Fukuoka – der Versuch geht weiter

Am Wochenende habe ich nochmal genauer auf dem Fukuoka-Feld nachgeschaut und einige neue Pflanzen entdeckt. Es ist wirklich spannend, was sich da tut:

Das Foto entstand am 22. Juni 2012. Vergleicht es mal mit dem Foto von vor 3 Wochen:

Es tut sich also was auf dem Versuchsfeld.

Ich möchte mich aber auch für die Tipps bedanken, die ich aufgrund des ersten Fukuoka-Berichtes von euch bekommen habe.

In der Facebook-Gruppe vom grünen Himmel bekam ich folgenden Tipp:

Unkraut entferne ich nur, wenn ich sehe, dass es dicht an einer offensichtlichen Nutzpflanze wächst. Dann ziehe ich das Kraut samt Wurzel raus, lasse es aber an Ort und Stelle auf der Mulchschicht liegen. So wird diese konsequent erneuert. Da ich solche Aktionen nur an sonnigen Tagen durchführe, vertrocknen die Wurzeln der Kräuter schnell, ohne wieder anzuwachsen oder sich weiter auszubreiten.  

(aus dem ersten Artikel von mir)

Von Karen bekam ich dan folgenden Tipp, den ich ab sofort beherzige:

…wenn Du sie abschneidest und nicht mit den Wurzeln rausziehst, holen die Wurzeln weiterhin Wasser hoch, welches die anderen Pflanzen sehr gut gebrauchen können (Pflanzen teilen Wasser nämlich, anders als Menschen … )

Von Luise bekam ich wertvolle Hilfe bei der Identifiezierung zweier „Un“kräuter, die auf dem Feld und auch sonst überall im Garten wachsen:

Deine unbekannte Pflanze zwischen Kamille und Kürbis könnte Franzosenkraut sein. Bin mir aber vom Bild nicht sicher, zumal es aussieht, als wüchsen dort aus den Achseln neue Triebe, das kenne ich vom Franzosenkraut nicht so. Entweder vergleichst du es mal in einem Kräuterbuch (kann dir die Bestimmungsbücher von Steffen Guido Fleischhauer ans Herz legen) oder du wartest bis es blüht, Franzosenkraut blüht mit einer kamilleähnlichen Blüte, nur ist die Blüte vielleicht 5mm groß. Man kann laut Herrn Fleischhauer auch die jungen Blätter essen, aber mein Ding ist’s nicht.

Im Bild hinter der unbekannten Pflanze wächst bei dir übrigens weißer Gänsefuß, das ist die Pflanze mit den weißlich bestäubten Spitzen. Das sind Blätter und junge Triebe superlecker gekocht oder roh und sie sät sich auch sehr gern selbst aus. Davon gibt’s auch noch eine Verwandte, Magentaspreen, die nicht weiß bestäubt ist, sondern knalligdunkelpink und von meiner Nachbarin immer für eine besonders hübsche Zierpflanze gehalten wird. 🙂

Habe die Pflanzen nochmal genauer angeschaut und: „Ja, liebe Luise du hast recht gehabt!“

Zum Abschluss habe ich wieder einige Detailfotos mitgebracht. Vielleicht könnt ihr mir auch wieder bei der Identifizierung einiger Pflanzen helfen?

Auf dem ersten Bild seht ihr mal, wie robust Pflanzen sind. Die Sonnenblume ist über dem Boden abgeknickt und hat sich dann einfach an späterer Stelle wiederaufgerichtet.

Was kann das da in der Mitte sein?

Hier sind gleich zwei Pflanzen, die ich noch nicht genau identifieziert habe. Die zweite Pflanze, die ich meine, ist etwas schwer zu sehen. Ich meine die, mit den weißen Blüten.

Was das wohl werden möchte? Ich habe keine Ahnung…

Der Asia-Salat ist mittlerweile geschossen und hat Blüten gebildet. Das ist gut so. Hab ich gleich wieder neues Saatgut.
Im Nachbarbeet hatte ich Rucola angebaut. Der hat mittlerweile auch schon geblüht und ich habe viele kräftige Samenschoten geerntet. Einen Teil habe ich gleich aufs Fukuokafeld gschmissen, den Rest trockne ich gerade.
Bohnenkraut habe ich übrigens auch auf dem Feld entdeckt. Es ist überraschend aromatisch. Viel intensiver als das mehrjährige Bohnenkraut aus unserer Kräuterschnecke. Und das ist schon sehr lecker!

Die Wildtomate hat total niedliche Blüten und wenn man näher rangeht, sieht man auch wie schön sie sind! Bin echt gespannt, wie die Tomaten in Johannisbeergröße schmecken werden.

Leckere Erdbeeren konnte ich auf dem Feld auch schon wieder ernten. Die Erdbeeren sind übrigens auf dem Feld gelandet, weil ich im letzten Jahr ein paar Ableger in Quarkschälchen nicht eingepflanzt habe. Ich wusste halt nicht wohin… Jedenfalls hatte ich die Schälchen am Rand des Feldes abgestellt. Dort standen die Pflanzen dann von August bis zu diesem Frühjahr. Ich war mir sicher, dass sie nun hinüber waren. Bestimmt sind sie erfroren, weil de Wurzeln in so kleinen Behältnissen gefangen waren. Aber Pustekuchen!
Die Wurzeln haben sich durch die Quarkschalen gebohrt und die Erdbeerableger prodizierten selbst noch zwei neue Ableger…. Unglaublich! Ob’s am milden Winter lag?

Die „Wilde Malve“ will wohl alle Rekorde im Blühen brechen! Ist das nicht eine Pracht? Es ist genug um Malvenblüten für Tee zu trocknen und trotzdem noch Massenhaft Samen zu ernten. Die Blätter schmecken als Spinat auch ganz lecker. Sie haben aber eine etwas schleimige Konsistenz. Das kann man sich in der Küche aber sogar zum Abbinden von Soßen oder Eintöpfen zunutze machen.

7 Kommentare für “Fukuoka – der Versuch geht weiter

  1. 26. Juni 2012 at 10:28

    Ein bemerkenswerter Versuch, möge sich Dir dabei erwünschter Erfolg einstellen…

    Lieben Gruß
    CL

  2. Annett
    26. Juni 2012 at 11:55

    Hallo Annika, die Pflanze mit den weißen Blüten könnte ein Hirtentäschel sein, ich meine die Herzförmigen Früchte zu sehen (aber schwer erkennbar) oder ein verspätetes Schaumkraut, das andere sieht nach Schmetterlingsblütler aus, also Zaun- oder Vogelwicke, Wiesenplatterbse….
    lg Annett

  3. 26. Juni 2012 at 14:04

    Es ist einfach toll wie sich die Natur ihre Wege sucht!
    Also das mit den Erdbeeren – wow… Und die Sonnenblume… so stark und unerbittlich immer wieder das Köpfchen in Richtung Sonne stecken.
    also bei dieser Methode muss man sich immerhin auch viel mehr mit den Pflanzen auseinander setzen, was ist was und so.
    Nicht einfach alles ausreissenw as zwischen den Reihen wächst sondern genau hinsehen und beobachten und feinfühlig werden für die Natur!
    Einfach nur toll!!! 🙂
    Leider kann ich dir wegen der Pflanzennamen nicht weiterhelfen, ich kenne mich da selbst noch zu wenig aus. *g*
    GLG

  4. blumenfee57
    28. Juni 2012 at 16:32

    Hallo Annika,
    danke für den Besuch auf meiner Seite. Ich verfolge Deine Versuche mit Interesse. Selber baue ich kein Gemüse mehr an und habe meinen Garten vor 3Jahren drastisch verkleinert. Bis auf Tomaten, Zucchini, Gurken (alles in Töpfen) gibt es bei mir nur noch Blumengarten, der mich voll und ganz ausfüllt.
    LG Charlotte.

  5. Mo
    3. November 2013 at 02:06

    [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
    … ein paar Vermutungen zu den unbekannten Pflanzen:
    Unter dem Foto mit der Sonnenblume: Baby-Robinie.
    Darunter: Hirtentäschel könnte gut passen. Das andere feinblättrige wird ein junger Steinklee sein.
    Darunter: Bienenfreund (Phacelia)

    • Annika
      Annika
      3. November 2013 at 06:33

      Vielen Dank Mo für die Hilfe!

      Liebe Grüße,
      Annika

  6. Rico
    3. Februar 2017 at 15:32

    Hallo Annika,

    Mich würde mal interessieren, woher du die Saatgutmischung „Fukuoka“ bekommen hast und ob ich die auch irgendwoher bekommen könnte? Wäre ja praktisch, wenn man zum Start eines eigenen Versuchs gleich eine optimale Mischung der „richtigen“ Pflanzen zur Verfügung hätte und nicht erst mühsam zusammenstellen muss. Was für ein Samentauschpaket war das denn???
    Soweit ich bis jetzt in Erfahrung bringen konnte, arbeitete Fukuoka unter anderem mit Weißklee, Buchweizen und verschiedenen Sorten Rettich. Was sonst noch alles hilfreich wäre, weiß ich leider nicht. Vielleicht hat ja jemand eine Liste mit den entsprechenden Kräuter- und Gemüsesorten ….

    Liebe Grüße,

    Richie

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