Kompost – weit mehr als ein Abfallhaufen

unser kleines Kompostsilo

Wer am Gärtnern ist kommt an einem eigenem Kompost kaum vorbei. Vor allem, wenn einem das natürliche Gärtnen am Herzen liegt, ist er Gold wert.

Auf einem Kompost finden jede Menge Abfälle aus dem Garten und der Küche Platz und werden aufwundersame Weise zu nahrhaftem Humus, mit dem der Boden für den Anbau von Pflanzen verbessert werden kann.

Pflanzen brauchen für ein gesundes Wachstum ausreichend Nährstoffe. Diese holen sie sich aus dem Boden. Wird jahrelang nur gepflanzt und geeerntet, laugt der Boden aus. Er wird nährstoffarm, die Struktur entwickelt sich nachteilig und Pflanzen entwickeln sich schlechter.


Wer bei Kompost an einen stinkenden Haufen denkt, sollte sich nochmal ausführlich mit dem Thema beschäftigen. Bei richtig durchgeführter Kompostwirtschaft entwickeln sich keine üblen Gerüche. Fertiger Kompost riecht nach würzigem Waldboden.

Es geht bei der Kompostierung darum, Fäulnis zu vermeiden, aber die Rotte zu fördern. Um das hinzubekommen, ist ein ausgeglichene Sauerstoff- und Feuchtigkeitsversorgung zu gewährleisten. Außerdem muss darauf geachtet werden, was in welchen Schichten auf dem Kompost landet.

Kompostierung (auch Rotte) bezeichnet den biologischen Prozess, bei dem leicht verwertbares organisches Material unter Einfluss von Luftsauerstoff (aerob) von Bakterien und Pilzen (heterotrophen Mikroorganismen) großteils zu Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) abgebaut wird. Ein Teil der bei diesem Abbau entstehenden Zwischenprodukte wird zu Humus umgewandelt.
Quelle: Wikipedia

Sauerstoff & Feuchtigkeit

Ein Kompost sollte ringsherum an Sauerstoff kommen. Das heißt, seitlich vollständig geschlossene Behälter sind schlecht geeignet.
Ebenfalls für eine gute Versorgung mit Sauerstoff sorgt das sogenannte Umsetzen des Komposthaufens. Hierbei wird der Komposthaufen chicht um Schicht abgetragen und auf einem neuen Haufen in umgekehrte Reihenfolge aufgesetzt.

Nicht umgesetzter Kompost hat im Inneren in der Regel einen zu hohen Feuchtigkeitsgehalt. Ist er dann auch noch schlecht durchlüftet, fängt er an zu stinken. Er fault statt zu verrotten.
Dieser Zustand ist nicht nur zum Wohl der eigenen Nase zu vermeiden. Vielmehr sind die stinkenden Gase Lockstoffe für aas-, pilz- und fruchtfressende sowie blutsaugende Insekten.
Ein faulender Komposthaufen entwickelt sich schlecht und sehr langsam, so dass er ein Überträger für Krankheiten und Parasiten werden kann.

Um den Feuchtigkeitshaushalt vom Kompost zu regulieren sollte der Kompost ebenerdig auf offenen Boden (nicht auf Beton etc.) angelegt werden.
So können Sickersäfte aus dem verrottenden Materialien selbstständig abfließen.

Der Kompost sollte insgesamt feucht, aber nicht naß sein. Das heißt am besten schützt man ihn von oben mit einem Deckel oder eine Folie gegen Regenfälle. Denn das kann ein zuviel an Nässe bedeuten, was wiederrum zur Fäulnis führen könnte.
Trocknet der Kompost dagegen an heißen Sommertagen zu stark aus, darf ruhig mal eine Gießkanne Wasser zugesetzt werden.

Der Standort

Ein Kompost ist nicht unbedingt das Schmuckstück eines Gartens. Allein deshalb steht er oftmals in der hintersten Ecke, wo man ihn nicht sehen kann. Das ist auch gar nicht schlimm, denn solche Ecken erfüllen häufig zwei wichtige Standortfaktoren:

  • halbschattig => Die Sonnenstrahlung wärmt den Kompost und fördert somit die Rotte. Zuviel Sonne jedoch lässt den Kompost austrocknen.
  • windgeschützt => Auch der Wind kann den Kompost unvorteilhaft austrockenen

Außerdem ist wichtig – wie bereits weiter oben erwähnt –  dass der Kompost auf durchlässigem Boden steht. Keinesfalls sollte ein geschlossener Behälter gewählt werde oder der Kompost auf Beton oder Steinplatten angelegt werden.

Was kommt auf den Kompost?

Der Kompost bietet Platz für viele, aber gewiß nicht für alle anfallenden Abfälle.
Nicht verrottbare Abfälle (z.B. Plastik, Steine, Drähte….) gehören selbstverständlich nicht auf den Kompost. Das ist wohl jedem klar.

Es ist aber auch darauf zu achten, dass keine versamenden Beikraut-, Blumen- und Gemüsearten auf dem Kompost landen. Ansonsten säen wir bei m späteren Ausbringen des Kompost gleichzeitig aus. Es gibt sehr resistente Samenarten, die ihre Keimfähigkeit auf dem Kompost nicht verlieren.

Sollten unsere Pflanzen von Krankheiten heimgesucht worden sein, so sind die betroffenen Pflanzen vollständig zu entsorgen. Sie dürfen unter keinen Umständen auf dem Kompost landen, da viele Krankheitserreger lange im Boden erhalten bleiben und mit Ausbringung der Komposterde auf den Beeten verteilt werden könnten. Kohlhernie, Möhren- & Zwiebelfliegen, Welekrankheit bei Tomaten und Gurken…. das sind nur ein paar Beispiele von Krankheiten, die durch falsche Kompostierung weiterverbreitet werden könnten.

Asche – mit Ausnahme von Holz- und Papierasche – darf nur in äußerst geringer Menge auf dem Kompost landen.

Gartenabfälle können, wenn die oben genannten Aspekte ausgeschlossen sind, auf den Kompost gegeben werden. Zweige verrotten langsam uns sollten möglichst etwas zerkleinert werden, bevor sie auf dem Kompost landen.

Auch in der Küche entstehen Abfälle, die auf dem Kompost zu wertvollem Humus werden. Dazu gehören vor allem Reste die beim Schnippeln von Obst und Gemüse* anfallen.Aber auch Kaffee- und Teesatz, sowie Eierschalen.
Gekochte Essenreste sollten nicht auf den Kompost wandern, da sie schnell anfangen zu schimmeln. Fleisch- und Knochenabfälle ziehen zudem auch noch Aasfresser an.

* Vorsichtig mit Kartoffelschalen: Diese keimen auch noch nach Ausbringung auf die Beete, wenn die Rotte noch nicht abgeschlossen war!


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Das war der erste Beitrag zum Thema Kompost. Im zweiten werden die verschiedenen Kompostierungsverfahren und weitere Tipps zusammengestellt.

1 comment for “Kompost – weit mehr als ein Abfallhaufen

  1. Avatar
    22. April 2012 at 20:37

    Hi Annika,
    sehr gut zusammengefasst!

    Ich habe mir in den letzten Tagen aufgrund meiner Kompost-Misere sehr vieles dazu angesehen (YouTube) und gelesen im Web. Ich habe vor, mir einen Trommelkomposter zu bauen und werde gerne darüber berichten, wie diese Art der Kompostierung funktioniert.

    Eine andere Art, die ich sehr empfehlen kann, ist die Kompostierung in einer Wurmfarm.

    Viele Grüße

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