Selbstversorgung – aber nicht allein

Selbstversorgung muss nicht zu einem Einsiedlerdasein führen. Wenn du das möchtest, kannst du deine Selbstversorgung selbstverständlich auch so gestalten.
Ich finde aber auch den Gedanken schön, das Ganze gemeinschaftlich umzusetzen. Wie genau, darüber bin ich mir auch noch nicht so ganz schlüssig.
Es gäbe da verschiedene Ansätze. Einige, die mir so in den Sinn kommen, will ich hier mal kurz beschreiben. Wobei du bitte bedenken solltest, dass die Varianten einander nicht zwingend ausschließen und das Kombinationen durchaus sinnvoll sind.

Gründung einer Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft auf einem entsprechend großem Bauernhof

10 Hände schaffen mehr als zwei. Diese Variante zielt darauf ab eine kleine in sich geschlossene Gemeinschaft zu bilden. Durch das Zusammenleben auf einem Hof, können sich anfallende Arbeiten geteilt werden. Haushalt, Garten, Geld verdienen….
Dadurch verteilt sich auch die Verantwortung auf mehrere Schultern, was eine Entlastung des Einzelnen darstellt.
Ob man nun als WG in einer großen Wohnung auf dem Hof wohnt oder jeder seine eigene Wohnung – und somit seinen eigenen Bereich – hat, hängt nicht zuletzzt von den räumlichen Gegebenheiten ab.

Vorteile: ==> Arbeit & Verantwortung auf dem eigenen Hof, werden geteilt ==> dadurch erhält der Einzelne mehr Zeit für sich

Nachteile: ==> u.U. „enges“ Zusammen leben ==> die Chemie sollte bei allen Bewohnern stimmen ==> Wer füllt die Lücke, wenn einer aussteigt?

Für mich ist diese Variante eigentlich nur denkbar, wenn wirklich seperate Wohneinheiten gegeben sind. Eine klassische WG ist für mich überhaupt nichts. Ich brauche meinen ganz persönlichen Rückzugspunkt.
Was ich an dieser Variante noch gefährlich finde, ist, wenn die einzelnen Mitbewohner für das Stehen und Fallen der Gemeinschaft verantworlich sind.
Menschen verändern sich und vielleicht klappt ein Zusasmmenleben nach Jahren doch nicht mehr. In so einem Fall ist es wichtig, dass einzelne Personen aus dem Projekt aussteigen könne, ohne es für alle anderen zu gefährden.

Gemeinsame Strukturierung bestehnder Dörfer

Oft habe ich von Ortschaften gehört, wo vor allem die jungen Leute weg ziehen, weil einfach nichts los ist. Aber auch den Älternen wird das dauerhafte Leben in ihren Heimatdörfern erschwert. Irgendwann kommt halt das Alter, wo man Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten in der nächsten Umgebung braucht. Schau dir dazu mal dieses Video an.
Um solche bestehnden Dörfer attraktiv und lebenswert (falsches Wort… naja ihr wisst hffentlich was ich meine) zu halten, kann die Dorfgemeinschaft selbst einiges tun. Vorraussetzung ist hierbei natürlich, dass die Bewohner auch eine Gemeinschaft bilden oder gebildet haben. Aber das es funktionieren kann, kannst man anhand des Beispiels „eigener Dorfladen“ sehr gut nachvollziehen.

Dorfbewohner nehmen es mit Supermärkten auf

Ich würde bei so einem Laden noch etwas weiter gehen als in dem Artikel und vorwiegend Produkte aus dem Ort anbieten. Sprich, das was die einen im Dorf zuviel angebaut haben, wird für die anderen in den Dorfladen gebracht. Quasi ein zentraler Hofladen, statt viele Kleine. Sicherlich kann man das Sortiment auch um eine konkrete Auwahl an Waren ergänzen. Das ganze sollte aber nicht ausufern, um sich nicht wieder zu stark von wirtschaftlichen Zwängen binden zu lassen. Im Grunde geht es um Verteilung von Waren und nicht vorrangig um Gewinn.

Vorteile: ==> Einkaufsmöglichkeit macht das Dorf attraktiver ==>Gemeinschaft wird gestärkt ==> nicht jeder muss alles im Garten haben ==> Grundversorgung ist vor Ort möglich ==> flexible Organisation möglich ==> Belastung & Verantwortung der Geschäftsführung verteilt ==> Angebot ist überwiegend frisch aus der Region

Nachteile: ==> die Gemeinschaft muss funktionieren ==> Organisation ist wichtig ==> Angebot ist sehr saisonal ==> nicht immer alles verfügbar

Gründung eines neuen Dorfes, mit eigenen Strukturen

Wie? Dorf gründen? Wirst du dich vielleicht fragen.
Dabei gibt es bereits einige Selbstversorger-Dörfer in Deutschland. Das Thema „Dorf gründen“ ist allerdings sehr komplex. Einfach ein Stück Land kaufen und Hütten drauf zimmern ist nicht. Da gibt es einiges zu beachten, z.B.: Bebauungspläne, Erschließung des Grundstücks mit Strom und Wasser, wohin mit dem Abwasser?
Das es aber trotzdem nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch machbar ist das Beispiel des Dorfes Sieben Linden:

Öko-Dorf 7 Linden            Interview mit einem Bewohner

Sehr interessant finde ich auch diese Seite: Ökodorf Keimblatt aus Österreich. Hier kann man die Gründung ein wenig mit verflgen.

Vorteile: ==> hier vermischen sich die Vorteile der ersten beiden Möglichkeiten, außerdem ==> jeder hat sein eigenes kleines Reich

Nachteile: ==>  hier vermischen sich die Nachteile der ersten beiden Möglichkeiten, außerdem: ==> viel Bürokratie ==> genug Menschen finden, die bei Null anfangen möchten

weiträumige Vernetzung mit anderen Selbstversorgern

Das möchte ich dir unbedingt ans Herz legen. Netzwerke sind wirklich hilfreich. Die meisten Probleme sind lösbar, wenn du jemanden kennst, der jemanden kennt.

Mir ist aufgefallen, dass in vielen Selbstversorger-Überlegungen ein freistehender  Bauernhof / Resthof angestrebt wird. Unsere Pläne gehen auch in diese Richtung. Das liegt vor allem daran, dass wir derzeit sehr unschlüssig sind, ob eine Gemeinschaft dauerhaft funktionieren kann. (Aber das ist ein weiteres Thema.)
Als Alternative bzw. Ergänzung bevorzuge ich die weiträumige Vernetzung mit Gleichgesinnten. Wir hocken uns nicht gleich auf der Pelle und dennoch können wir unser Wissen teilen.

Möglichkeiten für den Aufbau eines Netzwerkes finden sich vor allem im Internet. Dabei müssen diese Bekanntschaften keine rein Virtuellen bleiben. Wir haben auch schon Leute, die wir online kennen gelernt haben persönlich besucht.

So kannst du unter anderem andere Selbstversorger kennen lernen und dein Netzwerk aufbauen:

==> google nach Blogs zum Thema oder schau in meine Blogliste auf der rechten Seite. Verfolge diese Blogs als regelmäßiger Leser. Kommentiere Beiträge die dich interessieren oder dir besonders gut gefallen.

==> Melde dich in Foren zum Thema an. Ich selbst bin bei www.selbstvers.org dabei. Dort bekommst du jede Menge Tipps und kannst deine Fragen stellen. Es gibt auch noch weitere Foren zum Thema.
Ich finde es gehört zum guten Ton, sich in einem orum vorzustellen. Die meisten Foren haben hierfür eine eigene Kategorie. Du musst ja nicht deine intimsten Geheinisse bekannt geben. Aber gerade ein paar Sätze dazu, warum du dich angemeldet hast und was dich an dem Thema interessiert, eröffnen oft erste „persönliche“ Kontakte zu anderen.

==> Auch in soziaen Netzwerken wie Facebook kann man andere Selbstversorger kennen lernen und verschiedene Gruppen zum Thema finden..

Vorteile: ==> keine räumliche Begrenzung ==> viele Sichtweisen sind zu bekommen ==> Möglichkeit zum persönlichem Kennenlernen ==> Möglichkeit von Zusammenschlüssen

Nachteile: ==> die Bekanntschaften leben oft weit weg ==> mehr theoretische, als praktische Hilfen möglich
Die genannten Möglichkeiten schließen einander nicht zwingend aus. Kombinationen verschiedener Modelle sind denkbar und vorteilhaft.

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