Robinien / Schein-Akazien

Steckbrief
vollständiger Name: gewöhnliche Robinie
botanischer Name:  Robinia pseudoacacia
andere Namen: Schein-Akazie, falsche Akazie, Silberregen
Familie: Hülsenfrüchtler
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler
Größe / Höhe: 12-25m , je nach Standort (allein oder in Gruppen)

Stamm / Zweige: Durchmesser bis max. 1m, Rinde dunkel- bis graubraun mit tiefen Furchen

Laub: letzter Baum im Jahr, der seine Blätter austreibt und erster der sie wieder verliert, 19 kleine, ovale Blätter an gruppierte Blätter
Blütezeit: Mai – Juni
Blüten: meistens weiß, aber auch in blassgelb oder pink
Früchte:Im Herbst bilden sich Samenhülsen, die den Winter über am Baum hängen bleiben und im Frühling abfallen

Die Robinie wurde zunächst als „nur“ Ziergehölz gesehen. Zwischen 1623 und 1635 wurde sie von Jean Robin Virginia (Nordamerika) nach Paris eingeführt. Sie wurde in Gärten und Parkanlagen gepflanzt. Erst im 18. Jahrhundert erkannte man den forstwirtschaftlichen Nutzen des Baumes und später auch die Möglichkeit zur Nutzung des Holzes.

Durch ihr Schnelles Wachstum könne mit Robinien zugrunde gewirtschaftete Waldflächen wieder aufgeforstet werden.Das Holz weist eine hohe Dichte auf und ist deshalb vielseitig einsetzbar. Es eignet sich zum Beispiel für die Herstellung von langlebigen und stabilien Zaunpfählen.
Ein interessanter Tipp ist auch, die Stämme und Zweige in gleichmäßige Teilstücke zu zerschneiden und als Gartenweg zu nutzen. Kann ich mir optisch sehr gut vorstellen, Zweifel hätte ich nur bezüglich der Rutschigkeit, wenn es denn naß draußen ist..:?!
Auch soll Robinienholz geeignet sein – ohne langwierige Ablagerung – verbrannt zu werden.


Robinien erkennen
Robinien finde ich verhältnismäßig leicht zu identifizieren, auch im Winter.

Am einfachsten ist sie daran zu erkennen, dass sie an jüngeren Zweigen und Ästen große Dornen hat. An kräftigen Ästen und am Stamm hingegen, sind bis auf sehr wenige Ausnahmen, keine Dornen mehr vorhanden.
Die Baumrinde ist sehr tief gefurcht und graubraun.
Die massenhaft anhängenden Samenschoten verraten auch, dass es sich um eine Robinie handelt.

Solange der Baum sein Blätterkleid trägt, kann man auch an diesem eine Robinie recht gut erkennen. Die Blüten ähneln der von Akazien, was der Robinie auch den Namen Schein-Akazie oder falsche Akazie eingebracht hat.

Wachstum und Verbreitung
Robinien wachsen sehr schnell und bilden über ihre Wurzeln kleine Schösslinge, die im Umkreis des „Mutterbaumes“ aus dem Boden sprießen. Dieser Effekt wird deutlich verstärkt und angetrieben, wenn der Altbaum einen schweren Schaden erleidet. Zum Beispiel, wenn er gefällt wird.
Außerdem verbreiten Robinien sich über Samen, die in sich in unzähligen Samenhülsen bilden. Da die Samen den ganzen Winter über am Baum hängen bleiben, ist die Robinie auch in dieser Zeit schön anzusehen. Interessant finde ich noch, dass Robiniensamen ihre Keimfähigkeit bis zu 30 Jahre erhalten können.
Robinien wieder los werden
Robinienblüten

Haben sich Robinien ungünstig ausgebreitet oder ändert sich einfach die Nutzung und Aufteilung im Garten, kann das Entfernen der Robinie(n) notwendig werden.
Dieses ist aber gar nicht so einfach.

Da sich die Robinie sowohl über Samen, als auch über Wurzelausläufer ausbreitet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass am alten Standort wieder neue Robinien wachsen.
(siehe Absatz Wachstum und Verbreitung)
Es ist also notwendig das Wurzelwerk möglichst vollständig aus dem Boden zu entfernen. Dass das eine Menge Arbeit ist, kann man sich denken.

Wer auf die Arbeit keine Lust hat oder aus anderen Gründen, den Boden nicht tiefgründig aufgraben kann oder will, kann es mal auf diese Art versuchen:

Sie erfordert jede Menge Geduld…. Am unteren Teil des Stammes einer zu fällenden Robinie wird eine tiefe, 10-20cm breite Kerbe  rundherum geschnitten. Wichtig ist, dass durch den Einschnitt die Rinde des Baumes vollständig durchdrungen wurde. Somit wird der Saftfluss des Baumes unterbrochen und er geht ein. Das dauert aber gut und gerne ein Jahr.
Nun kann der Baum gefällt werden und die Wurzelausläufer dürften ausbleiben oder wenigstens deutlich weniger auftreten.
Zur Giftigkeit der Robinien:
Das Gift sitzt überwiegend in den Samen und in der Rinde des Baumes. Verhängnisvoll kann es werden, wenn ein Kind auf die Idee kommt, sich die Rinde in den Mund zu stopfen und zu verschlucken. Die Möglichkeit kann vor allem wegen dem süßlichen Geruch der Rinde nicht ausgeschlossen werden. Symptome treten hier bereits nach einer Stunde auf.
Wird der Baum bearbeitet (beschnitten, gefällt, zersägt, verarbeitet…), sollte darauf geachtet werden, dass man den Staub dabei nicht einatmet, da dieses zu allergischen Reaktionen führen kann. Das Tragen einer Staubmaske ist eine leicht umzusetzende Schutzmaßnahme.

Aber auch für Tiere ist diese Pflanze teilweise giftig. So sollten Hunde keine Stöckchen aus Robinienholz zum Spielen bekommen. Sollten sie daran rumnagen, können sich Vergiftungen einstellen. Symptome können erhöhter Speichelfluss und Teilnahmslosigkeit sein.
Aber auch für Vögel und Nagetiere ist die Robinie giftig, selbst Pferde und Rinder kann sie im wahrsten Sinne des Wortes umhauen.

6 Kommentare für “Robinien / Schein-Akazien

  1. 10. März 2012 at 16:54

    …vielen Dank für diesen interessanten Post, liebe Annika,
    gerade in den letzten zwei Jahren habe ich hier in der Umgebung eine Menge dieser Robinien entdeckt und finde sie sehr schön…und habe nach dem Lesen hier beschlossen, dass ich mich weiterhin unterwegs an diesen Bäumen erfreuen werde und keine in meinen Garten kommt…giftig und schwer wieder weg zu bekommen…und Platz habe ich dafür ja sowieso nicht mehr…

    wünsch dir ein schönes Wochenende,
    lieber Gruß von Birgitt

  2. 10. März 2012 at 18:01

    Liebe Annika,
    das ist ja ein superinteressanter Artikel. Ich wusste bisher nichts von Robinien, die braunen Hülsen sind mir aber schon immer aufgefallen.
    Danke für das ausführliche Info.
    Schönen Sonntag
    moni

  3. eva
    11. März 2012 at 19:18

    Hallo Annika,
    Robinien als Gartenweg zu nutzen, auf die Idee wär ich nicht gekommen. Kann ich mir aber gut und schön vorstellen. Wegen der Haltbarkeit würd ich mir keine Sorgen machen.
    Robinien sind sehr widerstandsfähig gegen Holzfäule. Heimische Bodenorganisen fressen das Holz (fast) nicht (höchstens die Rinde).
    Das kann ich bestätigen. Denn auf unserem Grund haben wir uralte Robinien-Pfähle gefunden, die zwar in der Erde gesteckt bzw. im freien herumgelegen sind, aber kaum verwittert waren, das Holz war noch knochenfest. Die waren sicher schon Jahre da, wenn nicht Jahrzehnte.
    Also nur rein in den Schlamm damit 🙂
    Lieben Gruß, Eva

  4. 11. März 2012 at 21:37

    Hallo Eva,
    danke für den Erfahrungsbericht! Einige Robinien wurden im Projekt schon in Holzpfähle umgewandelt. Unglaublich: Einer ist sogar wieder ausgetrieben….
    Also wiederstandsfähig sind Robinien allemal. 😉

    Liebe Grüße,
    Annika

  5. 23. August 2012 at 09:40

    Ja, und insofern ist es unverantwortlich sie als Forstbäume und eigentlich überhaupt anzupflanzen. Wie andere Hülsenfrüchtler kann sie nämlich mit Hilfe von Bakterien Luftstickstoff binden. Damit ist sie auf Nährstoffarmen Standorten den heimischen Baumarten weit überlegen und verdrängt diese. Durch ihre vielen Samen und ihre Vitalität breitet sie sich außerdem leicht unkontrolliert aus, z.B. entlang von Bahndämmen.

    Sie gilt als invasiver Neophyt.

    Anzumerken ist außerdem noch, dass die Robinie kräftige Dornen am jungen Holz trägt.

  6. egal
    13. Januar 2014 at 14:17

    Und wenn man dort mit dem Grünschnitt zu tun hat bekommt man wunderbares Holz zum Räuchern, Garten ausbauen, etc… man sollte nicht immer alles negativ sehen 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.