Boden – so wichtig!

Heute gibt es einen Beitrag zum Thema „Boden“. Im Blog Experiment Selbstversorgung wurde anlässlich des Tag des Bodens am 5.12. zur Boden-Blogparade aufgerufen.
Finde ich eine sehr schöne Sache und ich bin sehr gespannt auf die unterschiedlichen Aufarbeitungen zum Thema.

Neulich habe ich ja das Buch Humus – von Annie Francé-Harrar vorgestellt.
Es ist so interessant zu lesen.
Boden – für mich bisher ein Thema, dass mich nicht so richtig begeistern konnte. Mir ist schon klar, dass Boden wichtig ist, aber in den ersten Gartenjahren hat es mich doch eher gereizt, einfach alles mögliche auszusäen und einfach darauf zu hoffen, dass es schon irgendwie funktoniert. Ich hatte das Gefühl, dass ich beim Boden sowieso nicht viel machen kann. Es ist halt der Boden der da ist.

Nun, vieles hat funktioniert. Aber vieles eben auch nicht. Nachdem ich das oben erwähnte Buch gelesen habe, konnte ich mir jedoch einige der Mißerfolge erklären. Ich hätte mir selbst in den Hintern treten können, warum ich dieses Thema bisher so vernachlässigt habe.
Durch das Buch bin ich richtig neugierig auf die verschiedenen Zusammenhänge des Bodenlebens geworden und setze mich derzeit intensiver mit dem Thema auseinander.

Zunächst einmal kann man zwischen den folgenden Bodenarten unterscheiden:

– sandige Böden
– Tonige Böden
– lehmige Böden
– Humus

Zu erkennen, welche Bodenart man vor sich (oder besser unter sich) hat, gibt erste wichtige Erkenntnisse.

Sandige Böden können Wasser schlecht speichern, es fließt quasi durch sie hindurch, bis zu tief ist, um von den Wurzeln der Pflanzen erreicht zu werden. Durch das Durchfließen, werden gleichzeitig die Nährstoffe des Bodens ausgewaschen.
Jedoch kann sandiger Boden durch seine Lockerheit insgesamt gut durchwurzelt werden.

Bei den tonigen Böden hingegen ist es umgekehrt. Sie speichern ziemlich gut Wasser und Nährstoffe. Dafür kann es aber zur oft unerwünschten Staunässe und sogenannter Verschlämmung des Bodens kommen.Die Bearbeitung des Bodens ist relativ schwer, da er sehr fest ist.

Die lehmigen Böden sind eine Mischung zwischen den beiden ersten Arten.

Humus – ist unverzichtbar für erfolgreiches Gärntern. Der Boden hat eine grpbkrümelige Struktur und riecht angenehm nach Waldboden. Er kann Wasser gut speichern und enthält jede Menge Nährstoffe und Bodenorganismen.

Besonders gut soll im Garten eine etwa gleichteilige Mischung aus Sand- und Lehmboden, auf der eine ordentliche Schicht Humus aufgebracht wurde, sein.

Wenn man dann noch auf einige Zeigerpflanzen achtet, hat man schon einiges über seinen Boden herrausgefunden. Man sollte diese Pflanzen über Jahre im Auge behalten, so kann man sein Schaffen den natürlichen Veränderungen des Bodens anpassen.

Zeigerpflanzen sind von allein auftauchende Pflanzen und Wildkräuter (Unkraut gibt es nicht!). Einige Beispiele:
So kann man aus  Ackerwinden schließen, dass das es einen gelockerten Lehmboden gibt. Diesen liebt die Ackerweinde besonders.
Schachtelhalm siedelt sich hingegen bevorzugt auf stark verdichtetem Boden an.
Wenn sich die Vogelmiere im Garten angesiedelt hat, darf sich der Gärtner freuen: Sie steht für einen leicht feuchten, gut durchlässigen Boden mit genügend Humusanteilen.

Damit sind erste Fakten geschaffen, die man bei der Pflanzenauswahl berückichtigen kann und die einem Aufschluss über sinnvolle Maßnahmen zur Bodenverbesserung geben können.

Jedoch muss man sich keinesfalls mit den Gegebenheiten des Bodens abfinden. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, den Boden an seine Bedürfnisse anzupassen.
Sicherlich gibt es auch zahlreiche chemische Möglichkeiten, diese sind für mich jedoch generell ausgeschlossen. Schließlich möchte ich gesundes Obst und Gemüse ernten.

Den guten Humus kann man durch einen Kompost im Garten kostengünstig selbst herstellen. Das Thema Kompost ist allerdings so komplex, dass es einen eigenen Beitrag braucht um die wichtigsten Aspekte zu erläutern. Deshalb hier nur ein kleiner Anriss:

Auf den Kompost kann vieles was als Schnittgut im Garten anfällt, sowie rohe Küchenabfälle von Obst- und Gemüse. Ebenso eigenen sich zerkleinerte Eierschalen und Kaffeesatz.

Je nnachdem, was in welchen Anteilen auf den Kompost gerät, gibt es ein anderes Ergebnis, was die Zusammensetzung des Humus betrifft.
Grünabfälle bringen Stickstoff in den Humus, Früchte und Obst bringen Phosphor und Hölzernes Kalium in die Erde.

Pro Quadratmeter Beetfläche sollten zwischen 5 und 10 Liter Komposterde eingearbeitet werden. Denn auch beim Humus gilt: Ein Zuviel ist nicht immer gut. So fühlen sich z.B. im Humus die Regenwürmer wohl, sind jedoch zu viele von ihnen vorhanden, kann das Maulwürfe und Feldmäuse anziehen, die wiederrum den Pflanzen (denen man ja Gutes tun wollte) schaden.

Zum Schluss mache ich eine Schleife zurück zum Buch von Annie Francé-Harrar und beende diesen Beitrag mit einem Zitat, welches die Wichtigkeit des Bodens nochmals schön auf den Punkt bringt:

Die Grund-Formel für die Landwirtschaft der ganzen Welt muss lauten:
Wenn du deine Ernte erhöhen willst, musst du zu allererst deinen Humusbestand verbessern. Düngung allein ist ungenügend, weil keine Art von Düngung den vermerten Bedarf von Pflanzen deckt. Nur regelmäßige Bodenverjüngung durch Humus schafft das Plus an organischer Substanz und Organismen, das eine vermehrte Ernte ermöglicht, ohne das der Boden dabei ausgeplundert und erschöpft wird. Erst auf Basis srändiger Nachhumifizierung kann eine Düngung erfolgreich sein und zu erhöhter Produktion führen. Abfälle allein sind unzulänglicher Dünger und ersetzen nie den Humus. Humus allein schafft Fruchtbarkeit der Erde.

Es gibt soviel über Boden zu erfahren und zu wissen, dass es unmöglich ist, dieses Thema allumfassend in einem Beitrag zu erläutern. Dennoch hoffe ich, das du als Leser(in) ebenfalls neugierig auf das Thema geworden bist, falls du es nicht schon lobenswerter Weise vorher warst ;-).

4 Kommentare für “Boden – so wichtig!

  1. 4. Dezember 2011 at 17:02

    Ja der Boden ist sooo wichtig, davon kann ich ein Lied singen, da ich in den letzten 3 Jahren aktiven Bodenaustausch betrieben habe, damit es meinen Blümchen gut geht, hier gibts leider nur Sandboden, allerdings hat mein Garten auch eine Humusecke und vier Komposter und darüber bin ich sehr glücklich. Viele Grüße Annette

  2. 4. Dezember 2011 at 19:33

    Hej Annika,

    mein Minigarten hat felsigen Untergrund, darauf liegt Bauschutt und erst dann eine dünne Schicht fruchtbarer Boden. Außerhalb bewirtschaften wir noch ein etwas größeres Stück Land mit Sandboden (Kartoffeln). Insgesamt brauchts noch jede Menge Arbeit in der Bodenverbesserung. Ist aber die Basis!

    lg smultron

  3. 4. Dezember 2011 at 22:42

    Ein sehr schöner Beitrag zur Boden-Blog-Parade. Da hast du dir aber sehr viel Mühe gemacht.

    Lieber Gruß von Anke

  4. 2. Mai 2012 at 17:52

    Ich nutze für mein kleines urban gardening auf dem Dach plastik-Klappkörbe, die ich mit Pappe etwas dicht mache an den Seiten und dann sozusagen gleichzeitig nach unten hin (drei Köbe übereinander) kompostiere und im obersten anbaue. Funktioniert sehr gut und ist sogar mobil.

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