Topinambur / Helianthus tuberosus

Topinambur-Blüten, Foto von humeh / pixelio.de

Noch so eine Entdeckung im Jahr 2010. Topinambur.
Wobei das wirklich Zufall war. Denn wir haben das nicht im Garten gepfanzt oder ausgesät. Da sind wohl einige Topinambur-Knollen vom „Vorgärtner“ im Boden geblieben.
Eines Tages kam eine Nachbarin und fragte, ob dass was da meterhoch um unseren Kompost wucherte Topinambur sei? Ich wusste es nicht und schlug erstmal in Büchern nach und zog eine Pflanze aus dem Boden. Ja, es war Topinambur.

Auch gut: Noch was Nahrhaftes aus dem Garten. Im nächsten Jahr, wird Topinambur auf jeden Fall fest eingeplant, denn die Pflanze hat einiges an positiven Eigenschaften zu bieten.


Pflanzenportrait:

Topinambur gehört zu den Korbblütlern und kommt aus der Familie der Sonnenblumen.  Die Pflanze hat ebenfalls gelbe Blüten. Bei uns hat es in diesem Jahr leider nicht geblüht, aber das kann vorkommen.
Im 17. Jahrhundert entdeckten Seefahrer die Pflanze bei einem nordamerikanischen Indianerstamm.

Die Pflanzen werden bis zu 3,5m hoch, weshalb sie sich auch als einen vergänglichen Sichtschutz pflanzen lassen.

Weitere Namen für Topinambur sind z.B. Erdbirne und Diabetiker-Kartoffel.
Den Namen Diabetker-Kartoffel verdankt Topinambur seinem sehr hohen, natürlichem Inulin Gehalt. Die Knollen sind aber auch reich an Vitamin B und C.

Aussaat: Topinambur lässt sich (bzw. macht es selbst ;-)) am einfachsten über die Knollen vermehren. Aus so ziemlich jedem Stück treibt eine Pflanze aus.
Dazu im Spätherbst oder im März / April die Knollen an der gewünschten Stelle einpflanzen.
Die Vermehrung über Samen wurde versucht. Der Ertrag ist aber nicht so hoch.

Die Pflanze ist weitgehend resistent gegen Schädlinge und Krankheiten. Mehltau kann vorkommen. In sehr nassen Jahren können die Knollen einen Pilzbefall bekommen.
 
bevorzugter Standort: Topinambur stellt wenig Ansprüche an den Boden. Jedoch fällt der Ertrag umso größer aus, je nährstoffreicher und lockerer der Boden ist. Bei sehr schweren Böden, solltest du vor der Pflanzung Kompost einarbeiten.

Pflanzabstand: Der Abstand zwischen mehreren Reihen sollte 50cm betragen, zwischen den einzelnen Pflanzen kannst du 30cm Platz lassen.
Wenn dir der Ertrag nicht so wichtig ist, du aber den Nutzen als Sichtschutz ausschöpfen willst, kannst du ruhig etwas enger pflanzen.

Tipps: Topinambur lässt sich übrigens auch in Kübeln kultivieren. Der Ertrag aus Kübelpflanzen ist nicht schlecht. Lohnt sich.

Der Ertrag lässt sich noch erhöhen, wenn du zwischen Juli und September einmal düngst.

Die Pflanzen sollen vor allem im Sommer ausreochend bewässert werden.

Die Topi-Knollen verlieren nach der Ernte schnell an Wasser. Lagere sie deshalb in feuchtem Torf (bis zu 3 Monate), lasse sie bis zur Verwendung im Boden oder friere sie ein. Dazu die geschälten Knollen kurz in kochendem Wasser blanchieren.
 
Topi-Wurzeln verhalten sich ähnlich wie Bambus. Rhizome bahnen sich unteridisch ihren Weg. Also besser mit Wurzelsperren arbeiten. Deshalb möglichst nicht nahe dem Zaun zum Nachbarn pflanzen.

Erntezeit: Grundsätzlich kann das ganze Jahr geerntet werden. Aber zwischen Juli & Oktober ist die Hauptwachstumszeit der Knollen. Ab November ist der Ertrag entsprechend lohnender. Topinambur verträgt auch Frost und zwar bis zu -30°C.

Verwendung der Pflanze: Die Pflanze kann als Futterpflanze verwendet werden. Besonders gut soll sie für Schafe sein. Aber sie ist auch zur Wildtierfütterung geeignet, allerdings machen sich Rehe und Co eher über die jungen Triebe her und verachten die ausgewachsene Pflanze.
Die Pflanze bringt durch ihr Wachstum relativ viel Biomasse hervor, wodurch sie auch Lieferant für Bioenergie sein kann.

Wirklich vielfältig ist die Verwendung der tollen Knollen. Den hohen Inulingehalt habe ich ja bereits erwähnt. Aber auch die Homöopathie verwendet Topinambur. Unter anderem zur Verminderung des Hungergefühls.
Aus den Knollen lässt sich auch ein toller Verdauungsschnaps brauen.Aber natürlich kannst du Topinambur auch in allen erdenklichen Formen als Nahrungsmittel für dich verwenden.
Einige Rezepte findest du hier: www.topinambur-rezepte.de

PS: Leider habe ich keine verlässlichen Aussagen über gute und schlechte Nachbarn gefunden. Wenn du da mehr drüber weißt, wäre ich für einen Kommentar sehr dankbar.

Dafür gibt es hier aber noch ein Video:

6 Kommentare für “Topinambur / Helianthus tuberosus

  1. 22. November 2010 at 15:13

    Hallo Annika. Nun bin ich endlich mal dazu gekommen, dich zu besuchen. Ich finde es hier sehr interessant und werde wieder reinschauen. Wenn du nichts dagegen hast, werde ich dich in meinem Blog verlinken. LG Inge

  2. 22. November 2010 at 16:02

    Hallo Inge,

    es freut mich, dass es dir bei uns gefällt. Dein Blog ist auch sehr schön.
    Über eine Verlinkung würde ich mich freuen, mehr Leser sind für einen Blog ja immer wichtig.

    Du bist bereits in meine Blogliste eingefügt. 😉

    LG

  3. 23. November 2010 at 00:42

    Topinambur hatte ich auch schon einige Jahre im Garten. Leider waren die Pflanzen sehr hoch und es wurden immer mehr. Da meiner Familie die Topinambur nicht so gut schmeckten wurden sie nach einigen Jahren, die sie wegen ihrer schönen Blüten bleiben durften, ausgemustert.
    Ich glaube die Knollen gedeien in jedem Boden und an allen Stellen im Garten.
    Liebe Grüße
    Anette

  4. 23. November 2010 at 20:01

    Topinambur ist wirklich eine interessante Pflanze – schön das ihr sie hier vorstellt – ich empfehle sie nur in großen Pflanzkübeln anzubauen da sie sich wirklich – je nach Bodenbeschaffenheit – unkontrolliert vermehren können und dann zur Plage werden können

    LG Hedwig

  5. 25. November 2011 at 10:43

    Hallo Annika,
    Topinambur habe ich auch im Garten. Sie lassen sich lecker zubereiten, roh im Salat, gebraten und gedünstet in Aufläufen oder als Gemüse. Allerdings werden sie nicht von allen Leuten gut vertragen. Manche bekommen ordentlich Durchfall drauf. Deshalb sollte man mit kleinen Portionen anfangen. Sie wachsen hoch, ich habe sie oft zur Hälfte abgeschnitten. Ziegen und Stallkaninchen fressen das gerne. Die nicht genutzten Knollen bleiben im Winter im Boden und treiben im nächsten Jahr neu. Eigentlich eine tolle Selbstversorgerknolle. Nur die Wühlmäuse haben mir einmal einen ganzen Bestand vernichtet.
    Schöne Grüße,
    Johanna

  6. Watinoma
    12. März 2012 at 09:15

    wenn man nicht aufpasst verbreitet sich der Topinambur überallhin, also auf andere Kulturen und Nachbarn achten. Durch die einfache Kultur auch für Gartenanfänger geeignet, Loch in den Boden-zumachen-wachsen lassen-ernten und dann geniessen.

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