wir vieles einfach geschehen lassen. Im Winter habe ich noch einen konkreten Plan geschrieben, was ich in diesem Jahr wie und wo anbauen und aussäen möchte.

Doch vieles kam dann anders als gedacht….


Da waren z.B. die vielen Sorten aus dem Tauschpaket, die ich im Winter gar nicht in den Plan einbezogen habe, weil ich sie bis dahin gar nicht auf dem Schirm hatte. Von einigen Sorten aus dem Plan haben wir wiederrum gar kein Saatgut gehabt. Also wurden schonmal ein Teil des Winterplanes verworfen. Allerdings im positivem Sinne. Es ist ja nicht so, dass wir nun weniger Auswahl hätten. Es ist nur eine andere.

Und dann war da noch der Garten selbst, der auf sein Mitbestimmungsrecht pochte und wir haben beschlossen ihn gewähren zu lassen. 😉

Da ich ja vieles im Garten bis zur Samenbildung stehen lasse, hat sich nämlich eine ganze Menge selbst ausgesät und ist nun ohne unser Zutun da und teilweise sogar schon erntereif.
Vom Neuseeländer Spinat hab ich das gesammelte Saatgut z.B.falsch gelagert. Es ist mir verschimmelt. „So ein Mist!“ dachte ich noch, der hat uns so gut geschmeckt und war so pflegeleicht. Und nun?
Tja er hat sich 100fach selbst ausgesät im Garten und ich habe schon einige Pflanzen an die Nachbarn verschenkt.
Der Schneckenschreck „Jungfer im Grünen“ hat sich ebenfalls massenhaft selbst ausgesät. Wunderbar, brauch ich mich auch nicht weiter drum kümmern.

Besonders interessant wurde es rund um unseren Kompost und auf dem großen Beet zwischen den Pflaumenbäumen. Hier haben sich neben Ringel- und Sonnenblumen fünf verschiedene Salatsorten selbst angesiedelt. Ebenso ein paar Tomatenpflanzen.

Salat, vom Kompost verpflanzt + selbst Aufgelaufenes

Was um den Kompost gewachsen ist, habe ich teilweise verpflanzt, da wir es sonst sicherlich irgendwann plattgetreten hätten. Schließlich muss ich öfters mal an den Kompost ran…
Das Beet hab ich so gelassen, wie es war. Eigentlich lag hier zwar auch ein konkreter Plan vor, aber den hab ich nun komplett verworfen.
Im Tauschpaket war nämlich noch eine sogenannte „Fukuoka-Mischung“, von der ich mir einen Teil genommen habe.
Da musste ich auch erstmal im www nachschauen, was das überhaupt ist. Dieser interessante Link hat mich aber aufgeklärt. Da auf dem Beet ja sowieso eine wilde eigene Mischung einfach so vor sich hinwächst, habe ich das Fukuoka-Saatgut einfach dazwischen geschmissen.
Außerdem haben wir eine Mulchschicht aus wurzel- und samenfreien „Un“kraut aufgebracht und überlassen es nun tatsächlich sich selbst. Naja, bewässern müssen wir bei dem trockenem Wetter schon noch. Doch es tut sich bereits was. Bin gespannt, wie sich dieses Gartenstück entwickeln wird.

wilde Malve

Dann gab es da noch die Pflanzen im Garten, die ich im letzten Jahr ausgesät hatte, aber wo wir im Grunde Null komma Null Ernte hatten. Die „grüne Melde“ entpuppte sich als „wilde Malve“ und ist in diesem Jahr richtig groß und üppig geworden. Sie blüht fleißig und liefert uns die Grundlage für einen schönen Malvenblütentee. Die Weinraute wurde im letzten Jahr nur wenige Zentimeter groß, aber sie hat tatsächlich den Winter überlebt und ist nun richtig buschig gewachsen. Ebenso der Anis-Ysop.
Der Knolauch, der sich im letzten Jahr irgendwie selbst angesiedelt hatte, hat sich ebenfalls prächtig etwickelt und wir haben auch hier ohne unser Zutun eine erstaunliche Menge im Garten.

Ja und zu guter Letzt sind da noch die vielen Wildpflanzen, die einige gerne auch als UNkräuter bezeichnen.
Es gibt da zwei, drei Sorten, die entferne ich auch konsequent. Da sie sich tatsächlich um die Kulturpflanzen schlingen und sie rücksichtslos verdrängen oder sich unkontrolliert ausbreiten und ohne Einschreiten auch den Garten für sich allein beanspruchen würden.
Das meiste an „Un“kräutern bleibt aber stehen. Es blüht meistenteils recht hübsch und lässt sich, wenn es notwendig wird, sehr einfach entfernen und dann gleich wieder als Mulchmaterial verwenden.
Bei den Nachtkerzen hab ich nachgeholfen, davon hab ich letztes Jahr einfach die Samen an verschiedene Stellen im Garten geworfen. Aber z.B. Herr Gundermann kam von ganz alleine. Total hübsch hat er im April geblüht. Hab erst überlegt, ob es eine Art Taubnessel ist, aber die Blüten waren halt mehr blau als violett und die Blätterwaren auch anders.
Tja und was soll ich sagen: Das Kraut ist lecker und vor allem hat es mir bei meiner Kieferentzündung richtig weitergeholfen. Im Internet hab ich gelesen, dass Gundermann gegen Eiter helfen soll. Hmmm… Okay, da die apothekenpfichtgen Chemiekeulen nur bedingt geholfen haben, wollte ich zumindest mal ausprobieren ob es funktioniert. 2-3 mal am tag hab ich ein paar Blätter etwas durchgekaut und in die betroffene Wange gestopft. Jeweils für ca.eine halbe Stunde…. Und das hat bei mir wirklich funktioniert. Deshalb werde ich dem Herrn Gundermann auch ganz gewiss noch einen eigenen Beitrag widmen.

Wie ihr in dem Bericht lesen könnt, kommt man mit Gelassenheit doch ganz gut zurecht im Garten. Ein bisschen „laissez faire“ und viele Dinge regeln und unterstützen sich selbst. Das gilt nicht nur, aber meiner Meinung nach vor allem in der Natur.
Ich finde das toll!

5 Kommentare für “Probiers mal mit Gemütlichkeit…

  1. 4. Juni 2012 at 10:34

    Liebe Annika,

    es ist wirklich so, dass manches die Natur von ganz alleine regelt und eine gewisse Gelassenheit im Gärtnerischen ist wirklich angebracht. Bei mir im Garten wachsen auch einige Sachen, die ich da nie hingepflanzt habe und auch auf der Wiese habe ich inzwischen neben weißem Klee auch den roten und sogar ein paar Mohnblumen. Da ich zwar eine geraden Rasen – ist einfach besser zu mähen -, aber keinen englischen haben will, lasse ich das alles wachsen und erfreue mich einfach daran. Andere rennen einmal die Woche über ihre Wiese und stechen alles aus, was da angeblich nicht reingehört – was für ein Stress.

    Ich wünsche Dir weiterhin gute Erfolge im Garten.

    Liebe Grüße
    Jutta

  2. 4. Juni 2012 at 10:59

    Ach ich brauche auch unbedingt einen eigenen Garten. Aber in Vorbereitung auf die (hoffentlich nicht allzu) ferne Zukunft stöber ich total gerne in Garten-Blogs.
    Dein Ansatz klingt wunderbar entspannt und einfach natürlich. So soll es sein.

  3. 4. Juni 2012 at 11:53

    Ich kann nur bestätigen, dass sich die Jungfer im Grünen massig selber aussät. Aber es ist doch ganz praktisch, muss man sich nicht um die Kultur dieses zierlichen Pflänzchens kümmern.

    lg kathrin

  4. 4. Juni 2012 at 14:56

    Schöööön 🙂
    Ja, man kommt schon drauf das man die Natur ruhig ein wenig walten lassen kann und trotzdem alles gut gedeiht im Garten und sofort jedes Beikraut arkribisch zu vernichten. solch wunderschöen Mischkulturen wie bei Euch in so tolle rSymbiose sind doch die aller- allerschönsten und auch die Größte Kunst des Gärtners! 😀
    Toll, ein sehr schöner Bericht. GLG aus Österreich

  5. 4. Juni 2012 at 20:09

    Deine Einstellung zum Garten gefällt mir. Bei den Blumen lasse ich auch viele Sorten durch den Garten wandern ohne einzugreifen.
    Bei den Wildkräutern bin ich im Laufe der Jahre vorsichtig geworden. Zumindest die sich durch Ausläufer vermehrenden Sorten wie z. B. Quecken bekämpfe ich sehr sorgfältig. Wenn sie sich in den Staudenwurzeln breit machen, ist die Staude bald dahin.
    Aber mit deiner Gelassenheit hast du viele entspannte Stunden im Garten, die richtig Spaß machen.
    Liebe Grüße
    Anette

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