Grünkohl – Brassica oleracea var. sabellica

GrünkohlMit Kohl lief es bei uns im Garten – nun ja – eher schlecht als recht. Der Vorbesitzer hatte jahrelang immer nur Kohl ausgesät und das auf fast allen Flächen. Dabei sollte Kohl möglichst nur alle 4 Jahre an gleicher Stelle stehen, um Kohlkrankheiten vorzubeugen.

Mit Grünkohl jedoch hatten wir einen guten Erfolg erzielt und auch in einem meiner neuesten Bücher wird Grünkohl als bewährte Pflanze erwähnt. Kopfkohl hingegen soll deutlich schwieriger anzubauen sein.

Pflanzenportrait

Grünkohl gehört zu den Kreuzblütlern und ist als sehr gesundes Wintergemüse bekannt. Man kennt ihn auch unter anderen Namen, z.B. Braunkohl oder Krauskohl.
Erst im zweiten Jahr bildet Kohl seine Samen. Wer also Samen für eine kommende Saison haben möchte, sollte jeweils ein paar Pflanzen stehen lassen.
Diese Kohlspezialität ist vor allem im Norden Deutschlands beliebt. Bremen und Oldenburg „streiten“ darüber, wessen Spezialität der Grünkohl ist. Aber auch die Braunschweiger versuchen mitzureden und behaupten die Namensgebung „Braunkohl“ kommt – na klar: aus Braunschweig.


Anbau:
Ab Mai können Pflanzen im Frühbeet gezogen werden. Später werden die Pflanzen mit einem Abstand von 40cm ins Beet gesetzt.

bevorzugter Standort:
Grünkohl braucht möglichst neutralen Boden mit ausreichenden Nährstoffen. Dazu ist es sinnvoll, den Boden im Frühjahr mit Humus und etwas Hornspäne anzureichern.

gute Nachbarn:
Tomaten, Stangenbohnen, Spinat, Sellerie, Rhabarber, Radieschen, Salate, Lauch, Gurken und Erbsen


schlechte Nachbarn:
Zwiebeln, andere Kohlsorten, Knoblauch und Kartoffeln*

Erntezeit: 
Grünkohl wird nach dem ersten Frost geerntet. Dadurch ist er besser im Geschmack. Frost unter -10°C sollte er aber nicht abbekommen.
Durch den Frost bildet er noch etwas Traubenzucker. Das funktioniert aber nur bei lebenden Pflanzen. Der Trick ihn einfach nach der Ernte einzufrieren, bringt also nichts.


Verwendung der Pflanze:
Die Blätter des Kohls werden vor allem im Winter zu einer deftigen Delikatesse. Es gibt eine Menge Rezepte für die Zubereitung. Als Beilagen gibt es oft die sogenannten Bregenwürste (heutzutage ohne Verwendung von Bregen!) oder andere Rauchwurstwaren. Aber auch Gänsekeulen werden gerne zum Grünkohl gereicht.
Grünkohl lässt sich hervorragend in größeren Mengen vorbereiten um ihn dann als Vorrat einzukochen oder auch – wer’s mag – gleich mehrmals hintereinander zu essen. Durch mehrmaliges Aufwärmen wird dieses Essen immer besser! 😉

Tipp:
Das einzige Problem, das wir zeitwweise mit dem Grünkohl hatten, waren weiße Fliegen. Aber das ließ sich wunderbar mittels einem Auszug aus Tomatenpflanzen natürlich bekämpfen. Dazu einfach einige Blätter der Tomatenpflanze mit heißem Wasser übergießen und ein paar Tage stehen lassen. Solange bis es so richtig schön iiihhh riecht…. 😉
Damit den Kohl gründlich einsprühen. Die Behandlung an mehreren Tagen wiederholen. Da der Kohl ja extrem lange im Garten verweilt, ist das Fliegenproblem lange vor der Ernte beseitigt und der Kohl hat die Tomaten-Stink-Wasser-Kur abgebaut, bevor er in der Küche landet. Aber hier wird er ja ohnehin auch nochmal ordentlich gewaschen.

* Unsere Grünkohl-Erträge waren gut, obwohl er sich ein kleines Feld mit Kartoffeln und sämtlichen anderen angebauten Kohlsorten geteilt hat. Könnte aber eine Erklärung für die magere Ausbeute bei seinen Nachbarn sein? Ein schönes Beispiel aus der Abteilung „Versuch macht klug“ . 😉

Zum Abschluss noch ein kleiner Film:

1 Kommenar für “Grünkohl – Brassica oleracea var. sabellica

  1. 18. Januar 2012 at 07:09

    Lecker Grünkohl… Gibt es heute bei uns zu Mittag!!
    „Danke“ für diesen ausführlichen Post.

    GLG Doris

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